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Valerian der Söldner von Michael Sullivan

Rezension von Christel Scheja

 

Michael Sullivan ist das Pseudonym von Klaus Michael Vent. Er benutzte es Anfang der 1980er Jahre im Heftroman-Bereich. Damals erschien auch „Valerian der Söldner“ als Dreiteiler in der Reihe „Terra Astra“. Die hier vorliegende Ausgabe präsentiert eine um die damals gekürzten Szenen erweiterte und vom Autor selbst überarbeitete Ausgabe.

 

Ajani ist die Herrscherin des kleinen Reiches „Beaulieu“ auf der ehemaligen terranischen Kolonie Scylla, die durch viele Jahre der Abgeschiedenheit in einen eher mittelalterlichen Status zurückgefallen ist. Nun wird ihre Heimat von dem ebenfalls menschlichen Reich Steinwald unter dessen Herrscher Drakkar bedroht.

Normalerweise wäre das ein planeteninterner Konflikt, in den sich die terranische Föderation nicht einmischen sollte, aber die junge Frau bittet trotzdem beim Militär um Hilfe, wird ihr Gegner doch von einem vordergründig nach Bodenschätzen suchenden intergalaktischen Konzern unterstützt.

Obwohl sie hartnäckig bleibt, gesteht man ihr am Ende nur einen Mann zu – Valerian einen Raufbold und Unruhestifter, den man lieber heute als morgen loswerden möchte.

Der ist überrascht, dass Ajani bereit zu sein scheint, ihm eine Chance zu geben und stürzt sich nach erstem Zögern in das Abenteuer, das mit so mancher Überraschung aufwartet. Nicht nur, dass er sich Respekt unter den Einheimischen verschaffen muss, die alten ehrenhaften Traditionen folgen und nichts mit Schusswaffen anfangen können, ihm ist auch einer seiner schärfsten Gegner bestens bekannt.

 

Auch wenn der Text überarbeitet wurde, so kann „Valerian der Söldner“ doch seine Wurzeln nicht verleugnen. Es handelt sich hier um ein actionreiches, auf Unterhaltung angelegtes Sci-Fi-Abenteuer voller Klischees und archetypischer Wendungen.

Deshalb sollte man auch keine ausgearbeiteten Charaktere mit Ecken und Kanten erwarten. Zwar hat Valerian auch seine Vorgeschichte, aber im Großen und Ganzen entspricht der den kernigen Actionhelden, die in dieser Zeit die Kinoleinwände bevölkerten – strategisch versiert und trickreich, ein harter Hund, der gelegentlich auch seinen weichen Kern hervorblitzen lässt.

Die Prinzessin/Herrscherin ist zwar sehr selbstbewusst, muss sich aber dennoch immer wieder retten lassen, wenn es darauf ankommt und wird schließlich zum Love-Interest des Helden. Und natürlich gibt es auch einen Rivalen, mit dem sich der Held erst zusammenraufen muss ehe er ihn vielleicht „Freund“ nennen kann und will.Auch die Gegner bieten keine Überraschungen. Bis auf einen bleiben sie eigentlich mehr oder weniger gesichtslos und dienen in erster Linie als Kanonenfutter.

Der Text ist flott geschrieben, konzentriert sich auf das Wesentliche und reißt immer einmal wieder den Hintergrund an, um das exotische Setting plastisch zu machen und ihm Leben einzuhauchen, aber auch die Handlung in die richtigen Bahnen zu lenken.

 

Letztendlich wird man am ehesten einen Spaß haben, wenn man „Valerian der Söldner“ als das sieht, was es ist, kurzweilige Unterhaltung im Stil der Pulp-Abenteuer der 1930er Jahre, leicht modernisiert, aber immer noch mehr auf die spannende Action ausgerichtet, als auf einen komplexen Hintergrund oder Charakterentwicklung.

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Eure Meinung:

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eBook:

Valerian der Söldner

Autor: Michael Sullivan

Taschenbuch, 290 Seiten

Atlantis Verlag, Dezember 2012

Titelbild : Allan J. Stark

Innenillustrationen: Beate Rocholz

 

Kindle-ASIN: B00AV0JSY8

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 18.06.2014, zuletzt aktualisiert: 31.08.2021 16:30