Catherine Quinn ist hauptberuflich Romantasy-Autorin, hat aber einen Abschluss in Psychologie und lebt heute mit ihrer Familie in Houston, Texas. Ein wenig von dem angeeigneten Wissen um die Psyche der Menschen fließt tatsächlich auch in To kill A Shadow, den ersten Band von Die verfluchten Lande ein.
Kiara kennt nichts anderes als den tödlichen Nebel, der ihre Heimat umgibt und auch den Himmel in ein Dämmerlicht hüllt. Weil sie zu denen gehört, die die Sonne wiederbringen sollen, will sie sich den Rittern des Königs anschließen, weil sie ohnehin im Dorf gemieden wird.
Tatsächlich nimmt sie Kommandant Jude Maddox mit in die Hauptstadt, weil er etwas in ihr zu sehen scheint. Und auch Kiara merkt schnell, dass hinter der gefühlskalten Schale des Ritters mehr steckt, vor allem als sie beide auf der ersten gemeinsamen Mission um ihr Leben kämpfen müssen und dunkle Geheimnisse ans Licht kommen.
Catherine Quinn zeichnet eine recht dystopische Fantasy-Welt, in der Misstrauen und Gefühlskälte nichts Ungewöhnliches sind und der Tod allgegenwärtig, denn der Nebel und seine Schattenkreaturen dringen immer wieder vor.
Natürlich versucht der König mit seinen Rittern, das Land zu beschützen, deshalb werden auch immer einige los geschickt, um die Artefakte zu finden, die die Welt angeblich retten sollen. Daher ist auch die Ausbildung schon recht hart, wie die Heldin feststellen muss, die aber schon dort ihre Qualitäten beweist.
Denn ganz offensichtlich trägt sie mehr in sich als nur die Entschlossenheit, das Licht wieder zurück zu bringen. Warum, dass entwickelt sich nach und nach, genau so wie die Zusammenhänge immer wieder ein Stück weit enthüllt werden und am Ende die Karten neu gemischt.
Auch wenn einiges vorhersehbar ist, so gibt es doch ein paar überraschende Wendungen, die immer wieder die Karten neu mischen. Dennoch können Leser eine ganze Weile miträtseln und ihre eigenen Schlüsse ziehen, bis dann doch die Wahrheit ans Licht kommt.
Vielleicht wirken die romantischen Momente in der Situation etwas aufgesetzt, wird die Dramatik gelegentlich überspitzt, alles in allem bekommt aber auch das Abenteuer genug Raum, um Genre-Fans mitfiebern zu lassen.
Die Figuren entsprechen zwar gängigen Archetypen der Romantasy, entwickeln sich aber angenehm und glaubwürdig weiter, erhalten genug Profil, um als Leser eine Bindung zu ihnen zu entwickeln. Ein Schlusspunkt wird auch gesetzt, aber es gibt keinen Cliffhanger in dem Sinne, nur Weichen, die gestellt werden.