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Unsere Erde aus dem All

Filmkritik von Christel Scheja

 

BBC Earth ist schon seit vielen Jahren ein Garant für aufwendige und ungewöhnliche Naturdokumentationen, auch wenn anderen Produktionsfirmen und Sender nachgezogen haben. Aber die Macher lassen sich doch noch immer etwas neues einfallen und gehen altbekannte Themen von einer neuen Ansicht aus an – aus dem Weltraum. Wie nun Unsere Erde aus dem All sehr beeindruckend zeigt.

 

Seit mehr als sechzig Jahren schwirren Satelliten auf der Erdumlaufbahn herum. Konnten sie anfangs nicht viel mehr als Signale zu senden und erste Messungen vorzunehmen, erfüllen die heute vielfältige Aufgaben und zwar nicht nur in der Nachrichtenübermittlung und Beobachtung. Viele Kameras sind heute so leistungsfähig, dass sie gestochen scharfe Bilder von der Erdoberfläche zeigen, die auch kleinste Details enthüllen können. Es ist erstaunlich und erschreckend, wie hochauflösend die Technik geworden ist.

Neben all den negativen Einsatzmöglichkeiten, haben aber auch Natur- und Umweltforscher ihre Chancen entdeckt und nutzen mehr denn je die Satellitentechnik, um in entlegenen Ecken nach dem Rechten zu sehen und die Entwicklung von abgelegenen und schwer zugänglichen Naturparadiesen oder Tierpopulationen zu beobachten.

 

Die Dokumentation geht dem in vier Folgen a 50 Minuten nach: Beeindruckende Blickwinkel machen erst einmal deutlich, wie nahe man der Erde mittlerweile mit den Augen aus dem All kommt. Und dann verwirren natürlich auch bei genauerem Hinsehen Merkwürdige Muster und Fantastische Farben. Aber auch anderes darf nicht fehlen, so widmet sich eine Folge ganz den Verstörenden Veränderungen. Was noch vor wenigen Jahren Science Fiction war ist nun Realität.

 

Dabei macht man es wie auch bei vielen anderen Dokumentationen. Die Macher beginnen mit dem Blick aus dem All, zoomen so weit es geht heran und blenden dann auf den Erdboden um, um das Geheimnis der Punkte zu lüften, die man aus dem All sehen kann – wenn man nahe genug ran geht. Das geht von Elefantenherden, über Robbenpopulationen bis hin zu Flamingoschwärmen und brütenden Vögeln auf entlegenen und schwer zugänglichen Inseln in der Antarktisregion.

Dabei wird anschaulich erklärt, wie die Forscher die Technik nutzen, um ihre Studien zu machen und warum sie darauf zurückgreifen. Ein ähnliches Vorgehen findet man auch bei den beiden nächsten Folgen, in denen eher die Naturwunder im Vordergrund stehen – da wird gezeigt, warum sonst undurchdringlicher Dschungel ein Loch hat, und was genau das heftige Farbenspiel in einigen Regionen auslöst – wie etwa die holländischen Tulpenfelder, die bunte „Strichcodes“ erzeugen.

Und wie man sich denken kann, lässt die Deko-Reihe auch nicht das aus, was Umweltverschmutzung und Klimawandel bewirken oder welchen Raubbau die Menschen betrieben haben. Sehr deutlich sind die Narben, Schrunden und der Dreck zu erkennen, die unschönen Dinge, die unsere Welt verschandeln. Der Appell kommt aber trotz allem sehr sachlich daher und will eher zum Nach- und Umdenken anregen als verurteilen.

Das ist auch der ganze Tenor der Serie, die zwar auf schöne Bilder setzt, aber dennoch die Informationen und gut verdaulichen Häppchen zu vermitteln weiß.

 

Die Dokumentation eignet sich durch die ruhige Erzählweise als Familienunterhaltung nur kleine Kinder sollte man mit der Serie nicht alleine lassen. Bild und Ton sind auf der Höhe der Zeit, Extras gibt es allerdings keine.

 

Fazit:

»Unsere Erde aus dem All« mag dem erfahrenen Zuschauer von Natur-Dokumentationen vielleicht nicht viel neues bieten, geht vertraute Themen aber aus einem spannenden neuen Blickwinkel an. Gerade wer einmal sehen will, was die Kameras der heutigen Satelliten alles können, der sollte ruhig zuschlagen, denn es ist beste Unterhaltung für die ganze Familie in der gewohnten »BBC Earth«-Qualität.

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DVD:

Unsere Erde aus dem All

Regisseure: Barny Revill und Justin Anderson

Künstler: Chiwetel Ejiofor

Format: Dolby, PAL

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1)

Bildseitenformat: 16:9 – 1.77:1, RC 2

Umfang: 1 DVD

Polyband/WVG, 27. März 2020

Produktionsjahr: 2019

Spieldauer: 200 Minuten

 

ASIN: B082PQXZ9D

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 19.03.2020, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01