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Totes Zen von Jasper Nicolaisen

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Den Abschluss in Barbarei und Berserkertum in der Tasche und das magische Schwert Brudi in der Faust, stürzt sich Krass ins Abenteuer. Das Echtjuwel der Zwerge befindet sich tief unter dem Berg in den Klauen des Gelichters, das sich in den Minen eingenistet hat. Auf seiner Fahrt trifft Krass auf den fliegenden Teppich Staubvogt und seine Herrin, die schlafwandelnde Prinzessin Manzani, sowie den Eulenmenschenzombie Kräcki. Gemeinsam nehmen sie es mit hungrigen Pilzmenschen, Grußgnollen dem Kurtisanenkaiser Kang, dem kosmischen Horror der Klarovollen und den Gefahren des Landes unter den Fingernägeln auf. Je tiefer sie in den Berg vordringen, desto mehr wird Krass von seiner Vergangenheit eingeholt. Denn sein Vater ist ein leibhaftiger Gott und gebietet über die Macht des Toten Zen – die alles, selbst die Zuhörer*innen dieser Geschichte, in seinen Bann zieht …

 

Rezension:

Jasper Nicolaisen ist für seine abgedrehten Geschichten bekannt. Die im kleinen Berliner Ach je Verlag erschienene Novelle Totes Zen dürfte diesen Ruf bekräftigen.

Der Verlagstext liefert eine kleine, aber deutliche Beschreibung, womit man es in »Totes Zen« zu tun bekommt. Protagonist Krass ist ein Xenemorph, kann also nach Belieben sein Geschlecht wechseln, hat seine Berufsausbildung zum barbarischen Berserker abgeschlossen und einen Gott als Vater. Während der Reise zu seinem Erzeuger lässt uns Krass an seinem Leben, seinen Gedanken und an jeder Menge totem Zen teilhaben. Ganz in der Tradition von Laurence Sterne, der auch durch ein vorangestelltes Zitat auf die Bühne geholt wird, gibt sich Krass dabei ganz der Abschweifung hin. Die 202 Kapitel variieren wie in Tristram Shandy deutlich in der Länge und folgen nicht unbedingt linear dem Geschehen oder Krass’ Lebensgeschichte, sondern purzeln munter durcheinander.

Als wäre es der richtige Zeitpunkt für eine gemütliche Plauderei, erzählt uns Krass aus seiner Kindheit, vom Leben an der Akademie von Ha’Wat und seinem gestörten Verhältnis zum Vater, während er diverse gefährliche und haarsträubende Abenteuer zu bestehen hat. Diese Mischung aus Münchhauseniade und »Tristram Shandy« liest sich dabei so rasant wie unterhaltsam.

Während zunächst der amüsante Ton der skurrilen Fantasy-Geschichte dominiert, strebt der Stoff kurz vor dem Ende in philosophische Höhen. Nicht nur, dass Krass sich in typischer Coming-of-age-Manier seiner Herkunftsproblematik stellt, zum Schluss werden wir als Leser direkt angesprochen und in Dienst gestellt. Das Tote Zen geht auf uns über und wenn wir vor der Akademie von Ha’Wat stehen, sind wir willenlos, aber vorbereitet.

 

Leider besitzt »Totes Zen« einen Schönheitsfleck: Korrektorat und vor allem der Satz sollten vom Verlag unbedingt einer Verbesserung unterzogen werden.

 

Fazit:

»Totes Zen« von Jasper Nicolaisen ist ein so ausschweifend wie abschweifendes Fantasyabenteuer voller schräger Ideen, Monster und tiefschürfender Gedanken. Ein heiter stimmendes Lesevergnügen für Freunde amüsanter phantastischer Geschichten.

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Eure Meinung:

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Buch:

Totes Zen

Autor: Jasper Nicolaisen

Ach je Verlag, 2020

Taschenbuch, 121 Seiten

 

ISBN-10: 3947720432

ISBN-13: 978-3947720439

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B083G3BKR3

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 22.07.2020, zuletzt aktualisiert: 22.07.2020 16:04