Universum der Ozeane (DVD)
 
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Universum der Ozeane

Filmkritik von Christel Scheja

 

Rezension:

 

Frank Schätzing hat bereits mit seinen Romanen bewiesen, dass er ein vielseitig interessierter Autor ist, der auch der Wissenschaft in seinen Geschichten Bedeutung zumisst. So war es kein langer Weg, ihn auch einmal eine Dokumentation moderieren zu lassen, zumal er sich in seinem Bestseller „Der Schwarm“ auch schon mit einem ganz besonderen Aspekt des Lebens im Ozean beschäftigt hat.

So führt er gekonnt durch die dreiteilige Dokumentation „Universum der Ozeane“, die das ZDF zusammen mit National Geographic und einigen europäischen Sendern im Rahmen seiner Reihe „Terra X“ produziert hat. Kurz nach der Fernsehausstrahlung folgt auch schon die DVD.

 

In der erste Episode beschäftigt sich Frank Schätzing mit der Entstehung der Ozeane. Wie ist es in der Frühzeit der Erdgeschichte überhaupt dazu gekommen, was genau hat die Bildung von Wasser und Wasserflächen ausgelöst und dazu geführt, dass der „Blaue Planet“ endlich seine Gestalt annahm. Und wann bzw. in welcher Form entwickelte sich überhaupt das erste Leben in ihnen?

Dem Leben in all seinen Facetten widmet sich die zweite Episode. Die Evolutionsgeschichte der Tierwelt wird aufgerollt. Ständiger Begleiter dabei sind die Haie, deren Urformen bereits in der Frühzeit der Erdgeschichte entstanden. Doch nicht nur die Tiere, die sich dicht unter der Oberfläche bewegen, wird Raum gegeben, auch den Tiefsee-Kreaturen, die man erst in den letzten Jahren lebend zu Gesicht bekam und die teilweise ganz andere Stoffe brauchen um zu überleben als wir und andere Bewohner der flachen Gewässer.

Die dritte Episode führt schließlich in die Arktis, die mehr als alles andere die Zukunft unserer Welt entscheiden wird, da an ihr messbar zu erkennen ist, wie die Ozeane sich verändern – sei es nun, dass das Eis schmilzt, sich die Polarmeere erwärmen und damit die Strömungen verändern oder aber die Tierwelt nicht mehr die Nahung findet, die sich braucht, um ihre Population zu halten. Schon jetzt sind einige Arten vom Aussterben bedroht, denn auch wenn diese Lebensräume so geschützt werden, dass sie unberührt bleiben, so sind es noch viel zu wenige und die Zerstörung geht allerorten weiter.

 

Frank Schätzing ist das verbindende Element zwischen den verschiedenen Punkten, die das Thema genauer beleuchten. Seine Kommentare begleiten die überraschend spektakulären Unterwasseraufnahmen, die nicht nur die von Licht durchdrungenen obersten Schichte des Meeres zeigen, sondern auch die wunderliche Umgebung der Tiefsee mit all ihren bizarren und farbenfrohen Lebensformen. Computertricks zeige, wie es im Meer aussehen würde, wenn der Mond nicht da wäre und vieles mehr.

Einfühlsam und publikumsnah führt er die Zuschauer von den einfach nur staunenswerten Aufnahmen zu den pikanteren Aspekten der Dokumentation und weckt Interesse ohne dabei belehrend zu wirken. Er macht deutlich, dass zum Beispiel die Haie mehr sind als nur mordgierige Ungeheuer, sie sind vielmehr die Gesundheitspolizei der Ozeane und sorgen dafür, dass sie nicht auf die ein oder andere Weise krank werden. Dann wird vor Augen gehalten, dass nicht einmal ein Prozent der Ozeane als schützenswert gelten. Und nicht zuletzt erörtert er, ob nicht vielleicht die Methanhydrate, die aus dem Meer gewonnen werden könnten, die Energieversorgung der Zukunft sichern könnten.

Die Informationen sind in ein unterhaltsames Umfeld eingebaut, so dass die einzelnen Teile niemals langweilig werden. Vielleicht mag das dem ein oder anderen zu hektisch sein, es passt aber zum Stil des Autors, der allerdings auch sehr im Vordergrund steht und den Bildern manchmal die Schau stiehlt.

Andererseits erweist sich gerade die freche und humorvolle Präsentation als erfrischende Abwechslung zu den doch eher ruhigen Dokumentationen der BBC und den effekthascherischen Shows aus den USA, die einiges gerne dreimal wiederholen.

 

 

Fazit:

 

„Universum der Ozeane“ ist eine unterhaltsame populärwissenschaftliche Dokumentation, die vielleicht demjenigen, der sich schon mehr damit beschäftigt hat, nicht viele neue Informationen bieten dürfte, der Laie aber wird sich durch die spannende und kurzweilige Moderation von Frank Schätzung gut unterhalten fühlen und unter Umständen auch zum Nachdenken angeregt. In diesem Sinne hat die Dokumentation ihren Sinn mehr als erfüllt.

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Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 20240519002720a01e88d1
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DVD:

Universum der Ozeane

Dokumentation, Deutschland, 2010

Moderation: Frank Schätzing

Regie : Stefan Schneider

Buch: Stefan Schneider und Claudia Ruby

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0)

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Ohne Altersbeschränkung

Studio: Polyband & Toppic Video/WVG

Erscheinungstermin: 29. Oktober 2010

Spieldauer: 150 Minuten

 

ASIN: B0041PIT0I

 

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 14.11.2010, zuletzt aktualisiert: 08.03.2024 12:15, 11260