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Torchwood: Miracle Day

Rezension von Christel Scheja

 

„Torchwood“ war nicht nur lange Zeit, der Tarnname für Dreharbeiten von „Doctor Who“, sondern wurde nach den ständigen Fragen der Fans auch ein Teil der Serie selbst, entwickelte sich sogar schließlich zu einem eigenständigen Ableger, dessen einzige Verbindung zur Mutterserie nur noch der Hauptdarsteller war. Captain Jack Harkness, der Leiter der Torchwood-Organisation in Wales gehörte für einige Zeit zu den menschlichen Begleitern des Timelords.

 

Mittlerweile hat sich vieles verändert, das „Torchwood“-Team gibt es nach den Vorfällen um die außerirdische Rasse der „456“ nicht mehr. Alle Mitglieder bis auf zwei sind mittlerweile tot.

Captain Jack Harkness hat sich nach dem Verlust von Ianto und der Schuld, die er durch sein Verhalten gegenüber der eigenen Familie auf sich geladen hat, ins All geflüchtet, während sich Gwen Cooper mit ihrem Mann Rhys an die wildromantische Küste von Wales zurückgezogen hat, um dort geschützt vor Verfolgern und anderen Leuten, die ihr übel wollen ihre kleine Tochter Anwen aufzuziehen.

Etwas mehr als ein Jahr ist seit den Ereignissen um „Die Kinder der Erde“ und die Ereignisse sind vergessen. Da hackt sich in der CIA-Zentrale ein Unbekannter ein und hinterlässt nur ein Schlüsselwort: Torchwood.

Ab diesem Zeitpunkt stirbt auch kein Mensch mehr. Als ersten trifft es den Mörder Oswald Danes. Dessen Hinrichtung durch die Giftspritze schlägt fehl. Auch der Agent Rex Matheson überlebt seine eigentlich tödliche Verwundung bei einem Autounfall nur durch das „Wunder“, das die Menschen verwirrt und irritiert. Den Ärzten gibt es die Zeit, ihn vernünftig zu operieren.

Zuerst scheint dies ein Grund zur Freude zu sein – dann aber stellen vor allem die Krankenhäuser die negativen Begleiterscheinungen fest: nicht nur, dass sie schon bald überlastet sind – auch Seuchenopfer leben weiter und verbreiten ihre Keime.

Die Regierungen sind in Alarmbereitschaft, denn schon bald kann das ganze zu einer Katastrophe werden.

Derweil machen sich Rex Matheson und die Analystin Esther Drummond auf die Suche nach den verbliebenen Mitgliedern von Torchwood, denn sie wollen von diesen Antworten bekommen.

Doch Gwen Cooper und Jack Harkness sind genau so ratlos wie alle anderen Menschen – nur eines hat sich verändert. Jack ist nun im Gegensatz zu allen anderen Menschen sterblich und es scheint, als hätte man es ganz allein auf sie abgesehen.

Ehe sie sich verstehen stehen die beiden CIA-Agenten und das Torchwood Team auf der selben Seite, denn in den Staaten versucht man sie zu töten. Aus diesem Grund schließen sich Rex und Esther Jack und Gwen an,. Um gemeinsam mit diesen herauszubekommen, wer hinter der ganzen Sache steckt und warum. Die Spur führt über einen mächtigen Pharmakonzern schließlich zu einer Person, die Jack aus seiner Vergangenheit noch sehr gut kennt.

Doch das ist nicht alles. Bei der Suche kommen ihnen immer wieder persönliche Probleme in die Quere. Nicht nur, dass die Regierungen beschließen, sich der lebenden Toten, die mehr oder weniger nur noch im Koma liegen und eh nicht mehr zu retten sind, zu entledigen, auch Gwens Vater gehört nach einem schweren Herzinfarkt zu den Betroffenen.

 

Im Gegensatz zu den anderen „Torchwood“-Staffeln ist „Miracle Day“ in einer Co-Produktion zwischen der britischen BBC und dem amerikanischen Bezahlsender Starz entstanden. Da die Inhalte nun auch deutlicher auf die Zuschauer in der USA ausgerichtet werden, gibt es einige sehr deutliche Veränderungen.

Das ohnehin sehr kleine Team wird nun durch amerikanische Charaktere ergänzt, die einerseits frischen Wind in die Serie bringen, andererseits aber auch im krassen Gegensatz zu Jack und Gwen stehen.

Besonders Rex Matheson fällt auf, ist er doch ein typisch selbstherrlicher Macho, der alles verurteilt, was nicht in sein Weltbild passt. Er drängt sich viel zu sehr in den Vordergrund, was ab und zu unangenehm auffällt und gerade die Fans enttäuschen dürfte.

Denn Jack und Gwen haben einiges von der Vielschichtigkeit und Tatkraft der früheren Staffeln verloren, reagieren oft nur auf Probleme und sind charakterlich sehr viel einfacher gestrickt als früher.

Der Captain steigt nun nicht mehr jedem Wesen nach, sondern beschränkt sich darauf einfach nur stockschwul und auf Männer fixiert zu sein, was besonders in einigen Rückblenden und bei einem One-Night-Stand mit einem Barkeeper deutlich wird.

Die ehemalige Polizistin schwankt zwischen kalter Entschlossenheit und weinerlichem Mitgefühl hin und her, ist schwächer und jämmerlicher als man sie von früher her in Erinnerung hat.

Auch die Darstellung von Sex und Gewalt haben zugenommen. War früher alles etwas subtiler gestaltet und wurde oft nur angedeutet, so wird es jetzt zugunsten der Action gezeigt. Alles wirkt insgesamt platter und oberflächlicher, der subtile britische Witz ist mehr oder weniger verschwunden. Letztendlich werden die Fans, die die ersten drei Staffeln geliebt haben, eher enttäuscht sein, da sich die Serie nicht gerade zu ihren Gunsten entwickelt hat, sondern sich mehr dem Massengeschmack der Amerikaner anpasste.

Das bedeutet aber nicht, dass „Miracle Day“ langweilig geworden ist – ganz im Gegenteil. Action und unangenehme Überraschungen sorgen dafür, dass man dem Verlauf der Geschichte folgt und auch auf das Ende gespannt ist. Es scheint in sich rund zu sein, bietet aber Schlupflöcher für eine Fortsetzung. Die Folgen sind rasant inszeniert und machen durch viele Andeutungen Lust auf mehr.

Bild und Ton entsprechen dem modernen Standard. Die Extras auf der vierten DVD können sich sehen lassen, da sie die neue Staffel sehr ausführlich vorstellen.

 

Fazit:

 

Alles in allem kann man sich immer noch sehr gut unterhalten lassen, wenn man die Abstriche bei den Charakteren, der Umsetzung der Ideen und der Atmosphäre von „Torchwood: Miracle Day“ hinnimmt und akzeptiert.

An die Qualität, den bitterbösen Witz, die intelligenten Ideen und die Tiefgründigkeit der britischen Staffeln gerade von „Torchwood: Kinder der Erde“, kommt diese vierte Staffel der Serie jedoch nicht mehr heran.

 

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Eure Meinung:

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DVD:

Torchwood: Miracle Day

USA/GB 2011

Regisseurin/e: Bharat Nalluri, Bill Gierhart, Guy Ferland und Gwyneth Horder-Payton

Format: Dolby, PAL, Region 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Englisch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Umfang: 4 DVDs

FSK: 16

Polyband/WVG, 20. August 2012

Spieldauer: 500 Minuten

 

ASIN: B008F65TO8

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Darsteller:

John Barrowman

Eve Myles

Mekhi Phiher

Alexa Havins

Kai Owen

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Erstellt: 16.09.2012, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56