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Unter uns die Nacht von Becky Chambers

Reihe: Wayfarer Band 3

 

Rezension von Christel Scheja

 

Becky Chambers hat sich mit ihrem Wayfarer-Universum in die Herzen ihrer Leser geschrieben, schildert sie doch ein Universum, in dem die Erde unbewohnbar geworden und mehr oder weniger nur noch eine Legende ist, die Menschen selbst auf anderen Planeten oder immer noch im All leben. Unter und die Nacht wendet sich den Generationenschiffen zu, die ihr Ziel längst erreicht haben, aber immer noch genutzt werden.

 

Die Siedlerschiffe der »Exodus«-Flotte kreisen schon lange um eine andere Sonne, auch wenn bereits viele Planeten besiedelt wurden, teilweise sogar terraformt. Ebenso hat man Kontakt zu anderen raumfahrenden Völkern aufgenommen. Aber es gibt immer noch genug Menschen, die sich gar nicht vorstellen können, woanders zu leben. Denn sie haben sich an das Dasein gewöhnt und wissen es zu schätzen. Immerhin ist in den Gemeinschaften, die immer noch mit begrenzten Ressourcen für alles gesorgt, auch für aufgaben, die das Leben erst rund machen.

Doch für einige Bewohner scheinen sich Veränderungen anzubahnen. Während Kyp davon träumt, andere Welten zu sehen und auszubrechen, entschließt sich der Planetenbewohner Sawyer auf die Flotte zu gehen, mit üblen Folgen. Tessa, eine hart arbeitende Mutter mit zwei Kindern ahnt noch nicht, dass ihr Leben schon bald durcheinander gewirbelt wird, Eyas macht sich an die Aufklärung eines Mordes. Und die Archivarin Isabel versucht das Wissen der Menschheit weiter zu geben.

 

Wer sich an die Geschichten von Becky Chambers wagt, wird eines feststellen. Die Autorin erzwingt keine Action und Dramen bleiben bei ihr auf einem realistischen Niveau denn ihr liegt mehr die Social Fiction am Herzen. Sie erforscht durch Einzelschicksale, wie eine futuristische Gemeinschaft funktioniert, wann und ob Menschen irgendwann genug davon haben und wie sich diese weiter entwickelt.

Das Leben auf den Generationenschiffen mag zwar ein ideales Sozialsystem widerspiegeln, immerhin ist für alle und jeden gesorgt, man braucht kein Geld und kann bis zu einem gewissen Grad seinen Neigungen folgen – aber es gibt natürlich auch Grenzen, gerade was die Individualität betrifft. Und nicht zuletzt bricht auch die Eigenart des Menschen durch, bestimmte Leute zu bewundern.

Die einzelnen Schicksale werden akribisch geschildert, es gibt immer wieder Berührungspunkte, aber die Helden beeinflussen sich nicht sonderlich und es entwickeln sich auch keine romantischen Beziehungen. Die sind absolut kein Thema, dann schon eher Freundschaft und Gemeinschaftsgeist.

Die Spannung bleibt daher auf einem niedrigen Niveau, ist aber trotzdem vorhanden, denn es macht Spaß, den Lebensweg der verschiedenen Helden zu verfolgen und mit ihnen wichtige Entscheidungen für ihr Leben zu treffen. Auch hat die Geschichte einen optimistischen Unterton, was in der Science Fiction im Moment doch eher selten ist, weil viele Autoren lieber auf heftige Konflikte setzen, oder den für die Menschheit eher unangenehmen Kultur-Clash mit Außerirdischen.

 

Fazit:

»Unter uns die Nacht« ist Science und Social Fiction mit einem positiven Unterton, wie man ihn heute nur selten findet. Becky Chambers gelingt es auch in dieser Facette ihres »Wayfarer«-Universums wieder einmal der Zukunft einen liebenswerten und schönen Unterton zu geben, ohne das gleich der mahnende Zeigefinger gehoben oder die negativen Seiten menschlichen Verhaltens extrem heraus gekehrt werden.

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Eure Meinung:

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Buch:

Unter uns die Nacht

Reihe: Wayfarer Band 3

Original: Record of a Spaceborn Few: Wayfarers 3, 2018

Autorin: Becky Chambers

Taschenbuch, 462 Seiten

Fischer TOR, März 2019

Übersetzung: Karin Will

 

ISBN-10: 3596702623

ISBN-13: 978-3596702626

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B07JN5F2Q2

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition

Weitere Infos:


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Erstellt: 10.04.2019, zuletzt aktualisiert: 10.04.2019 11:19