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Tödliche Wahrheit von Veronika Roth

Reihe: Divergent-Die Bestimmung, Bd. 2

Rezension von Christel Scheja

 

Veronica Roth schuft mit „Divergent – Die Bestimmung“ eine Trilogie, die nicht nur die Bestsellerlisten stürmte, sondern auch in einen Film umgesetzt wurde, der im April 2014 in die Kinos kommen wird. Im zweiten Band „Tödliche Wahrheit“ spinnt sie die Entwicklungen weiter.

 

Eigentlich war das System gut gemeint, dass die Menschen in verschiedene Gruppen einteilt, in „Altruan“ die Selbstlosen, „Candor“ die Freimütigen, „Ken“ die Wissenden, „Amite“ die Friedfertigen oder „Ferox“ die Furchtlosen, damit jeder seine speziellen Fähigkeiten und Talente ausleben kann. Aber in einer nicht all zu fernen Zukunft zeigt sich, das jede Idee auch ihre Schattenseite hat.

Denn diejenigen, die sich einer der Kasten zuordnen lassen und durch das Raster fallen werden zu „Unbestimmten“ und müssen von nun an ihr Leben als Tagelöhner und Gelegenheitsarbeiter fristen, was die Unzufriedenheit schürt. Und das ist nicht alles, wie Beatrice bald merkt. Von Geburt her eine Altruan entscheidet sie sich aus einem Gefühl heraus, von nun an den Ferox anzugehören – aber ist das wirklich die richtige Wahl?

Zeit darüber nachzudenken bekommt sie jedenfalls nicht. Es zeigt, sich, das die Ken die Ferox all zu lange ferngesteuert haben und nun in den Altruan eine Gefahr sehen, weil diese ihnen die Vormachtstellung streitig zu machen beginnen. Es kommt zu einem Angriff, der sich schon bald in einen Krieg ausweitet, weil auch andere Fraktionen die Gelegenheit sehen, angestauten Groll los zu werden.

Beatrice, die nach dem Verlust der Eltern – die sich überraschenderweise als Rebellen erwiesen haben – nicht mehr so recht weiß, wo sie hingehört, klammert sich an die wenigen verbliebenen Fixpunkte, die ihr bleiben, angefangen mit „Four“ alias Tobias“. Immer wieder gerät sie zwischen die Fronten, muss Gefangenschaft und Folter über sich ergehen lassen ... und es kommt noch schlimmer.

 

„Tödliche Wahrheit“ taucht noch tiefer als der erste Band „Divergent“ in die düstere Welt der Heldin ein und zeigt, wohin eine Gesellschaft, die in Chaos zerfällt, die Menschen bringen kann. Allerdings krankt die Geschichte auch an den typischen Schwächen des Mittelbandes einer Trilogie.

Auf der einen Seite werden die Ereignisse ohne große Einführung weiter gesponnen, auf der anderen Seite treidelt der Roman genau so wie die Heldin von einer Gruppe zur anderen – kann sich nicht entscheiden, wem und was sie den Vorzug geben soll oder überhaupt trauen kann, wer bereit ist, ihr zu trauen und wie sie letztendlich aus dem Schlamassel wieder heraus kommt.

Dramatisch und bedrohlich geht es zur Sache, dabei erlaubt es sich die Autorin schon einmal brutal zu werden, Folterungen und sogar Hinrichtungen zu beschreiben, ohne dabei jedoch ins Detail zu gehen.

Das kann aber nicht darüber hinweg täuschen, dass man lange Zeit nicht wirklich weiß, was man von der Geschichte halten kann und soll. Über die Hälfte des Buches stagniert der Hintergrund, wird mehr auf die Befindlichkeiten der Personen eingegangen als um die politischen Entwicklungen, die auch am Ende noch sehr schwammig bleiben.

Beatrice, Tobias und der Rest der zumeist jungen Helden entsprechen den typischen Klischees ihrer Altersgruppe, haben sich aber leider seit dem Anfang nicht besonders weiterentwickelt, so dass man gerade als älterer Leser keinen großen bezug zu ihnen findet.

Immerhin hält sich die Autorin mit romantischen Gefühlen zurück, lässt ihnen bei den ganzen Problemen gar keine Zeit, um sich zu entwickeln, da für die Protagonisten ganz andere Dinge wichtig sind – in erster Linie das Überleben.

 

Es bleibt abzuwarten ob die Autorin im letzten Band von „Divergent – Die Bestimmung“ noch einmal aufholt und ihre Dystopie konsequent zum Abschluss bringt, oder ob sie wie im zweiten Band gegenüber den persönlichen Befindlichkeiten ihrer Helden den Hintergrund viel zu sehr vernachlässigt. Denn „Tödliche Wahrheit“ fällt vor allem durch lange Strecken der Ungewissheit auf, weil nicht klar wird, was die Autorin eigentlich mit ihrer Erzählung vermitteln möchte – die Veränderung einer erstarrten Gesellschaft durch mutige Jugendliche oder eine Selbstfindungsgeschichte, in der auch die Romantik nicht zu kurz kommt.

 

Eure Meinung:


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Buch:

Tödliche Wahrheit

Reihe: Divergent-Die Bestimmung, Bd. 2

Autorin: Veronika Roth

gebunden, 508 Seiten

cbt, erschienen Dezember 2012

Übersetzung aus dem Englischen von Petra Koob-Pawis

ISBN-10: 3570161560

ISBN-13: 978-3570161562

Erhältlich bei Amazon

Kindle Edition

ASIN: B00AHX7NSW

Erhältlich bei Amazon Kindle-Edition

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Erstellt: 01.03.2014, zuletzt aktualisiert: 20.07.2019 10:39