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The Twilight Zone – Die gesamte dritte Staffel

Rezension von Christel Scheja

 

„The Twilight Zone“ lief bei uns mit den (Unter-)Titeln „Unwahrscheinliche Geschichten“ oder „Geschichten, die nicht zu erklären sind“ und viele Jahre nachdem die Serie in den vereinigten Staaten zum Kult geworden war, der viele spätere Drehbuchautoren und Filmemacher prägen sollte, wie etwa Lucas und Spielberg.

Auch die dritte Staffel mit 37 Episoden aus dem Jahr 1961 wird nun von Koch Media auf DVD und Blu-Ray mit umfangreichem Zusatzmaterial angeboten. Erneut sind Folgen, die hier nicht liefen im Originalton aber mit Untertiteln beigefügt.

 

Auch diesmal beschäftigen sich die Episoden mit Geschichten, die sein könnten, es aber nicht unbedingt sind, orientieren sich teilweise aber auch sehr an der Realität und werfen dabei Fragen auf, die noch eine ganze Weile nachhallen.

Am „Tag 1 des Jahres 6“ kommt ein Soldat in die Stadt des Feindes, wohl wissend, das der Krieg ein bitteres Ende gefunden hat. Aber wird er zwischen den menschenleeren Häusern die Zukunft finden können?

„Das Ende eines langen Weges“ wird den Menschen versprochen, die sich auf einer langen Straße irgendwo im Niemandsland des Sezessionskrieges befinden. Doch manche wollen sich lange nicht eingestehen, wohin sie ihr Schicksal geführt hat.

„Die lächelnde Stadt“ wird von einem Monster terrorisiert. Von der Außenwelt abgetrennt sind sie auf Wohl und Wehe einem grausamen Schicksal ausgeliefert, wenn sie nicht genau das tun, was ihr Herr und Meister will – ein sechsjähriger Junge mit übersinnlichen Kräften.

In „Das Buch der Kanamiter“ landen drei Meter große Außerirdische auf der Erde und verhalten sich gegenüber den Menschen recht freundlich. Doch dem Geheimdienst gelingt es in den Besitz eines Buches aus ihrem Schiff zu kommen und es zu entschlüsseln, nur um zu erkennen,dass man beim Erstkontakt einen Übersetzungfehler aufgelegen ist...

„Der Mann der Gott sein wollte“ ist doch nur ein Astronaut, der sich zum Herrn über die Bewohner eines Planeten aufschwingen will. Diese sind nicht größer als Ameisen und scheinbar hilflos...

Andere Geschichten drehen sich um einen Billiarspieler, der sich auf ein Match mit dem Teufel einlässt, einen Diktator, der Angst vor Auftragsmördern hat und sich zu schützen versucht, dabei aber eines übersieht. Sie drehen sich um einen Mann, der sich eine kybernetische Großmutter ins Haus holt oder einen ehemaligen SS-Offizier, der nach vielen Jahren Dachau noch einmal besucht, nicht ahnend, dass die Geister der Toten ihn nicht vergessen haben.

 

Auch diesmal stammen die meisten Drehbücher von Rod Serling, aber er hat sich auch andere Autoren ins Boot geholt, unter anderem Manly Wade Wellman und Richard Matheson, die dem ein oder anderen Fan des Phantastischen durchaus bekannt sein dürften. Auch die Gaststars geben sich die Klinke in die Hand. Charles Bronson und Robert Redford sind hier zu sehen, bevor sie zu Weltruhm gelangten. Und auch andere Serienstars der Sechziger bis Achtziger verdienten sich hier ihre ersten Spuren, auch wenn man sie aufgrund ihres jugendlichen Aussehens noch kaum erkennt.

Wie immer lebt die Serie auch in dieser Staffel von den Geschichten und der Ausleuchtung, nicht von Spezialeffekten, Kulissen oder Masken. Die Macher legen sehr viel Wert, auf die Erzählkunst, auf die Inhalte – versuchen in den Bann zu schlagen, in die Irre zu führen und Eindruck zu hinterlassen. Obwohl die Erzählungen nicht mit dem erhobenen Zeigefinger daher kommen, hinterlassen sie gelegentlich doch Botschaften. Vor allem die um den an den Ort seines Wirkens zurückkehrenden SS-Offizier. Als deutscher Zuschauer, versteht man sehr gut, warum diese hier niemals ausgestrahlt wurde.

Klischees passen natürlich zu der Zeit. Auch diesmal wieder spielen Frauen kaum eine Rolle und wenn, dann sind sie gerade einmal Mutter oder Geliebte, manchmal auch das verlorene Kind, das froh ist, endlich einen lebenden Menschen gefunden zu haben. Letztendlich sind die meisten Rollen von Männern besetzt, die Geschichten drehen sich um die entsprechenden Themen wie Gewalt und Krieg, Macht und die Gier nach Erfolg. Auch die Rassenthematik wird wenn nur sehr verdeckt angesprochen und entweder ganz ausgeblendet oder aber in klassischer Form abgehandelt.

Natürlich bleibt es auch nicht aus, dass die ein oder andere Umsetzung von Themen etwas altbacken wirkt, weil sich die Gesellschaft, nicht nur die Wissenschaft und Technik weiter entwickelt hat, sieht man die Episoden aber im Kontext ihrer Zeit, merkt man schnell, dass die Serien vergleichbaren Titeln weit voraus war.

Zudem hat sie nicht nur die an Science Fiction interessierten Zuschauer angesprochen, viele Geschichten orientieren sich auch an am Alltag der Amerikaner zu dieser Zeit, so dass sich die Masse in nicht wenigen Figuren wiederfinden und entsprechend gruseln konnten, wenn denen übel mitgespielt wurde wie in „Die lächelnde Stadt“.

Die meisten Folgen drehen sich daher um die unheimlichen Momente im Leben einfacher Menschen, den Übergang in eine andere Ebene oder aber auch dem Spiel mit der Dunkelheit in der eigenen Seele. Ab und an orientiert man sich auch an tatsächlichen Zwischenfällen, die sich manchmal bis heute nicht erklären lassen. Nur selten tauchen daher Wesen auf, die nicht von dieser Welt sind, und das auch klar herausarbeiten.

Alles in allem hat sich Koch Media wieder viel Mühe gegeben, die Serie aufzubereiten. Vor allem die Bilder wurden aufbereitet, der Ton bewahrt die klassische Patina, was die Folgen aber noch reizvoller macht. An Extras gibt es alleine 34 Audiokommentare und 19 Hörspiele, die aus den Tonspuren der Folgen aufbereitet wurden, isolierte Musik zu den Folgen, dazu wieder Interviews mit Cast und Crew, Auftritte Rod Serlings in diversen Shows und nicht zuletzt Ausschnitte aus den Remakes diverser Folgen in den 1980ger Jahren.

 

 

Fazit:

 

 

Alles in allem wartet auch die dritte Staffel von „The Twilight Zone“ wieder mit einigen unvergesslichen Highlights auf und macht klar, wie und warum die ganze Serie überhaupt zum Kult werden konnte. Gerade der Fan des Phantastischen wird viele Themen und Settings wiedererkennen, die spätere Sci-Fi und Horrorautoren für sich übernommen und weiterentwickelt haben.

Dem normalen Zuschauer wird deutlich, dass es durchaus nicht viel braucht, schon gar keine aufwendigen Spezialeffekte, um ein grusliges Szenario ins Leben zu rufen und mitreißende Geschichten zu erzählen, die jeder verstehen kann, egal wie alt er oder sie ist, auch wenn natürlich manches bereits überholt ist. Botschaften und Eindrücke aber sind oft zeitlos und wirken bis in die heutige Zeit nach, ein weiterer Pluspunkt für die Serie, in die man ruhig mehr als einen Blick werfen sollte.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

The Twilight Zone – Die gesamte dritte Staffel

Darsteller: Rod Serling, Jack Klugman, Robert Redford, Charles Bronson, Robert McCord, Vaugh Taylor , Jay Overholts, Leonard Nimoy und viele andere mehr

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 6

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 4. Dezember 2014

Produktionsjahr: 1964

Spieldauer: 911 Minuten

ASIN: B00MJOP6D6

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 20.02.2015, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56