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Treffpunkt Donaustrudel von Rüdiger Marmulla

Rezension von Christel Scheja

Eigentlich studierte Rüdiger Marmulla Human und Zahnmedizin in Frankfurt und arbeitete in mehreren Bereichen, bis er habilitierte und später auch einen Sonderforschungsbereich an den Unis in Heidelberg und Karlsruhe übernahm und sogar für das Deutsche Zentrum für Raum- und Luftfahrt arbeitete. Aber er hat auch noch eine ganz andere Seite, denn als Autor setzt er sich in seinen Bücher immer wieder mit den Herausforderungen als Christ auseinander, wie auch sein historischer Jugendroman Treffpunkt Donaustrudel beweist.

Noch ist es friedlich im Regensburg des ausgehenden 15. Jahrhunderts zwischen den Bevölkerungsgruppen der verschiedenen Konfessionen, aber es gärt schon ordentlich, denn mehrere höherrangige Juden sitzen seit Monaten ohne konkrete Anklagen im Kerker.
Ungeachtet dessen, versuchen die restlichen Mitglieder der Gemeinde und ihre Familien einfach weiter zu machen. Und einige pflegen sogar Umgang mit christlichen Jugendlichen. So wie Isaak, der sich immer mal wieder mit dem Schneiderlehrling Paul und dem Steinmetzlehrling Georg am Donaustrudel trifft. Sie haben anderes im Kopf, vor allem Paul, der unsterblich in die hübsche Maria verliebt ist, anders als Isaak, der genau weiß, wie er die schöne Rahel für sich gewinnen kann. Können die beiden Jungs einander helfen.

Die Geschichte setzt vor allem eines – auf Toleranz und Freundschaft ungeachtet des Glaubens und der Herkunft. In einer sehr einfachen Sprache – manchmal auch ein wenig naiv – versucht der Autor genau das zu vermitteln. Angesiedelt ist die Geschichte um die drei jungen Männer und ihr Umfeld zwar im späten 14. Jahrhundert, aber die Probleme und Konflikte sind nicht ganz neu.
Sehr feinfühlig und auch kundig stellt der Autor Elemente des jüdischen Glaubens und der Rituale im normalen Leben und bei besonderen Gelegenheiten vor. Zugleich thematisiert er aber auch die Vorurteile, mit denen die Angehörigen der Gemeinde leben müssen, und die ab und an auch ihre christlichen Freunde haben.
Aber gerade Georg und Paul überspringen bald die Grenzen und pflegen enge Beziehungen zu den jüdischen Familien, was auch für Konflikte sorgt.
Dabei betrachtet er auch die christliche Seite des Verhaltens und regt immer wieder zum Nachdenken an, selbst wenn heute keiner mehr daran glaubt, dass Juden Christenkinder töten, aber im Grunde sind diese Unterstellungen nur durch ein paar andere ersetzt worden, schaut man sich einmal die Medien genauer an.
Alles in allem passiert zwar nichts Weltbewegendes und auch der rote Faden verliert sich ein wenig zum Ende hin, aber die Geschichte als Einblick in den Alltag dieses Jahrhunderts nett zu lesen und liebevoll beschrieben. 
Die großen Enthüllungen sollte man nicht erwarten, wohl aber ein paar Momente, in denen man selbst nachzudenken beginnt, gespickt mit christlichen Grundsätzen.

Fazit:
»Treffpunkt Donaustrudel« sei daher allen Lesern empfohlen, die nach einer christlich und jüdisch angehauchten historischen Geschichte suchen, in der es in erster Linie um Freundschaft und Toleranz, wie auch um Vertrauen geht.

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Eure Meinung:

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Buch:

Treffpunkt Donaustrudel
Autor: Rüdiger Marmulla
Selbstverlag, 15. Januar 2021
Taschenbuch, 312 Seiten

ISBN-10: 3753149284
ISBN-13: 978-3753149288

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 02.04.2021, zuletzt aktualisiert: 02.04.2021 17:42