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Überleben

Rezension von Christel Scheja

 

Im Gegensatz zu den Menschen fallen die meisten Tiere nicht nach der Geburt gleich in ein Sicherheitsnetz und werden geschützt und getragen, bis sie alt genug sind, um auf beiden Beinen zu stehen. Einige sind bereits dazu verdammt in den ersten Lebensstunden oder -tagen eines zu tun, um ihr Überleben zu kämpfen. Damit beschäftigt sich auch die sechsteilige BBC-Serie „Überleben“.

 

In sechs Folgen begleiten die Filmer und Forscher Tiere in entscheidenden Phasen ihres Lebens, beginnend mit der „Gefährlichen Kindheit“. Bei den Nonnengänsen mögen zwar die Kleinen in Sicherheit schlüpfen, aber um weiterleben zu können, müssen sie regelrecht den Sprung ins Leben wagen, der auch tödlich enden kann. Gottesanbeterin leben schon nach dem Schlüpfen gefährlich – ihre ersten Feinde sind ausgerechnet die Geschwister. Paradiesisch dagegen haben es die jungen Erdmännchen – bei ihnen passen gleich viele auf, dass nichts passiert.

„Die Welt entdecken“ bedeutet auch, schon früh mit den Gefahren konfrontiert zu werden. Selbst unter den Säugetieren bleiben nicht alle Tierkinder lange bei ihren Eltern und bei 50 ° C unter dem Gefrierpunkt ist der Überlebenskampf garantiert.

Deshalb heißt es auch oft „Eine Zuflucht finden“, um innezuhalten und neue Kraft zu schöpfen. Oftmals lernen dass die Jungtiere sehr schmerzhaft. „Der Kampf um die Macht“ beginnt dann, wenn der Nachwuchs langsam erwachsen wird. In vielen Tiergesellschaften wird so die Rangfolge in der Gemeinschaft bestimmt – und manch ein Alphamännchen muss damit rechnen, dass es schneller von Thron gestoßen werden kann als ihm lieb ist. Das Recht, sich fortzupflanzen ist oft nur den Stärksten und Klügsten vorbehalten.

Selbst wenn das nicht der Fall ist es die Herausforderung des Lebens sein „Einen Partner zu finden“. Selten hält die Beziehung ein ganzes Leben. Deshalb ist es ganz wichtig, die Nase vorn zu haben, wenn man ein Weibchen für sich gewinnen will. Und manchmal müssen sich auch die Mädchen ihrer Haut wehren, wenn gleich sieben potentielle Gefährten auf sie los gehen.

„Eltern in Einsatz“ sind gefordert, wenn es darum geht, den Nachwuchs aufzuziehen und damit sicher in das Leben einzuführen. Bonobos sind in den ersten fünf Lebensjahren komplett auf Vater und Mutter angewiesen und sie sind nicht die einzigen, die bis zu einem bestimmten Alter von allen Erwachsenen beschützt werden.

 

„Überleben“ ist wieder einmal eine beeindruckende Dokumentation aus der Produktion von BBC Earth. Wie immer punktet die sechsteilige Serie mit aufregenden Natur- und Tieraufnahmen, die die Macher über Jahre auf allen Kontinenten gesammelt haben. Und auch wenn sie nicht alles zeigen, sie beschönigen nicht, dass es hart sein kann zu überleben.

Aus diesem Grund sollte man kleinere Kinder bis ins Grundschulalter die Folgen nicht alleine schauen lassen, denn schon die ersten Minuten, in denen sich flauschige Küken in einen tiefen Abgrund stürzen könnten zu aufregend und zu dramatisch für die Kleinsten sein. Denn auch wenn man die zerschmetterten Körperchen nicht oder nur kurz sieht – die Tatsache, dass die Kleinen sterben, bleibt bestehen und wird auch offen ausgesprochen.

Die Aufnahmen sprechen oft für sich selbst. Es gibt zwar immer eine kleine Einleitung, wenn der5 Schauplatz wechselt, damit man weiß, wo man ist und um was für eine Tierart es sich genau handelt, das ist aber oft auch schon alles. Die Bilder zeigen dramatische Momentaufnahmen aus dem Leben der Kleinsten – wenn sie – um überleben zu können – ein großes Risiko eingehen müssen und wenn Raubtiere es auf sie abgesehen haben, aber auch Szenen, in denen es leicht und fröhlich zugeht, so dass Abwechslung gewahrt bleibt.

Alles in allem überwiegenden die positiven Momente, in denen die Küken und Welpen die Kurve kriegen und einer hoffnungsvollen Zukunft entgegen sehen oder aber trotz Misserfolgs ein Hoffnungsstreif am Horizont bleibt.

Menschen spielen bei den Aufnahmen keine Rolle. Tiere und Natur sind und bleiben die Hauptdarsteller. Zwar erkennt man recht schnell, wann die Filmer tricksen müssen, und wann nicht, aber das tut der Qualität der Aufnahmen keinen Abbruch. Angenehm fällt auf, dass man sich nicht nur auf die klassischen Tiere beschränkt, sondern auch einmal den Überlebenskampf unbekannterer Arten zeigt.

Die beiden DVDs sind reichlich mit Extras ausgestattet, neben einem Interview mit David Attenbourough, der die Tierfilme der BBC entscheidend mitgestaltet hat, gibt es auch noch interessante Blicke „Behind the Scenes“ und ein ausführliches und informatives, wie auch das Digipack sehr stimmungsvoll gestaltetes Booklet.

Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit und lassen mit klaren Aufnahmen und satten Farben den Zuschauer noch tiefer in die Welt der Tiere eintauchen.

 

 

Fazit:

 

„Überleben“ bringt wie fast alle BBC das Thema in schönen Bildern und klaren Aufnahmen auf den Punkt. Spannend und abwechslungsreich, dramatisch aber auch fröhlich erfährt der Zuschauer hier, wie sich Tiere schon von ihren ersten Atemzügen an in ein großes Abenteuer stürzen, dass sie auch mit uns teilen – das Leben. Wer atemberaubende Aufnahmen und überraschende Begegnungen liebt, der sollte auf jeden Fall zugreifen, er wird es nicht bereuen.

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DVD:

Überleben

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch , Englisch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 2

FSK: Infoprogramm

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 27. Juli 2015

Produktionsjahr: 2014

Spieldauer: 300 Minuten

ASIN: B00W6ETDSI

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 29.07.2015, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01