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Thomas der Trommler

Rezension von Achim Hiltrop

 

In Ausgabe 132 der Jugendzeitschrift Yps erschien im April des Jahres 1978 erstmals ein Abenteuer aus der Serie "Thomas der Trommler". Yps hatte von jeher das Ziel, sowohl bei den darin abgedruckten Comics als auch bei den dem Heft beigepackten Gimmicks eine gute Mischung aus Unterhaltung und Wissen zu bieten, und "Thomas der Trommler" bediente beide Ansprüche vollauf: ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte, verpackt in eine spannende Abenteuerhandlung. Cross Cult veröffentlicht nun erstmals alle Folgen der Serie in einem edlen Hardcover-Band.

 

Eine Geschichte mit geschichtlichem Hintergrund

 

Hessen, im 30jährigen Krieg: die Armeen der katholischen Union unter Führung des Generals Tilly liefern sich heftige Gefechte mit dem Heer des Protestanten Christian von Braunschweig. Bei dem Kampf um die Burg eines Landgrafen fällt der Sohn des Adligen dem Soldaten Geronimus in die Hände. Er nimmt den kleinen Thomas mit sich ins Lager, wo der Junge schnell General Tillys Aufmerksamkeit auf sich zieht. Als Trommler muss Thomas mit den Soldaten der Katholiken künftig in den Kampf marschieren. Nachdem er mit einem kleinen vierköpfigen Stoßtrupp entscheidend zum Gelingen einer Schlacht beigetragen hat, befördert ihn Tilly in den Rang zum Kornett und überträgt ihm das Kommando über seine vier Kameraden.

 

Mit diesen vier Spezialisten – dem zähen Krieger Geronimus, dem Bogenschützen Dschingis, dem bärenstarken Ursus und dem spanischen Messerwerfer Jago – erledigt Thomas die verschiedensten Sonderaufträge des Generals. Die Jagd nach marodierenden Briganten gehört ebenso dazu wie die Infiltration feindlicher Stellungen. Unter dem Namen "Die Trommler" wird die kleine Eliteeinheit schon bald im ganzen Land bekannt. Alles läuft gut für Thomas und sein Team, bis Tilly die Trommler eines Tages auf ein ganz besonderes Himmelfahrtskommando schickt...

 

Das Buch

 

Im Nachwort erzählt Peter Wiechmann von seiner Kindheit im Nachkriegsdeutschland und von den Erkundungszügen in den Wäldern und Burgruinen rund um seinen Wohnort Eschwege. Bei der Konzeption von "Thomas" ließ sich Wiechmann von dieser Zeit und seinen Jugenderlebnissen inspirieren. In die Manuskripte sind ganz offensichtlich profunde Kenntnisse in Heimatkunde und Geschichte eingeflossen, und was die Lektüre besonders interessant macht, ist der umfangreiche redaktionelle Teil des Buches mit zusätzlichen Hintergrundinformationen und historischem Bildmaterial.

 

Die Illustrationen der beiden spanischen Zeichner sind sehr detailliert und kommen in Schwarz-Weiß besonders gut zur Geltung. Sowohl die actionreichen Kampfszenen als auch die ruhigeren Flashback-Sequenzen, in denen wir mehr über die persönlichen Schicksale von Thomas' Gefährten erfahren, sind sehr stimmungsvoll gezeichnet. Dabei steht die Dynamik der Zeichnungen in einigen Szenen leider im deutlichen Kontrast zu den eher altmodischen, gestelzt wirkenden Dialogen, die stellenweise eher holprig als lebendig klingen.

 

Trotz dieser kleinen Schwäche wird mit diesem Buch ein spannendes Kapitel deutscher Historie durch die spannenden Abenteuergeschichten von Peter Wiechmann und die Zeichnungen seiner spanischen Künstler wieder lebendig. Ein sehr schön gestalteter, hochwertiger Band für Leser, die ihre Geschichtskenntnisse auffrischen und/oder ein Wiedersehen mit einem Comichelden aus den Tagen von Yps feiern möchten.

 

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Eure Meinung:

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Thomas der Trommler

Text: Peter Wiechmann

Zeichnungen: Josep Gual, Juan Sarompas

Amigo Grafik / Cross Cult Verlag, Ludwigsburg

ISBN 978-3-941248-27-4

160 Seiten

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 14.05.2009, zuletzt aktualisiert: 18.02.2021 18:53