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Tokyo ESP, Band 4

Rezension von Christel Scheja

 

In den ersten drei Bänden von „Tokyo ESP“ lernte der Leser eine Welt kennen, in der zwanzig Prozent der japanischen Bevölkerung plötzlich über besondere Gaben verfügte. Das Ergebnis waren Chaos und Anarchie, weil nicht wenige Männer und Frauen die neuen Kräfte missbrauchten und ihren Mitmenschen Schaden zufügten. Das hat natürlich zu verhärteten Fronten geführt.

 

Eine der Esper, die sich für ein friedliches Miteinander einsetzte, war Rinka, ein Mädchen, das durch feste Materie gehen konnte. Zusammen mit anderen kämpfte sie gegen den „Professor“ und seine Leute, die von einer neuen Weltordnung träumten. Gemeinsam gelang es ihnen, viele Menschen zu retten und den Feind zu besiegen, kurz danach verschwand das weißhaarige Mädchen aber urplötzlich.

Dennoch hinterließen die Ereignisse Spuren. Die Normalsterblichen fürchteten den Esper auch weiterhin, so dass die Regierung gezwungen war, harte Maßnahmen zu ergreifen, um die Bevölkerung zu beruhigen. Kinder und Jugendliche wurden dazu verdammt, auf eine besondere Schule zu gehen, jeder erkannte Esper muss ein Armband tragen und wer das nicht tut, landet über kurz oder lang in einem abgesperrten Stadtteil oder stirbt.

Ren Jomaku besitzt die Gabe Menschen und Gegenstände einzufrieren, eine Fähigkeit, die sie nicht ganz kontrollieren, kann, was sie in Schwierigkeiten mit dem Gesetz und den Fokus einer militanten Terroristengruppe bringt. Letztendlich bleibt ihr nichts anderes übrig, als mit der ESP-Police zusammenzuarbeiten, etwas was ihr dank dem Ermittler Tetsuya Zeus erstaunlich leicht fällt. Doch dadurch fangen ihre Abenteuer erst richtig an.

 

Mit dem deutschen vierten und dem japanischen siebten Teil beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte von „Tokyo ESP“. Das merkt man auch am Wechsel der Heldin. Ren Jomaku ist frisches Blut, stammt aus einem eher behüteten Elternhaus und kommt mit ihrer Gabe zuerst überhaupt nicht klar, weil sie nicht begreift, was sie damit anrichten kann. Der Künstler schreibt unterdessen die Geschichte seiner dystopischen Welt konsequent weiter. Natürlich haben sich die Aktionen des „Professors“ negativ ausgewirkt – wie man an verhärteten Freunden und fanatischen Aktivisten auf beiden Seiten merkt, und man scheint aus Fehlern gelernt zu haben.

Die Geschichte spinnt den Hintergrund gelungen weiter, garniert das ganze aber auch mit einem Gemisch aus romantischen und freundschaftlichen Gefühlen, Schulalltag und den Schwierigkeiten einer jungen Heldin, die eigentlich gar kein Esper sein will und erst nach und nach in der Lage ist, zu begreifen, was sie eigentlich mit ihren Kräften ausrichten kann.

Die Handlung läuft zwar überwiegend auf vertrauten Bahnen, bietet aber auch neue Überraschungen, die alles in eine ganz neue Richtung lenken. Zwar sollte man auch hier keinen all zu großen Tiefgang erwarten, da die Figuren nur wenig Profil erhalten, aber die Geschichte wird flott und kurzweilig erzählt und bietet zudem nicht nur sinnfreie Action.

 

„Tokyo ESP“ geht im vierten Band in eine weitere Runde und setzt nicht nur ein paar Monate später ein, sondern erzählt die Geschichte auch aus der Sicht einer anderen Heldin weiter, was für neue Sichtweisen und Dynamik sorgt und so Lust darauf macht, mehr zu erfahren.

 

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Eure Meinung:

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Comic:

Tokyo ESP (Band 4)

Autor und Künstler: Hajime Segawa

Original: Tokyo ESP, Vol 7&8, Japan, 2012

Aus dem Japanischen von Yuko Keller

Paperbackformat mit 8 Farbseiten, 404 Seiten

Tokyopop, Hamburg, erschienen Oktober 2014

ISBN-10: 3842010354

ISBN-13: 978-3842010352

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 17.11.2014, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40