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The Twilight Zone – Die gesamte zweite Staffel

Rezension von Christel Scheja

 

„The Twilight Zone“, bei uns mit den Untertiteln „Unwahrscheinliche Geschichten“ oder „Geschichten, die nicht zu erklären sind“ versehen, gilt ohne Zweifel auch heute noch als Klassiker der Science Fiction-Serien. Auch wenn heute vieles angestaubt erscheint, so ließen sich doch viele heutige Filmemacher von den Visionen Rod Serlings inspirieren.

Koch Media legt nun die zweite Staffel von 1960, die 29. Folgen (Episoden 37 bis 65) umfasst in einer weiteren Gesamtstaffelbox vor. Auch diesmal sind die Folgen, die nicht in Deutschland liefen in einer untertitelten Fassung beigefügt.

 

Wieder sind die Geschichten voneinander unabhängig und erzählen ganz unterschiedliche Begebenheiten, die mal zum Schmunzeln anregen, dann wieder erschauern lassen, teilweise erschrecken und regelmäßig zu fesseln verstehen.

Die Staffel beginnt mit „Der letzte Flug der 'King Nine'“. Der Kommandant eines amerikanischen Bombers sucht nach dem Absturz seines Fliegers in der Wüste nach den Kameraden und glaubt sie immer wieder zu sehen. Doch dann findet er ein Grab.

„Vier Wünsche“ verspricht ein Flaschengeist einem armen Weinhändler zu erfüllen, doch wie immer haben sie natürlich auch einen Haken. Der „Fluch der Schönheit“ hat die junge Janet dazu gebracht, sich immer wieder neuen quälenden Operationen zu unterziehen. Nun wartet sie gespannt darauf, ob sie endlich so sein wird wie die anderen oder letztendlich eine Ausgestoßene werden muss, die in einem Ghetto zu leben hat.

Don Carter ist gerne dazu bereit „Einen Penny für die Zukunft“ auszugeben, denn auf dem Weg nach New York beginnt den frisch verheirateten jungen Mann ein alter Wahrsage-Automat zu faszinieren. Doch ist es richtig, sich auf so etwas zu verlassen?

„Eine Handvoll Staub“ soll den jungen Louis Gallegos vor dem Galgen retten. Zumindest behauptet das der Hausierer, der dem verzweifelten Vater dieses Wundermittel verkauft und lacht sich schon ins Fäustchen.

Peter Corrigan ist ein Realist durch und durch. Daher hält er nicht viel von der Diskussion über Zeitreisen. Doch dann bekommt er die Möglichkeit „Das Attentat“ auf Präsident Lincoln zu verhindern...

Eine Frau lebt einsam und verlassen in einer Hütte ohne die Annehmlichkeiten der Zivilisation. So muss sie sich der „Invasion der Zwerge“ auf ihrem Dachboden auch ganz alleine stellen.

„Das Spielzeugtelefon“ ist das letzte Geschenk einer alten Frau an ihren Enkel. Niemand ahnt, dass ihr Geist nach dem überraschenden Tod über dieses Verbindung mit dem Kind aufnehmen wird.

 

Mit viel Mühe und Sorgfalt hat Koch Media auch die zweite Staffel der Kultserie auf den Markt gebracht. Mag die Qualität auch der Zeit entsprechen – natürlich ist der Ton nur Mono und mit leichten Rauschen unterlegt, das Bild schwarz-weiß, aber man hat bei der Abtastung das Beste herausgeholt. Auch bei den Extras ließ man sich nicht lumpen – für die 29 Folgen gibt es 41 Audiokommentare, wieder kann man sich einige der Folgen noch einmal in der Hörspielfassung anhören, zudem wurden einige der Darsteller Jahre nach Ende der Serie noch einmal interviewt. Dann gibt es isolierte Musikspuren besonders schöner Tracks, eine Episode aus der Serie „Suspense“, die ebenfalls aus der Feder von Rod Serling ist, aber bereits aus den frühen 1950er Jahren stammt und eine Folge der Show „Liar's Club“ in der Serling zu sehen ist. Der Fan wird also sehr gut versorgt und erfährt auch das ein oder andere hinter den Kulissen.

In der Staffel wird man deutlich mutiger, was Science Fiction – Themen angeht. Außerirdische haben ihren Auftritt, sei es in menschengroßer Gestalt oder aber als Miniaturwesen, deren fliegende Untertasse man gerade einmal zu sehen bekommt. Zeitreisen werden gleich zweimal thematisiert, ebenso wie totalitäre Regime, die nichts besseres zu tun haben, als ihre Bevölkerung gleichzuschalten oder die scheinbar „nutzlosen“ Elemente auszumerzen. Das geschieht zum Bespiel durch ein angepasstes Aussehen, in dem Hässlichkeit die Norm ist – Schönheit ein bitterer Fluch – eine böse Parabel auf das, was noch heute in der Gesellschaft Trend ist.

Dazu gibt es aber auch die moralisch unanfechtbaren Mystery-Geschichten wie die um den Kaufhaus-Weihnachtsmann, der seinen Frust über dem Kommerz im Alkohol ertränkt, bis man ihn rauswirft. Aber genau jetzt bekommt er die Chance, der zu sein, der er im Herzen schon lange ist – Santa Claus ...

Anrührend ist die Geschichte um den verzweifelten mexikanischen Vater, der hofft, seinen Jungen, der unabsichtlich ein Mädchen über den Haufen geritten hat, vor dem Tod am Strang retten zu können. Hier gibt ein „Wunder“ den Anstoß, sich an die Menschlichkeit in jedem von uns zu erinnern.

Sicherlich haben sich einige Folgen bereits überholt, gerade das Rollenbild von Mann und Frau entspricht dem gesellschaftlichen Selbstverständnis der damaligen Zeit und macht aktiv handelnde oder in technischen Berufen aktive Frauen unmöglich. Andere Geschichten wieder sind nach wie vor aktuell wie „Mr. Finchley und die Technik“ und regen zum Nachdenken an, weil sich letztendlich weniger verändert hat, als man denkt.

Die Mischung ist angenehm abwechslungsreich – auch wenn diesmal die Science Fiction und die ernsten Themen etwas überwiegen, so gibt es doch einige fröhliche Geschichten die das dunkle Bild etwas auflockern, auch Horror und Mystery werden nicht vergessen.

Formal gefällt die Serie vor allem durch ihre ausdrucksstarke Bildsprache. Man arbeitet immer noch bewusst mit Licht und Schatten, arbeitet so eine bestimmte Atmosphäre heraus und lässt Masken und Kulissen dadurch realistischer erscheinen. Aus dem vergleichsweise geringen Budget wird eine Menge gemacht, da Rod Serling und Co in erster Linie auf die Geschichten und Schauspieler setzen, um ihre Zuschauer zu fesseln – was ihnen auch heute noch gelingt, wenn man bereit ist, sich auf die ruhigere Erzählweise einzulassen und die hintergründigen Geschehnisse auf sich einwirken zu lassen.

 

 

Fazit:

 

Auch die zweite Staffel von „The Twilight Zone“ macht verständlich, warum die Serie so einen Kultstatus besitzt. Mehr noch als in der ersten Staffel kommt hier die Science Fiction zu ihrem Recht und zeigen, dass auch aktuelle Themen wie Zeitreisen oder das Treiben außerirdischer Besucher durchaus mit einfachen Mitteln zum Leben erweckt und mitreißend inszeniert werden können. Wer dazu bereit ist, sich der ruhigeren Erzählweise der hintergründigen Geschichten zu stellen und auch auf Spezialeffekte und Action weitestgehend zu verzichten, der wird mit Sicherheit auch in dieser Box kleine Perlen des phantastischen Genres genießen und für sich entdecken können.

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Eure Meinung:

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MEDIUM:

The Twilight Zone – Die gesamte erste Staffel

Darsteller: Rod Serling, William Shatner, Burgess Meredith,

Regisseur(e): John Brahm

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 1.0)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 6

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Koch Media GmbH - DVD

Erscheinungstermin: 20. März 2014

Produktionsjahr: 1959-1964

Spieldauer: 752 Minuten

ASIN: B00HHO8XE2

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 02.05.2014, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56