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Ufo Hunters, Staffel 1

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

In den letzten Jahren erfreut sich eine neue Spielart unter den Dokumentationen neuer Beliebtheit. Es geht nicht mehr länger nur darum, auf nüchterne und wissenschaftlichem Wege übernatürlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen und diese dem Zuschauer zu so sachlich wie möglich zu präsentieren. Stattdessen werden die Informationen in eine Spielhandlung eingebaut, in der sich ein Team daran macht, alte Berichte vor Ort unter die Lupe zu nehmen.

 

In „Ufo Hunters“ sind dies die Mitarbeiter einer Zeitschrift, die sich schon seit einigen Jahren mit der Suche nach Spuren außerirdischer Besuche auf der Ende beschäftigen: Jeder ist ein Spezialist auf seinem Gebiet und bringt das Wissen und die Fähigkeiten mit, die alten Berichte auf Herz und Nieren zu prüfen. Oft genug werfen die Männer auch vor Ort einen Blick auf die Geschehnisse, nehmen sogar Bodenproben mit oder analysieren vermeintliche Wrackteile.

Natürlich bleibt auch Roswell im Jahr 1947 nicht unerwähnt, die Menge und Unterschiedlichkeit der Folgen macht deutlich, dass dies nicht der einzige Ort war und ist, an dem Menschen mit Ufos in Berührung gekommen sein könnten.

Man greift auf alte Zeitungsberichte zurück, nimmt aber auch gerne das Material an, dass die Behörden inzwischen freigegeben haben.

Tatsächlich hat der erste dokumentierte Vorfall schon einige Monate vor Roswell stattgefunden – ein kleiner Fischkutter wurde damals angeblich von dem heißglühenden Abfall beschädigt, das ein in Not geratenes Flugobjekt über einem einsamen See abgeworfen hat.

Der Ablauf ist immer ähnlich – die Gruppe nimmt sich eines Falles an, der unter einem bestimmten Thema steht, sei es nun, dass sie sich mit Objekten beschäftigen, die sich auch unter Wasser bewegen können oder mit Menschen, die behaupten, von Aliens entführt und untersucht worden zu sein.

Sann werden Informationen gesammelt –in Archiven und bei Behörden, nicht zuletzt aber auch vor Ort, wo sich die Spezialisten mit eigenen Augen ein Bildmachen wollen, indem sie z. B. zum Seeboden tauchen, Wrackteile abgestürzter Flugzeuge untersuchen und mit Überlebenden oder ihren Angehörigen sprechen. Am Ende kommt dann natürlich die Auswertung der zusammengetragenen Daten.

Andere Folgen beschäftigen sich mit Toren in andere Dimensionen, mögliche Kontaktaufnahmen, Luftkämpfe und nicht zuletzt den Geheimnissen, über die gemunkelt wird, die aber immer noch irgendwo in den Archiven des Militärs und der Regierung verstauben.

 

„Ufo Hunters“ setzt wie andere Formate dieser Art auf die große Faszination der Spekulation mit dem Übernatürlichen und Unerwarteten. Zwar geht die Wissenschaft heute vom Leben auf anderen Planeten aus, erreicht aber ihre Grenzen, wenn es darum geht, zu beweisen, dass andere Lebensformen sich schon auf unsere Welt verirrt haben.

Inwieweit die Ufo Jäger wirklich Fachleute sind, oder nur von Schauspielern verkörpert werden, sei dahingestellt. Sie wirken zumindest so real, dass man fast glauben könnte, dem Team bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Da aber die Ermittlungen gut in eine knappe Dreiviertelstunde passen, dürfte man davon ausgehen können, dass es sich um Spielszenen im Stil der „scripted reality“ handelt, die sich zwar an wirkliche Forschungen und Untersuchungen anlehnt, aber nicht so abläuft, wie es die Serie weismachen will.

Wichtig ist aber, dass der Unterhaltungswert stimmt.

Die Folgen sind so aufgebaut, dass die Spannung kontinuierlich von Werbeblock zu Werbeblock gesteigert wird, damit man den Fall der Woche zum Ende hin auflösen kann. Befremdend auf den europäischen Zuschauer wirken dabei vor allem die vielen Wiederholungen, die nach Ende einer Pause wieder in die Handlung einführen und noch einmal das Thema und den Stand der Ermittlungen zusammenfassen.

Immerhin bleibt die Serie ausgesprochen nüchtern. Es wirkt glaubwürdig, , wie die Spezialisten an die Arbeit gehen, was sie bei ihren Ermittlungen alles berücksichtigen müssen und wo ihnen Grenzen gesetzt sind.

Alles in allem erweisen sich die meisten Fälle als Irrtum oder Fake, aber immerhin gibt es immer wieder Momente, in denen nur der letzte Beweis für außerirdisches Leben fehlt.

Die Serie ist so dramatisch konzipiert, dass sie den Zuschauer bis zum ende bei der Stange hält. Auch wenn man sich bewusst ist, dass sie auch nichts beweisen kann, was nicht schon vorher durch die Weltpresse gegangen wäre, wird man kurzweilig unterhalten, vor allem, wenn man ohnehin schon ein Faible für Science Fiction und Grenzwissenschaften und sich selbst mit dem Thema beschäftigt hat. Vieles erkennt der kundige Zuschauer dann wieder, anderes ist aber auch sehr neu.

Es gibt nicht nur interessante Informationen über Ufosichtungen, sondern auch die Fehler, die dabei gemacht wurden – sei es nun absichtlich oder unabsichtlich. Fakes und Irrtümer werden angemessen erklärt, der Zuschauer damit sensibilisiert.

Immerhin spielen die Folgen nicht nur in Amerika, gelegentlich gibt es auch Ausflüge auf andere Kontinente und Länder, wie etwa den Iran.

Bild und Ton entsprechen heutiger Fernsehqualität. Der Informationswert der Serie ist vielleicht nicht gerade groß, der Unterhaltungswert aber wohl um so größer, wenn man offen für die amerikanische Art der Wissenspräsentation ist.

 

 

Fazit:

 

„Ufo Hunters“ ist unterhaltsames Infotainment für alle Zuschaue, die offen für übersinnliche Phänomene sind oder es werden wollen. Kurzweilig und modern, aus der Sicht eines Teams wird der aktuelle Stand der Suche nach Spuren außerirdischen Lebens auf unserer Erde mitsamt allen Spekulationen aufbereitet.

Viel brauchbares Wissen sollte man vielleicht nicht erwarten, dafür aber eine Menge wissenschaftlicher Spekulationen, die auch heute noch gerne in die Science Fiction einfließen

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DVD:

Ufo Hunters, Staffel 1

Darsteller: William J. Birnes

Regisseur(e): Jon Alon Walz

Format: Dolby, Letterboxed, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 2.0)

Untertitel: Niederländisch, Polnisch

Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1

Anzahl Disks: 4

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 24. Februar 2012

Produktionsjahr: 2008

Spieldauer: 585 Minuten

 

ASIN: B005G21P2Y

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 15.03.2012, zuletzt aktualisiert: 22.11.2019 07:56