Nicht zuletzt sein den Hunger Games und der Divergent-Reihe sind Dystopien aus der Jugendliteratur nicht mehr weg zu denken, geben sie doch jungen Helden den Raum, um ihre Freiheit zu kämpfen und dabei dramatische Abenteuer zu erleben. Dabei wird mittlerweile auch nicht mehr viel schöngeredet, wie Us Dark View andeutet.
Khalani Kanes lebt seit ihrer Geburt in einer unterirdischen Stadt. Sie hat noch nie das Tageslicht gesehen und ihre Eltern durch das tyrannische System einiger mächtiger Männer verloren. Und nun wird sie selbst wegen einer Nichtigkeit festgesetzt und verurteilt.
Sie soll im Gefängnis sterben – und tatsächlich hat dieses, dass mehr oder weniger Arbeitslager ist, noch nie jemand verlassen. Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer am Horizont in Gestalt des Wächters Takeshi Steele.
Die Autorin bietet all das, was zu diesen Geschichten gehört. Die Heldin wächst in einem repressiven System auf, in dem eine kleine Elite und ihr Anführer tyrannisch über die einfachen Menschen herrscht, die kaum über die Runden kommen.
Aufstände wurden und werden grausam niedergeschlagen, jeder der in irgend einer Form aufmuckt und sei es nur, indem er oder sie verbotene Schriften mit sich trägt, der landet mehr oder weniger schnell im Gefängnis, so wie die Heldin selbst.
Und dort wird sie natürlich erst einmal untergebuttert und grausam behandelt. Die Gewalt bleibt allerdings auf einem jugendfreien Niveau, das trifft auch auf die angedeuteten sexuellen Nötigungen zu.
Und wie man sich denken kann, trifft sie natürlich schon bald auf die richtigen, die selbst in diesem Gefängnis den Widerstand organisieren. Damit es spannend bleibt, ist ihr Gegenpart ein Mann, dem sie nicht unbedingt trauen kann und sollte.
So wird eine Handlung abgespult, die sich trotz einiger Eigenarten seltsam vertraut anfühlt, weil sich die Autorin mehr oder weniger bekannter Versatzstücke bedient und auch die Figuren anfangs wie Archetypen wirken. Dennoch gibt es gelegentlich ein paar nette Überraschungen und zum Ende auch Entwicklungen, die neugierig auf die Fortsetzung machen.
Der Sci-Fi-Anteil dient allerdings in erster Linie dazu um Atmosphäre zu schaffen, die Erklärungen, die für Genre-Fans normalerweise geliefert werden, fehlen allerdings.