Tony Hawk’s Proving Ground (Nintendo DS)
 
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Tony Hawk’s Proving Ground (Nintendo DS)

Rezension von Björn Backes

 

Tony Hawk – ein Name, den man wohl keinem Skater mehr näher vorstellen muss. Als einer der wagemutigsten und technisch versiertesten Trittbrettfahrer dominierte er in den Neunzigern die komplette Szene und krönte seine Karriere mit dem legendären 900°-Indy im Jahre 1999. Seitdem hat sich Hawk größtenteils aus der aktiven Skater-Szene zurückgezogen, zeigt sich aber immer wieder auf prestigereichen Events wie den X-Games oder als Gaststar in der MTV-Chaotenshow „Jackass“. Außerdem stellt er seinen guten Namen nun auch schon seit einiger Zeit für einige recht erfolgreiche Videogames zur Verfügung und hat auch in diesem Bereich eine eigene Kollektion mitgestaltet. Der neueste Output dieser Serie hört auf den Namen „Tony Hawk’s Proving Ground“, wurde bereits im letzten Jahr auf nahezu allen Konsolen veröffentlicht und erfreut sich nun eines preisgünstigen Re-Releases über die kundenfreundliche Software-Pyramide.

 

 

Das Spiel:

 

Skaten, das ist mehr als nur antreten, aufspringen und rollen lassen. Stattdessen wird die gesamte Umgebung in die lässige Art der Fortbewegung einbezogen, seien es nun Gegenstände, an denen man Slides und Jumps erproben kann, Wände, die darauf warten, mit den Rollen erkundet zu werden, oder aber doch Half- und Quarterpipes, in denen man zeigen kann, wie trickreich das geliebte Board bei flotten Sprüngen und eleganten Manövern einzusetzen ist. Um all diese Dinge geht es natürlich auch im aktuellen Abenteuer von Altmeister Hawk, wenngleich sich das Spielprinzip im Vergleich zum direkten Vorgänger kaum mehr verändert hat. Tricks wollen erlernt und vollführt und später im Karrieremodus dann auch umgesetzt werden.

 

Bevor es jedoch dazu kommt, startet man erst einmal die einzelnen Lektionen, um sich mit den einzelnen Moves vertraut zu machen. Mit Hilfe von Lehrmeister Hawk, der hier ausdauernd und ausführlich die Hintergründe und Grundlagen zu seinen Tricks erklärt, rast man durch den eigenen Skate-Park und versucht sich an Ollies, Flips und Grinds in allen Variationen. Anschließend geht es an die fortgeschrittenen Manöver, angefangen bei Wallrides bis hin zu den ersten Kombos, die schon ein wenig mehr Fingerfertigkeit verlangen.

Erst danach steigt man schließlich in das eigene Abenteuer ein und lässt sich von Hawk’s Kollegen und Kumpels in deren Heimatstädte führen. Drei namhafte Skater stellen ihre eigenen Parks vor und laden zu einem umfangreichen Missionsmodus ein, in dem sich in den unterschiedlichsten Aufgaben versuchen muss. So gilt es, durch Kombos ein Mindestmaß an Wertungspunkten zu erlangen, bestimmte Gegenstände in einer Zeitvorgabe aufzusammeln oder aber auch nur neue Tricks in den Parcours mit einzubauen und dadurch möglichst spektakuläre Moves zu kreieren. Je nach Erfolg wird man daraufhin bewertet – oder auch nicht. In insgesamt drei Stufen (Am, Profi und krank) erfolgt ein bestimmtes Ranking, wobei man mindestens die unterste Stufe erreichen muss, um neue Aufgaben freizuschalten. ZU erwähnen ist an dieser Stelle allerdings, dass die Unterschiede hier wirklich heftig sind. Wer beispielsweise in einer Minute Kombos im Wert von 75.000 Punkten aus dem Ärmel zaubern kann, darf sich wirklich fragen, ob seine Finger einen gewissen Gummi-Anteil haben…

 

Unterdessen wird man auch materiell für das Erreichen der neuen Zielvorgaben belohnt. Finanzielle Zuschüsse ermöglichen einen kontinuierlichen Ausbau des Skate-Parks, den man sich im Laufe des Spiels nach eigenen Wünschen gestalten und nachher im Fun-Modus auch immer wieder von neuem genießen kann. Aber auch neue Boards, coolers Kleidung und allerhand Accessoires stehen zur Verfügung, um das Drumherum noch ein wenig bunter zu gestalten. Aber davon abgesehen ist die Action natürlich auch alles andere als farblos – und fesselt für einige Zeit an Board und Dualscreen!

 

 

Technik/Grafik:

 

„Tony Hawk’s Proving Ground“ ist auf technischer Basis typischer DS-Standard und als solcher absolut ordentlich. Die Benutzeroberfläche bzw. die Menüs sind übersichtlich und hübsch animiert, die Steuerung erfordert keine großen Vorkenntnisse, und auch die Umsetzung der Tricks funktioniert ohne großes Herumexperimentieren, vorausgesetzt natürlich, man drückt die Buttons in entsprechendem Tempo. Dem entgegen wird die Stylus-Funktion nahezu gar nicht genutzt, was aber in diesem Fall überhaupt nicht störend ist. Andernfalls wäre die Steuerung nämlich sicherlich unnötig komplexer.

Grafisch ist das Spiel indes unauffällig. Die Bewegungsabläufe sind jedoch absolut fließend und die kurzzeitig eingestreuten Vieclips für DS-Verhältnisse durchaus vorzeigbar. Diesbezüglich bewegt sich der neue Tony Hawk-Titel daher auch im oberen Drittel des derzeitigen Marktangebots.

 

 

Spielspaß:

 

Grundsätzlich steigt und fällt der Spielspaß in einem solchen Spiel nicht zwangsläufig mit den Anforderungen an den Konsolen-Skater. Schließlich bietet alleine schon der selbst erstellte Fun-Parcours immer wieder einen erhöhten Anreiz, um sich dort mit all den erlernten Tricks und Moves mal so richtig auslassen zu können. Natürlich ist aber der Story-Modus das A und O des Spiels und könnte als solches sicher noch eine etwas größere Herausforderung sein. Zwar wird es definitiv eine Weile dauern, bis man in allen Missionen den Krank-Status erzielt hat, aber da man teilweise schon mit leichten Übungen die nächsten Aufgaben frei spielen kann, wünscht man sich selbst als Einsteiger einen etwas höheren Schwierigkeitsgrad – icht nur im Anfängermodus.

Davon abgesehen entwickelt man beim Erproben der Stunts und Flips ein regelrechtes Suchtverhalten und verharrt in manchen Aufgaben etliche Stunden, um dort neue Highscores aufzustellen (die jedoch leider nicht gespeichert werden). Gerade die Kombos sind hier interessant und eröffnen einen Variantenreichtum, der schon ziemlich nah an Hawks persönliches Vermächtnis heranreicht. Alleine dieser Umstand macht das Ganze dann auch zu mehr als bloß einem typischen Lizenzspiel.

 

Selbst bei vergleichsweise geringen Anforderungen wird man daher sicher stundenlang begeistert vor den beiden Screens hocken, um das Board in den wildesten Bewegungen durch die Lüfte schweben zu lassen. Das nimmersatte Ausprobieren der Tricks macht nun mal einfach riesigen Spaß und besitzt ein schier unerschöpfliches Potenzial!

 

 

Fazit:

 

„Tony Hawk’s Proving Ground“ ist auf dem Dualscreen ein weiterer würdiger Vertreter der erfolgreichen Videospielreihe um den legendären Skater. Auch wenn die Aufgaben stellenweise ein Stückweit kniffliger sein könnten, wird man des ständigen Ausprobierens und Experimentierens so schnell nicht überdrüssig und ertappt sich dabei, wie man ewig durch den Fun-Park streift. Beste Voraussetzungen also für eine wirklich sehr gut umgesetzte Skateboarding-Simulation!

 

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 202407132100409cdfc49f
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Tony Hawk’s Proving Ground (Nintendo DS)

von Software Pyramide

Plattform: Nintendo DS

USK-Einstufung: Freigegeben ab 6 Jahren gem. 14. JuSchG

ASIN: B0018PH2V6

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 


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Erstellt: 25.07.2008, zuletzt aktualisiert: 21.10.2022 08:12, 6980