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Und was ist mit Rosemarie? von D. G. Ambronn

Rezension von Christel Scheja

Der 1955 in Schleswig Holstein geborene D. G. Ambronn ist Germanist und Anglist, der früher oft nach Italien, den Britischen Inseln und quer durch Europa gereist ist. Jetzt nach der Beendigung seines Berufslebens widmet er sich ganz dem Schreiben und veröffentlicht auch Bücher, deren Ideen schon etwa älter sind, wie der hier vorliegende Kriminalroman Und was ist mit Rosemarie?, den er in der ersten Fassung schon 1984 fertig gestellt hatte.

Unweit des Kieler Funkturms findet man in einem Waldstück einen erschlagenen Mann im Kofferraum seines eigenen Wagens. Die Kriminalpolizei nimmt routiniert die Ermittlungen auf und untersucht erst einmal das direkte Umfeld des Immobilienmaklers. Wie so oft könnte jeder ein Motiv haben, von der Ehefrau bis hin zu irgendwelchen Leuten, mit denen er geschäftlich zu tun hatte. Aber Antworten zu finden ist schwierig, da sich jeder der Verdächtigen in Schweigen hüllt. Immer mehr Fragen kommen auf vor allem eine: Was ist mit Rosemarie? Steckt dahinter wirklich eine reale Person? Die Polizei macht sich auf die Suche nach Antworten, aber nicht nur sie … 

Man fühlt sich beim Lesen des Romans schon in eine der alten Tatort-Folgen versetzt und an die früheren Kommissare erinnert, denn das Ermittlerteam hat viel von der Art, mit der die Herren damals aufgetreten sind. Federführend ist Kommissar Kühl, der durch seine spöttische Art provoziert und manchmal sehr direkt auf den Zahn fühlt, lieber Verdächtige mit seinen Mutmaßungen konfrontiert, als so neutral zu bleiben wie sein jüngerer Kollege, der der Analytiker im Team ist, und nüchtern die Fakten sichert.
Natürlich ist die Ehefrau die Hauptverdächtige, verhält sie sich nach dem Tod des Mannes doch sehr seltsam und nicht, wie es zu erwarten wäre. Was aber ist überhaupt vom Umfeld des Toten zu erwarten?
Der Autor nimmt sich Zeit, die Leute, die mit dem Ermordeten zu tun hatten, genauer vorzustellen und auch Einblicke in ihr Verhalten zu geben, wenn die Kommissare nicht dabei sind. So werden nach und nach alle Fragen beantwortet, auch die titelgebende.
Das ganze ist flott geschrieben und unterhaltsam aufbereitet. Das Tempo ist gemächlich, die Handlung überschaubar, aber ohne Längen. Und am Ende gibt es noch einen netten kleinen Twist.
Der Autor bedient sich bei der Charakterisierung der Figuren durchaus gängiger Klischees und macht es sich gelegentlich etwas zu einfach, aber ohne Kollege Zufall käme die Handlung auch nicht voran.
Immerhin fängt die Geschichte viel vom Flair der 1980er Jahre ein – alles geht etwas gemächlicher vor sich und viele heute typische Elemente wie ständige Vernetzung durch Handy und Co. Fehlen. Und auch die Forensik hat noch nicht den Stellenwert.

Fazit:
Alles in allem ist »Und was ist mit Rosemarie?« ein klassischer Krimi, der all denen empfohlen sei, die auch noch Spaß an den »Tatort«-Folgen der 1970er und 1980er haben, in denen alles noch etwas gemächlicher vor sich ging und auch die Ermittler andere Tricks aufwenden mussten, als heute, um Verdächtigen auf den Zahn zu fühlen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Und was ist mit Rosemarie?
Autor: D. G. Ambronn
Selbstverlag, 18. August 2020
Taschenbuch, 202 Seiten

ISBN-10: 3751980857
ISBN-13: 978-3751980852

Erhältlich bei: Amazon

Kindle-ASIN: B08HP87MDC

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

weitere Infos:


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Erstellt: 04.04.2021, zuletzt aktualisiert: 05.04.2021 16:00