Leola ist Gardistin aus Überzeugung. Schon in den Opalkriegen hat sie gekämpft. Jetzt gehört sie der elitären Opalgarde an. Als ihr Bruder, ein Angehöriger der königlichen Akademie, plötzlich unter kompletten Gedächtnisverlust leidet, beginnt sie jedoch nachzuforschen. Dabei kommt sie Machenschaften auf die Spur, mit denen sie nie gerechnet hätte.
Die Welt, die Rafael Wagner in seinem mit diesem Band beginnenden Mehrteiler beschreibt, wirkt wie eine Mischung aus Steampunk und Fantasy. Das Königreich Victoria, das die Heimat der Protagonistin ist, wird von einem wüstenhaften Gebiet umgeben, dessen Bewohner – die tierischen wie auch die menschlichen – den Menschen des Reichs nicht viel Sympathie entgegenbringen. Allerdings ist es das Königreich, dass immer weiter ins Umland vordringt, um dort die begehrten Opale abzubauen. Die sind den Bewohnern der Wüste, den Yacari, jedoch heilig. Die Protagonistin unbekannten Alters – da sie jedoch schon in den einige Jahre zurückliegenden Opalkriegen gekämpft hat, kann sie nicht mehr ganz jung sein – gerät dabei zunehmend zwischen die Fronten, mitten in eine Verschwörung.
Trotz des sehr militärisch geprägten Ambientes kann die Handlung gefallen. Etwas unlogisch wirken dabei allerdings die Dienstgrade. Während Gardist oder Leutnant eindeutig deutsch klingen, stehen dem englisch geprägte Ränge wie Sergeant und Corporal gegenüber. Hier hätte eine einheitlichere Benennung wohl stimmiger gewirkt.
Die Handlung entwickelt sich spannend, zumal im Verlauf auch weniger militärisch geprägte Elemente in den Fokus kommen. Das Ende lässt Raum für die zu erwartende Fortsetzung.
Der Autor belässt den Fokus durchgehend auf seiner Protagonistin, erzählt dabei allerdings im eher ungewohnten Präsens. Den einzigen größeren Kritikpunkt stellen die ständig benutzten Gender-Aufzählungen wie Gardistinnen und Gardisten, Kameradinnen und Kameraden und ähnlich dar. Da durch die Protagonistin und auch zahlreiche andere namentlich erwähnte Frauen sowieso klar ist, dass es auch viele weibliche Gardisten und Kameraden gibt, ist dieser ständige sprachliche Hinweis überflüssig. … und beim Lesen ziemlich störend.