Anna Benning ist den Lesern bereits durch ihre Dark Sigils und Vortex-Trilogie bekannt. Nun erscheint mit der Götterlicht-Trilogie eine weitere Saga aus ihrer Feder, in der sie aktuell beliebte Themen verarbeitet. Aktuell erschienen ist der erste Band To Tempt a God</b<, auf die Fortsetzungen muss man aber nicht lange warten.
Hoch über Silver City thronen die Götter. Die Menschen dürfen hier zwar leben, aber zumeist in Dunkelheit und Dämmerlicht dahin vegetieren. Nur einmal im Jahr werden Sterbliche an den Hof berufen, um dort als Sklaven oder dem Vergnügen der Götter zu dienen. Auch Aurora trifft dieses Schicksal.
Aber ihr Herr ist anders als die anderen, auch wenn er der Sohn des Obersten aller Götter ist. Er behandelt die junge Frau mit Respekt und versucht sie zu beschützen, auch wenn es in den Hallen der Unsterblichen bereits heftig brodelt und ein Krieg mit ungewissem Ausgang naht.
Auch wenn natürlich die bekannten Romantasy-Elemente in der Geschichte zu finden sind, so verzichtet Anna Benning nicht darauf, dem Hintergrund und auch dem Abenteuer gebührenden Raum zu geben. So dauert es eine Weile, bis sich die beiden Hauptfiguren begegnen.
Zuvor lernt man erst einmal das Setting durch die Augen der Heldin kennen, erfährt, mit welchen Schwierigkeiten die Menschen in Silver City zu kämpfen haben und wie sie die Götter erleben, ehe es dann tatsächlich in himmlische Gefilde geht.
Bei den Unsterblichen scheint sich die Autorin an den griechischen Göttern orientiert zu haben, ohne diese jedoch zu kopieren. Man wächst auch hier langsam in die Umgebung hinein, lernt nach und nach die besonderen Gesetzmäßigkeiten des Hofes kennen.
Und auch die Anzeichen mehren sich, dass Aurora eine größere Bestimmung hat, als man ahnen kann. Immerhin wächst die Beziehung zwischen ihr und Colden nur langsam, es kommt zwar zu einer gewissen Anziehung und einem intimen Zusammensein, das aber ausgeblendet wird.
Wie in jedem guten Young-Adult Fantasy-Roman stehen das Abenteuer und die Geheimnisse, die die Götter umgeben im Mittelpunkt. Die romantischen Klischees werden auf angenehme Weise variiert und bieten so ein wenig Abwechslung. Einziger Wermutstropfen scheint der Cliffhanger am Ende des Romans zu sein, der doch sehr in eine bestimmte Richtung schlägt, aber es bleibt dennoch jede Menge Potentian für eine spannende Geschichte.