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Tomb Raider: Underworld (PC)

Rezension von Cronn

 

Mit einem beherzten Sprung tauche ich ein in die sonnenbeschienenen Fluten des Mittelmeers. Sofort bin ich in einer anderen Welt.

Um mich herum kreuzen Fischschwärme. Luftblasen steigen aus meinem Mundstück empor, suchen sich torkelnd den Weg zurück zur Oberfläche, wo meine Jacht steht. Die Welt hier unten scheint friedlich zu sein. Doch das trügt…!

Unter mir liegen die Überreste eines einst mächtigen Gebäudes. Nun sind die riesigen Gesteinsbrocken, welche damals die Gebäudefassade gebildet haben mochten, wie von der Hand eines Riesen achtlos hingeworfen, quer über eine unebene Fläche Meeresboden verteilt. Ich erkenne noch einen turmartigen Aufbau und beschließe, dass dies mein Ziel sein soll, ehe ich die vertrauten Umrisse eines Raubfisches im Wasser erkenne.

Es ist ein Fisch, dessen Bekanntschaft zu schließen ich nicht vorhabe – ein Hai!

Sofort bin ich wieder hellwach, reiße mich von der Betrachtung meiner archäologischen Entdeckung los.

In wenigen Handgriffen ziehe ich meine Harpune, schwebe austariert im Wasser, ohne auf- oder abzutauchen und fixiere den Raubfisch. Er schwimmt in schlenkernden Bewegungen auf mich zu, gerade so, als wisse er nicht, wie er mich auffassen soll – Bedrohung oder Opfer?

Offensichtlich hat er sich nun entschlossen, denn mit einem Mal rast er direkt auf mich zu, reißt das Maul auf und zeigt mir seine Mehrfachreihen an scharfen, dreieckigen Sägezähnen.

Ich werfe mich herum, lasse mich absacken und tauche unter dem Hai hinweg. Gleichzeitig ziele ich auf seine ungeschützte Unterseite und jage meine Harpune in seinen Fischleib. Getroffen!

Der Hai zuckt zusammen, dreht sich um, will erneut zornentbrannt gegen mich vorgehen.

Doch wiederum bin ich schneller, wendiger, fintenreicher. Sein Angriff läuft ins Leere und ich feuere wiederum eine Harpune ab.

Nun ist es um den Hai geschehen. In Agoniezuckungen windet sich der Raubfisch, ehe er erschlafft. Endlich kann ich meine Suche nach Avalon hier am Grunde des Mittelmeers fortsetzen.

Doch ich weiß - bis ich das Gesuchte gefunden haben werde, wird mir noch ein langer, weiter Weg bevorstehen…!

 

„Tomb Raider: Underworld“ heißt das neue Action-Adventure von Crystal Dynamics, jenem Entwicklerstudio, welche schon mit „Tomb Raider: Anniversary“ grandiose Erfolge feiern konnten.

Nachdem die Serie rund um die Archäologin Lara Croft in den vergangenen Titeln der Reihe etwas stark schwächelte, ist dem Vertrieb EIDOS mit der Vergabe der Reihe an die Entwicklerschmiede Crystal Dynamics ein Glücksgriff gelungen. Die Reihe blühte mit „Tomb Raider: Legend“ und „Tomb Raider: Anniversary“ regelrecht auf. Ob dies auch mit dem neuesten Ableger „Tomb Raider: Underworld“ der Fall ist?

 

Hintergrundstory:

Inzwischen hat sich die Hintergrundgeschichte zu den Tomb Raider-Folgen zu einer waschechten Romanlänge ausgewachsen, die durchsponnen ist von so mancher Nebenhandlung.

Damit Neueinsteiger einen Einblick in die Ereignisse bekommen, hat EIDOS dem Spieler ein Einstiegsvideo produzieren lassen, das sich jeder im Hauptmenü ansehen sollte, um nicht völlig planlos in die Abenteuer zu starten.

„Tomb Raider: Underworld“ orientiert sich dabei vornehmlich an den Ereignissen aus „Tomb Raider: Legend“ und gibt nun neue Antworten auf die alten Fragen rund um das Verschwinden von Lara Crofts Eltern. Dabei kommt es zu einer Verquickung mit der nordischen Legende rund um den Hammergott Thor:

Seit Generationen erzählt man sich die Legende der Furcht erregenden Waffe des nordischen Gottes Thor. Wer seinen Hammer sein Eigen nennt, kann Berge in Täler verwandeln und ist stark genug, um selbst die Götter zu vernichten. Über tausend Jahre lang war diese Geschichte nur ein Mythos ... bis heute. In einer antiken Ruine auf dem Grund des Mittelmeeres entdeckt Lara Croft Beweise für die Existenz der nordischen Unterwelt und des mythischen Hammers. Lara unternimmt eine gefährliche Reise, um die Geheimnisses dieses Mythos zu ergründen, und stößt dabei auf eine vergessene Macht, die die gesamte menschliche Zivilisation auslöschen könnte, wenn sie entfesselt wird.

Die Story wird in Spielgrafik erzählt, was sehr gut passt und man somit kaum aus dem Spielfluss herausgerissen wird. Zudem bleibt die ästhetische Einheit des Designs erhalten.

 

Steuerung und Spielkonzept:

Wer Lara Croft und die Tomb-Serie nicht kennt, war wohl in den letzten 10 Jahren auf Urlaub auf der Weltraumstation MIR. Für diesen sei kurz erklärt: „Tomb Raider: Underworld“ ist wie auch die anderen Teile der Serie ein Spiel, das dem Genre des Action-Adventures zuzurechnen ist.

Genreüblich rennt und hüpft man hier durch die Level, immer auf der Suche nach dem richtigen Weg. Dabei muss Lara gefährliche Abgründe überqueren, boshafte Attacken von Tier und Mensch überstehen und kleine Rätsel lösen. Letztere sind stets logisch begründet und immer mit etwas Nachdenken lösbar.

Die Steuerung von „Tomb Raider: Underworld“ funktioniert bestens. Nur an wenigen Stellen hackte die Steuerung etwas und man musste die Stelle mehrfach neu laden, da man sich verschätzt hatte.

Was noch der Verbesserung harrt, ist die Kameratechnik. Hier ist es noch oftmals der Fall, dass man sich oder den Ort, an den man springen möchte, nicht sieht, so dass dabei ein Sprung ins Blaue oftmals herauskommt, wo es eigentlich ein gezielter Jump gewesen sein sollte.

Wiederum hat Lara mehrere Hilfsmittel, mit denen sie ihre Rätsel löst. Das Wichtigste ist dabei ihr Greifhaken, den sie einsetzt, um ein Seil mit Haken zu schleudern. Daran kann man sich über Felsabgründe hinweghangeln.

Auch neu ist der Solar-Transponder. Er liefert ein dreidimensionales Bild der Umgebung, so dass man sein Vorgehen planen kann.

Natürlich sind auch die Waffen nicht zu vergessen. Lara hat üblicherweise ihre beiden Pistolen, kann aber auch Uzis, Sturmgewehr, Harpune, oder andere Waffen tragen. Auch Haftminen gehören zum Repertoire der wehrhaften Lady.

Lara hat nun erweiterte Fähigkeiten beim Klettern und Springen. Das sieht nun wieder ein Stück weit grandioser und organischer aus.

Auch wieder mit dabei: das Fahren mit Motorrädern, was unglaublichen Spaß macht.

Dazwischen sind immer wieder die Rätsel eingestreut, was gut zusammenpasst.

 

Grafik und Sound:

Die Grafikqualität von „Tomb Raider: Underworld“ ist als hervorragend zu bezeichnen. Oftmals steht man vor einer Kulisse und ist wegen der Grafik völlig erstaunt: so schön sah noch kein Tomb-Raider-Teil aus!

Die Gräser wogen im Wind, Vögel ziehen ihre Kreise am Himmel, die Sonne blendet oder schickt strahlen in unterirdische Anlagen hinein, überwucherte Tempelanlagen im Dschungel harren der Entdeckung.

Dabei ist jedes Level für sich eine Neuentdeckung. Die Abwechslung ist groß und man darf sich auf jeden neuen Abschnitt freuen. Egal ob Dschungel, Dungeon oder Unterwasser-Stadt.

Lara hat ebenfalls eine Rundumerneuerung erfahren. Sie sieht besser aus denn je und wird nass, wenn sie im Wasser schwimmt, wird schmutzig bei der Höhlenkletterei. Selbst an diese Kleinigkeiten hat die Grafikabteilung gedacht, was dem Spiel in Sachen Atmosphäre gut getan hat.

Auch Laras Animationen wurden einem Check unterworfen. Sie wirken elegant und geschmeidig im Ablauf. Man hat hier nicht gekleckert und eine große Anzahl an Zwischenanimationen eingebaut. Vorbildlich!

Zu diesen grafischen Qualitäten kommt der exakte und interessant gestaltete Sound von „Tomb Raider: Underworld“. Allen voran sind die guten Synchronsprecher zu nennen. Diese spielen ihre Rollen herausragend gut und leben diese. Daneben aber gilt auch das grandiose Soundkonzept für alle anderen Geräusche ebenso. Ob das nun Papageien-Geschnatter oder Luftblasen unter Wasser sind – stets ist „Tomb Raider: Underworld“ soundtechnisch glaubhaft.

 

Fazit:

Mit einer schier brachialen Urgewalt meldet sich die Ur-Serie aller modernen Action-Adventures für das diesjährige Weihnachtsgeschäft zurück: „Tomb Raider: Underworld“ bietet mit wunderhübschen Leveln, einer ästhetisch ansprechenden Heldin, gelungenen Rätseln und Dogfights einen der Hits der Vorweihnachtszeit!

„Tomb Raider: Underworld“ ist Unterhaltung auf höchstem Niveau. Prinzipiell kann jeder das Spiel spielen, er braucht nur ein wenig Zeit zum Einarbeiten in die Grundprinzipien des Spiels. Wer zudem auf eine stets hundertprozentige Kamera verzichten kann, wird mit „Tomb Raider: Underworld“ sein helle Freude haben!

 

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Tomb Raider: Underworld

von EIDOS GmbH

Plattform: Windows XP

USK-Einstufung: Freigegeben ab 12 Jahren gem. 14 JuSchG

Erscheinungsdatum: 21. November 2008

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 01.12.2008, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50