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The Sarah Jane Adventures – Invasion der Bane

Filmkritik von Christel Scheja

 

Seit dem letzten Jahr wagt auch Polyband neben Pandastorm den Versuch, die früheren Geschichten der britische Kultserie „Doctor Who“ dem deutschen Publikum schmackhaft zu machen. Neben Veröffentlichungen der allerersten Folgen des ersten Doktors, den animierten Geschichten um den zehnten Doktor, bietet man nun etwas ganz besonderes in deutscher Erstveröffentlichung an – den Pilotfilm „Die Invasion der Bane“, mit der die Jugendserie „The Sarah Jane Adventures“ vor über zehn Jahren in England startete und über 50 Folgen erleben durfte, ehe die Serie durch den frühen Tod der Hauptdarstellerin ein jähes Ende fand.

 

Sara Jane Smith war eine Begleiterin des dritten und vierten Doktors und schon damals als investigative Journalistin unterwegs. Auch heute noch verdient sie ihren Lebensunterhalt damit, wenngleich sie in der Nachbarschaft durch ihr seltsames Verhalten als verschroben und verrückt gilt.

Seit sie den Doktor auch noch einmal in seiner zehnten Inkarnation wiedersehen durfte, ist sie um so aktiver, den Kontakt mit außerirdischen Lebensformen voran zu treiben, Freundschaften zu schließen, aber auch die Bösen auf ihren Platz zu verweisen. So ist sie auch auf die Firma aufmerksam geworden, die aggressive Werbung für ein neues Modegetränk macht - „Bubble Shock“.

Zur gleichen Zeit zieht die junge Maria mit ihrem Vater in eines der gegenüberliegenden Häuser. Sie muss erst noch die Scheidung ihrer Eltern verkraften und reagiert deshalb um so empfindlicher auf alles. Zwar lässt sie sich erst von dem nervigen Nachbarsmädchen Kelsey beeinflussen, stellt aber bei einem Besuch in der Firma von „Bubble Shock“ fest, dass sie Mrs Smith wesentlich mehr vertrauen kann.

 

Natürlich spart die Pilotfolge nicht mit allen möglichen Anspielungen, auch K-9, der Roboterhund des Doktors hat zumindest einen kurzen Auftritt. Sie verankert die spätere Serie fest im „Doctor Who“-Universum, auch wenn dieser kaum noch einen Auftritt haben wird.

Sarah Jane Smith lebt jedenfalls im Geist des Doktors weiter – wie nicht nur ihre vielen Erinnerungen und Artefakte in einem Zimmer im Dachboden beweisen, sondern auch ihr entschlossenes Handeln, wenn ihr ein paar Dinge seltsam vorkommen.

Dabei gibt es keinen Bruch zwischen dem Auftritt in der „Doktor Who“-Folge „Klassentreffen“ und dem Pilotfilm, was wohl auch Russell T. Davies zu verdanken war, der der Serie den richtigen Anschub gab.

Allerdings tritt sie schon jetzt ein wenig in den Hintergrund, denn wie bei allen Serien für das jüngere Publikum spielen hier die jugendlichen Helden eine zentrale Rolle und tragen die Handlung. Sarah Jane wird zur Mentorin für Maria, ein aufgewecktes aber weltoffenes Mädchen, dass nach der Scheidung ihrer Eltern einen Platz findet und einen ganz besonderen Jungen, der sich erst einmal auf der Erde einleben muss.

Einiges wird zwar nicht erklärt, man stört sich aber auch nicht all zu sehr an der Tatsache, dass die ehemalige Begleiterin einiges am außerirdischem Equipment ihr eigen nennt, unter anderem einen Supercomputer, der viele Probleme löst und ebenfalls Rat weiß. Dazu wird die Geschichte einfach zu flott erzählt.

Die Handlung ist zwar ziemlich überschaubar – Gut und Böse sind schnell erkannt, gerade weil letztere sich auch ein wenig übertrieben benehmen, aber die Action ist gut getaktet und wird wie bei der Mutterserie mit ordentlich Augenzwinkern gewürzt. Auch an die Tricktechnik sollte man nicht all zu hohe Ansprüche stellen – sie ist angemessen, aber natürlich nicht ganz so gut wie bei „Doctor Who“.

Das Highlight ist aber die Synchronisation. Polyband beweist wieder einmal, dass man hier ein gutes Händchen für die Sprecher hat, die auch ganz in ihren rollen aufgehen, so wie bei Sarah Jane Smith, die so resolut wie im Original daher kommt. Die Jugendlichen wirken nicht älter als sie sind, auch die Gegenspieler strahlen genau den gleichen Wahn wie im Original aus.

Es lohnt sich also einen Blick zu riskieren, auch wenn der Preis hoch sein mag – aber Inhalt wie auch Gestaltung lohnen sich, genau so wie die Synchronisation wieder einmal alleine von Polyband alleine gestemmt wurde und deshalb finanziert sein will.

Neben einem Booklet gibt es auf der DVD selbst nur eine Trailershow, so dass die Extras eher mager bleiben.

 

 

Fazit:

Es ist Polyband genau so wie Pandastorm hoch anzurechnen, dass sie wirklich alles versuchen, um »Doktor Who« in Deutschland bekannter zu machen, auch wenn man sich nach den absoluten Klassikern bewusst mehr die moderneren Titel heraus sucht. Abschreckend mag zwar der Preis sein, doch die mehr als ausgezeichnete und von Polyband allein gestemmte Synchronisation und die unterhaltsame Geschichte für Jung und Alt machen das alles wieder wett.

 

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Eure Meinung:

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DVD:

The Sarah Jane Adventures – Invasion der Bane

Regisseure: Colin Teague

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch, Englisch

Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1, RC 2

Umfang: 1 DVD

FSK: 6

Polyband/WVG, 5. April 2019

Produktionsjahr: 2007

Spieldauer: 60 Minuten

 

ASIN: B07MWYZQSJ

 

Erhältlich bei: Amazon

 

DarstellerInnen:

  • Elizabeth Sladen
  • Samantha Bond
  • Yasmin Paige
  • Tommy Knight
  • Alexander Armstrong
  • John Leeson

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Erstellt: 07.04.2019, zuletzt aktualisiert: 11.07.2019 22:52