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Tom Clancy’s Endwar (Nintendo DS)

Rezension von Lars Perner

 

Rezension:

2025 beginnt der Dritte Weltkrieg. Zumindest in der Welt von Tom Clancy’s Endwar. Drei große Mächtegruppen (die Vereinigten Staaten von Europa, die USA und Russland) ringen um die Vorherrschaft auf dem Planeten Erde. Dabei wird Mitteleuropa ebenso wenig vom Kriegsgeschehen verschont wie die entlegenen arktischen Regionen. Hier heißt es nur noch: Jeder gegen jeden, was nicht bedeutet, dass keine Bündnisse eingegangen werden. Dieses Szenario erinnert stark an die Zukunftsvisionen eines George Orwell aus seinem Roman 1984. Vor diesem kriegerischen Hintergrund ist es leicht ein Strategiespiel zu entwickeln. Im Jahre 1991 erschien so ein Meilenstein der Strategiespiele. Mit dem rundenbasierten Spiel Battle Isle wurden neue Maßstäbe gesetzt, auch wenn es bereits damals Vorläufer gab. Mit Endwar wird das Spielprinzip dieses Computerspielklassikers auf den Nintendo DS in oben genanntes Szenario übertragen. Dabei wurde nahezu alles so übernommen, wie man es von dem über 15 Jahre alten Klassiker gewohnt ist. Von Innovation kann also zunächst keine Rede sein.

Das Spielfeld ist zweigeteilt (auch wieder wie beim genannten Computerklassiker). Die Ansicht des oberen Bildschirms kann bewusst verändert werden. Standardmäßig sieht man dort, was der Gegner gerade plant. Gerade dieses Wissen verschafft dem menschlichen Spieler einen großen Vorteil im Kampf gegen die KI. Ansonsten kann man sich in diesem Info-Fenster Einheiteninformationen, die aktuellen Missionsziele und anderes mehr anzeigen lassen. Im unteren Bildschirm befindet sich die Kommandozentrale und damit meistens die zweidimensionale, aus Hexfeldern aufgebaute Landkarte. Das Spiel läuft nicht in Echtzeit, sondern in zwei unterschiedlichen Phasen ab. Zunächst plant man seine Einheitenbewegungen. In Phase Zwei wird dann der Angriff auf den Gegner geplant. Der Gegner befindet sich jeweils in der entgegengesetzten Phase. Hat man seine Befehle erteilt, werden die Phasen gewechselt. Kommt es zu Kämpfen, kann man diese im oberen Bildschirm betrachten. Die Berechnung der KI geschehen auch auf größeren Karten recht flott. Längere Wartezeiten treten daher meist nicht auf. Außerdem sollte man sowieso die Aktionen des Gegners immer im Auge behalten.

Die Touchscreensteuerung ist perfekt. Da verzichtet man freiwillig auf die ebenfalls mögliche Steuerung über die Tasten. Eine Berührung mit dem Touchpen und die Einheit ist ausgewählt. Je nach Phase werden nun Bewegungs- oder Angriffsmöglichkeiten angezeigt. Ist man im Bewegungsmodus genügt wieder eine (und nur eine) Berührung des Zielfeldes und es wird dem Spieler gleich angezeigt, welche Einheit nach Bewegungsende in der nächsten Angriffsphase attackiert werden kann. Gefällt einem das Ziel nicht, oder ist es nicht in Reichweite, kann man sich jetzt noch für ein anderes Ziel entscheiden. Bestätigt man jedoch die Bewegung mit einer erneuten Berührung des Feldes auf dem Screens, wird sich die Einheit unwiderruflich zu ihrem Ziel bewegen. Wie beim Schach können die Züge nicht zurückgenommen werden. Hat man also eine Fehlentscheidung getroffen, muss man entweder damit leben oder einen hoffentlich gespeicherten Spielstand neu laden. Ansonsten muss man halt eben von neuem beginnen. Hat man einen Level nicht geschafft, erhält man die Möglichkeit, beim wiederholten Versuch zusätzliche Einheiten zu bekommen. Spätestens mit dieser Verstärkung und dem Wissen um die Strategie des Gegners, schafft man die meisten Level im zweiten Anlauf. Die Missionen der Europäischen und US-Truppen sind identisch. Man beginnt zwar unterschiedlich, durchläuft aber dieselben Level. Hat man eine der Kampagnen beendet, wird die Spetsnaz-Kampagne freigeschaltet. Neben dem Kampagnenspiel gibt es noch Einzelmissionen. Diese erhält man, wenn man bestimmte Ziele erreicht beziehungsweise in der militärischen Hierarchie aufsteigt. Auch ein Spiel gegen menschliche Gegner ist natürlich möglich, sofern dieser auch über eine eigene DS-Karte des Spiels verfügt. Wem das nicht genügt, kann mit dem Editor sich eigenen Karten basteln. Die Auswahl ist dabei zwar etwas eingeschränkt aber man kann damit trotzdem akzeptable Herausforderungen kreieren.

Warum das Spiel eine Alterseinstufung erst ab 12 erhalten hat, ist schleierhaft. Bis auf die militärisch, markigen Sprüche in Zwischensequenzen und Missionsbriefings ist hier nichts so dramatisch, was dies rechtfertigen würde. Da werden im Mittagsfernsehen schlimmere Dinge gezeigt.

 

Fazit:

Echtzeitstrategen werden müde abwinken. Wer wissen möchte, wie es damals 1991 mit den Strategiespielen begonnen hat, kann mal einen Blick riskieren. Wer in Erinnerungen schwelgen möchte, muss sich das Spiel einfach kaufen. Bis auf den Hintergrund ist alles identisch. Sogar die Einheiten stimmen fast haargenau mit denen aus Battle Isle überein. Schach einmal anders.

 

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Tom Clancy’s Endwar

System: Nintendo DS

Publisher: Ubisoft

USK-Einstufung: ab 12

Erschienen: November 2008

ASIN: B001FWIM1G

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 23.12.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2017 13:47