Vampirblut

Autor: Steffi Hielscher

 

1. Erste Begegnungen

 

Die kleine Stadt Midgwen war nur spärlich durch einige Fackeln an den Wänden der Häuser erhellt worden. Der Wind lies die Schatten in einem gespenstischen Tanz erscheinen. Um diese Uhrzeit war kein Mensch mehr auf den Straßen. Trotzdem waren die dunklen Gassen nicht verlassen. Merkwürdige, in dunkle Capes gehüllte Gestalten bewegten sich in ihnen. Ihre Bewegungen waren elegant und ruhig. Da fiel ein Mädchen zwischen den schlanken hochgewachsenen Gestalten auf. Es eilte in panischer Hast durch die dunklen Wesen. In ihrem Gesicht stand die nackte Angst geschrieben und lüsterne Blicke folgten ihrem Lauf.

Magdalena saß eine panische, grausame Angst im Nacken. Sie war lebensmüde sich um diese Zeit auf den Straßen zu bewegen, doch ein böses Versehen erlaubte es nicht anders. In einem Moment der Unachtsamkeit, stieß sie gegen jemanden. Die Person drehte sich um und Magda erkannte einen Jungen, dem Aussehen nach nur wenige Jahre älter als sie.

"Entschuldigung! Tut mir leid!"

Der Junge schaute sie nur verwirrt an, in seinem Blick lag Trauer und Angst. Da trat aus einem dunklen Schatten ein etwas älterer, gutaussehender Mann hervor. Er legt einen Arm um Magda und sprach zu dem Jungen ihr gegenüber:

"Was ist? Warum nimmst du sie nicht? Ist sie dir nicht gut genug? Sie ist jung, gesund und voller Leben!"

Nachdem von dem Jungen keine Antwort kam, fuhr der Mann an Magda' s Seite fort:

"Nun gut Raphael, wenn du sie nicht willst... Ich nehme sie gern!"

Da fuhr Raphael auf:

"Nein nicht! Können wir nicht jemand anderen nehmen?"

Magda lief es eiskalt den Rücken herunter, eine Stimme flüsterte in ihrem Kopf, dass sie es hier wohl mit der schlimmsten Bedrohung der Stadt zutun hatte.

Sie fühlte, das der Mann neben ihr wütend wurde. Langsam hob Magda ihren Kopf und schaute nach oben. Was sie im Gesicht des Vampirs entdeckte, erschreckte sie zutiefst. Inzwischen waren die Eckzähne deutlich sichtbar, die Pupillen hatten sich gelb verfärbt und sahen unheimlich starr aus. Entsetzt wich Magda einen Schritt zurück. Sie versuchte es zumindest, denn der Vampir verstärkte seinen Griff um ihre Schulter noch.

"Nein nicht sie! Die nächste nehme ich, versprochen!"

"Wir können sie nicht gehen lassen, sie weiß das wir Vampire sind. Sie muss sterben, warum soll ich mir dann nicht gleich einen Schluck genehmigen?"

Plötzlich trat Raphael vor, stieß den Vampir nach hinten und rief Magda zu:

"Los verschwinde!"

Magda nickte dankbar.

"Danke! Ich werde nichts sagen! Wirklich vielen Dank!",

sagte sie atemlos.

Dann rannte das Mädchen voller Angst davon.

Zuhause angekommen schloß sie mit wild klopfenden Herzen die Tür und lehnte sich dagegen. Ihr Atem ging so schnell, dass sie glaubte ihre Lungen würden platzen. Nur mühsam wurde ihr Atem ruhiger, doch Magda zitterte noch am ganzen Körper. Ihre Fingerspitzen waren eiskalt. Jetzt erst wurde ihr bewußt, wie nahe sie dem Tod eigentlich gewesen war. Wenn der junge Vampir sie nicht gerettet hätte, wäre sie tot. Doch da stellte sich ihr die Frage, warum! Warum hatte dieser Raphael sie gerettet, wenn er doch auch ein Vampir war?

Magda setzte sich in die verlassene Küche, dort starrte sie ins Leere. Magdalena' s Eltern waren bei einem Überfall gestorben. Sie war damals 12 Jahre. Da sich keiner um sie kümmerte, wohnte sie seit ihrem 13 Lebensjahr allein. In ihrem Kopf spukte noch immer der Gedanke herum, dass sie zum ersten Mal seit 5 Jahren dem Tod wirklich nahe gewesen war. Obwohl in dieser Zeit niemand auf sie geachtet hatte, war ihr nichts passiert. Ihre Jugend war ruhig und ohne Gefahren verlaufen. Jetzt mit 17 ½ Jahren war Magdalena, benannt nach ihrer geliebten verstorbenen Großmutter, eine natürliche Schönheit. Die damals sehr kurzen abstehenden Haare glichen jetzt einem schwarzen seidenen Umhang, der ihren Rücken bedeckte. Die Augen, welche zu Lebzeiten der Eltern noch in einem funkelnden grün geleuchtet hatten, wirkten nun traurig und sehr alt. Nur in seltenen Moment leuchteten sie noch, wie damals.

Magda war ständig müde und erschöpft durch die anstrengende Arbeit, die eigentlich viel zu schwer für ihr Alter war. Trotz des Schreckens, der noch immer tief in ihr saß, legte sie sich nach einer kargen Mahlzeit ins Bett.

Innerhalb weniger Sekunden war sie eingeschlafen. Der Traum in dieser Nacht war alles andere als angenehm. Magdalena' s Seele musste mit dem grausamen Schrecken erst fertig werden.

Am nächsten Morgen erwachte sie schweißgebadet und mit panischem Blick. Ein Blick auf die alte Uhr, sagte ihr, dass sie zu spät zu ihrer Arbeit kommen würde. Hektisch stand sie auf, schlang ein fast hartes Brot hinunter und stürmte die nun von Menschen besiedelten Straßen entlang. Auf ihrer Arbeit angekommen, bekam sie erst einmal Ärger mit ihrer Chefin. Dann fing die Arbeit für sie an.

 

 

2. Der zweite Kontakt

 

Am Abend lief sie völlig erschöpft nach Hause. Da sie am Vormittag zu spät erschienen war, musste sie länger arbeiten. Magda gefiel das gar nicht, zu groß war die Angst vor einem ähnlichen Erlebnis, wie am vorigen Abend. Doch sie musste sich fügen, sonst hätte sie ihre Arbeit verloren. Eilig rannte sie diesmal durch die Straßen. Auf ihrem Weg trat sie plötzlich in eine Pfütze. Magda sprang zurück und wunderte sich im gleichen Moment, denn es hatte seit Tagen nicht geregnet. Woher sollte also die Pfütze stammen? Langsam ließ sie sich in die Hocke sinken und tauchte vorsichtig einen Finger in die dunkle Flüssigkeit am Boden. Sie bemerkte, dass es kein Wasser war, denn dafür war es zu dunkel. Prüfend hob sie den Finger mit der dunklen Flüssigkeit dicht an ihre Augen.

Diese weiteten sich vor Entsetzen. Blut! Die Flüssigkeit am Boden war dunkles Blut. Magda fühlte, wie Übelkeit in ihr aufstieg. Halt suchend griff sie nach der Hauswand neben ihr. Doch sie rutschte ab. Die Wand war ebenfalls mit Blut besudelt. Magda schlug sich eine Hand vor den Mund, sie atmete das Kohlendioxid tief ein, um die Übelkeit zu verdrängen. Dann öffnete sie die Augen und schaute sich in der Umgebung um. Ihre Pupillen weiteten sich bei dem Anblick, der sich ihr bot. Rund um sie war alles rot. Eine breite Blutspur zog sich vor ihr hin. Die Wände, Wagen und anderen Geräten um sie herum waren betupft mit Spritzern der roten Lebensflüssigkeit. Aber sie sah auch unregelmäßige rote Handabdrücke. Irgend jemand war hier gestorben aber das garantiert nicht schnell und schmerzlos. Zitternd vor Angst und Entsetzen ging Magda den tödlichen Spuren nach. In ihrem Hals hatte sich ein dicker Knoten gebildet. Sie kniff die Augen zusammen und erkannte etwas verschwommen vor sich in der Dunkelheit. Langsam ging sie darauf zu. Ihr Schritt beschleunigte sich erst, als sie eine Person erkannte und auch bemerkte, dass diese Person noch lebte. Jetzt eilte sie auf sie zu. Bei der verletzten Person angekommen, sank sie in die Knie. Dabei berührte sie etwas neben sich. Verwundert griff Magda danach und zog es zu sich. Da sie nichts sah, stand sie auf und nahm von einer der Häuserwände eine der Fackeln. Damit kehrte sie zu der verletzten Person zurück. Der Schein erhellte nun diese Person und auch die unmittelbare Umgebung. Mit einem lauten Schrei ließ Magda die Fackel fallen. Als der Feuerschein die Umgebung in Licht hüllte, sah sie in diesem Moment die Leiche einer Frau. Die Augen waren weit aufgerissen und die Augäpfel schienen fast aus den Höhlen zu quellen, aus den Mundwinkeln lief Blut, im Hals klaffte eine große tiefe Wunde. Langsam, ganz langsam hob Magda die Fackel wieder. Sie atmete tief ein und trat zu dem Leichnam der Frau. Mit dem Fuß drehte sie diese um. Hätte sie das nur nicht getan. Der Körper der Frau sah aus, als hätte ihn jemand mit einem großen Fleischermesser bearbeitet. Aus allen erdenklichen Adern lief Blut, die Brüste der Frau waren zerfleischt und überall waren kleine rote Punkte zu erkennen. Das machte Magda klar, dass dieser grausame Mord den Vampiren zu zuschreiben war. Sie würgte leise, doch da sie nichts im Magen hatte, kam auch nichts heraus. Doch dann fiel ihr der Verletzte wieder ein. Sie beugte sich zu ihm und drehte ihn auf den Rücken, in der Erwartung ein ähnliches Gemetzel zu sehen.

Der junge Mann war zwar schwer verletzt, doch keinesfalls so übel zugerichtet, wie die Frau. Magdalena hielt die Fackel zu dem Gesicht des Mannes. Sie stöhnte entsetzt auf, als sie es erkannte. Es war der Vampir vom letzten Abend, dessen Name Raphael war. Er erkannte sie ebenfalls und versuchte sich auf zurichten. Bitter fragte Magda:

"Warst du das? Ist das der Ersatz für mich?"

Der Vampir schüttelte schwach den Kopf und versuchte etwas zu sagen. Da Magda nichts verstand, hielt sie ihren Kopf näher an seinen Mund.

"Ich.. ich war das nicht! Es.. es ist.."

Seine Worte gingen in einem qualvollen Hustenanfall unter.

Jetzt erfaßte Mitleid Magda, obwohl sie wußte, das sie ihn eigentlich töten müsste. Vampire waren wie die Pest, schlimmer als jede Rattenplage in der Stadt. Vorsichtig legte sie einen Arm unter seinen Kopf und hielt ihn hoch. Dann faßte sie einen Entschluß, ob er nun klug war oder nicht.

"Los komm hoch! Ich kann dich ja nicht hier liegen lassen!"

Raphael quälte sich hoch und ging mit Magda, von ihr gestützt, die Straße entlang. Schaudernd kehrte das Mädchen der zerfleischten Leiche der Frau den Rücken zu. Bei sich Zuhause angekommen, schloß sie mit einer Hand geschickt die Tür auf. Drinnen bugsierte sie den Vampir auf die alte Couch. Dann rannte sie in die Küche und besorgte dort Verbände, Salben und frisches Wasser. Als sie zurück in ihrem Wohnzimmer war, lag Raphael mit geschlossenen Augen da. Für einen Moment dachte sie er wäre tot. Doch dann fiel ihr ein, dass er erstens ein Vampir war und somit schon tot war und zweitens ein Vampir, eben weil er tot war keinen Atem mehr hat. Wie zum Beweis schlug Raphael die Augen auf und sah sie verwirrt an. Magda schnitt die spärlichen Überreste des Hemdes durch und legte den Oberkörper frei. Auf ihm waren viele blutige Kratzer und Schrammen. Es sah ganz so aus, als hätte der Jemand, der sich an der Frau ausgelassen hatte, es auch hier versucht. Aber das ergab in Magda' s Kopf keinen Sinn, schließlich war er schon tot. Vorerst hatten die schweren Verletzungen jedoch Vorrang. Magda behandelte jede einzelne Wunde. Da fiel ihr auf, dass es doch hieß, nichts könnte einem Vampir etwas anhaben. Oh sie würde eine Menge Fragen stellen müssen!

Endlich war auch die letzte Schramme behandelt und der letzte Kratzer versorgt.

Mit einem erleichtertem Seufzer sank der Vampir zurück in die Kissen. Sein verunziertes Gesicht wirkte unendlich müde. Magda beschloß ihn erst schlafen zu lassen und ihn dann mit ihren Fragen zu überhäufen.

Jetzt erst spürte sie ihre eigene Müdigkeit. Erschöpft legte sie sich auf das Bett. Der Schlaf in dieser Nacht war für sie jedoch keineswegs erholsam. In ihren Träumen wurde sie von dem schrecklichen Anblick der Frau eingeholt. In grotesken Bewegungen tanzte die Frau vor ihr. Mit schriller Stimme kreischte sie immer wieder:

"Deine Schuld! Alles deine Schuld!"

Mit einem Ruck setzte Magda sich auf. Ihr war schlecht und in ihrem Kopf schien sich ein Preßlufthammer einquartiert zu haben, so schlimm hämmerte es in ihm. Ein Blick auf ihre Uhr ließ sie in die Kissen zurück sinken. Wieder verschlafen!

Heute fühlte Magda sich jedoch absolut nicht in der Verfassung irgendwohin zugehen.

Erst in diesem Moment fiel ihr der "Gast" in ihrer Wohnstube wieder ein. Mit einem Satz war sie, trotz der quälenden Kopfschmerzen, auf den Beinen. Leise schlich sie zu der Couch. Für einen Moment hatte sie Angst der Vampir wäre vielleicht verschwunden.

Doch Raphael lag ruhig in den Kissen. Das Gesicht war bleich, was hier aber keinen Grund zur Sorge gab.

Sorgfältig zog Magda die Vorhänge zu, denn spätestens am Mittag würde die Sonne voll auf den Vampir scheinen.

Leise setzte Magda sich auf einen Sessel direkt gegenüber der Couch. Jetzt fand sie Zeit sich den Vampir genau anzusehen.

Ganz so jung, wie sie es vermutet hatte, war Raphael wohl doch nicht. Das schloß sie aus seiner Kleidung. Die war schon seit einigen Jahren aus der Mode. Angenehm fiel ihr der Haarschnitt auf. Nicht diese langen, modisch genannten, Zotteln. Die Haare waren ziemlich kurzgeschnitten und einige Strähnen fielen in seine geschlossenen Augen, die ihrer Vermutung nach von einem sehr dunklen braun sein müßten.

Ein seltsames Gefühl machte sich in ihr breit und erwärmte ihr Herz. Immer stärker wurde das Bedürfnis diesen Vampir bei zustehen.

Mit diesem Gefühl versuchte Magda noch einmal zu schlafen, um ein wenig Energie zu gewinnen. Tatsächlich schlief sie ein. Diesmal traumlos.

 

3. Antworten auf Fragen

 

Magda wachte von einem heftigem Scheppern auf. Hastig fuhr sie aus ihrem Bett auf und schmiß dabei den Wecker vom Nachttisch. Wieder ein Klirren.

Magda sprang förmlich aus dem Bett und rannte in die Küche. Was sie dort erwartete, lies sie erst einmal verblüfft stehen bleiben. Vor ihr stand Raphael, nackt bis auf ein Laken um den Unterleib. Auf den Boden um ihn herum lagen die blutgetränkten Verbände verteilt, welche er sich selbst von den Wunden gerissen hatte.

Nebenbei registrierte sie, dass sie mit ihrer Vermutung, was die Augenfarbe angeht, recht gehabt hatte.

"Sag mal was soll das werden?",

fragte sie schließlich. Der Vampir zuckte zusammen und antwortete dann leise, fast schüchtern:

"Entschuldige ich wollte nichts kaputt machen."

"Das meine ich nicht. Warum hast du die Verbände abgemacht? Wie sollen da die Wunden überhaupt heilen?"

Mit einem tiefen Seufzer holte sie aus dem Erste Hilfe Kasten ein paar Mittelchen heraus, dann bedeutete sie Raphael ihr zu folgen. Brav setzte er sich auf die Couch. Als Magda mit dem Tupfer eine der Wunden berührte, stöhnt er schmerzerfüllt auf. Behutsam aber gründlich reinigte sie die Wunden erneut, dann lehnte sie sich zurück und schaute den Vampir ernst an.

"So nun will ich ein paar Antworten!"

Raphael nickte.

"OK ich denke das bin ich dir schuldig!"

"Also zuerst will ich wissen was da passiert ist. Mit dir und... und der.. der Frau oder dem was von ihr übrig war."

Raphael atmet tief ein und aus, dann fängt er zögernd an zu erzählen.

"Na ja.. es begann eigentlich schon kurz nach unserer ersten Begegnung. Nachdem ich dir geholfen hatte, wurden einige Vampire richtig sauer auf mich. Ich bin erst seit kurzem ein Vampir und das nicht freiwillig.

Ich wußte, dass mich eine Strafe erwarten würde. Du solltest mein erstes Opfer sein, damit ich beweisen kann, dass ich fähig bin zu überleben. Aber ich.. ich wollte nicht. Danach wurde es richtig ungemütlich. Ich bin ebenfalls geflohen aber in der nächsten Nacht haben sie mich kurz nach Sonnenuntergang erwischt.

Sie haben eine Frau angeschleppt und redeten über meine Bestimmung zu töten. Dann haben sie genau vor meine Augen diese Frau auf grausame Art abgeschlachtet.

Ihre restliche Wut haben sie dann an mit ausgelassen. Tja ich schätze ich verdanke dir mein Leben. Wenn mich die Sonne nicht verbrannt hätte, hätten sie mich heute Nacht wohl endgültig fertig gemacht."

Magda lächelte leicht.

"Das ist schon in Ordnung. Ich stand ja schließlich in deiner Schuld. Jetzt zu meiner nächsten Frage! Es heißt doch, man kann Vampiren, außer mit Feuer und Pflöcken, nichts anhaben. Aber deine Wunden sind ziemlich übel."

Raphael nickte mit verzerrtem Gesicht.

"Das stimmt auch, aber", wand er ein, "Es gibt auch Ausnahmen. Wenn ein Vampir von anderen angegriffen wird, dann kann er durchaus verletzt werden. Er wird dann so verletzlich, wie ein normaler Mensch. Eine dumme Ausnahme."

"Ah ja.. und was passiert jetzt?"

Raphael zuckte die Schultern:

"Ich werde dich nicht weiter stören und werde mir irgendwo einen Unterschlupf suchen!"

Magda schaute den Vampir verblüfft an, etwas hilflos hob sie ihre Hand.

"Moment mal! Heißt das du willst jetzt einfach so verschwinden?"

Die feinen Gesichtszüge des Vampirs verspannten sich, kurz blitzten die weißen Eckzähne auf, als ein zögerndes Lächeln seine Züge erhellte. Zögernd aber auch verwirrt.

"Nun ja, was soll ich deiner Meinung nach machen? Wenn sie mich hier finden, bist du in größerer Gefahr, als ich! Und... ich möchte nicht das dir etwas passiert! Wir sehen uns sicher ab und zu mal wieder!"

Magda brachte keinen Ton mehr heraus. Wie gern würde sei sagen: Bleib hier! Lass mich nicht allein in dieser stillen Wohnung!

Aber Magdalena wußte, dass sie ein Wesen der Nacht nicht zwingen konnte.

Langsam stand sie auf. Der dadurch entstandene Größenunterschied verschwand, als Raphael sich zu seiner vollen Größe erhob. Seine breiten Schultern verdunkelten das Licht. Für einen besonders intensiven Moment verspürte Magda das Bedürfnis sich an seine breite Brust zu werfen und endlich einmal das Gefühl zu haben, beschützt zu sein.

Mit Mühe unterdrückte sie dieses Gefühl und ging mit wackligen Schritten zur Tür. Raphael folgte ihr, dann standen sie, getrennt von der Türöffnung voreinander.

Magda schluckte,

"Gut, dann... sehen wir uns ja vielleicht mal wieder!"

Raphael nickte nur stumm, er wand sich plötzlich abrupt ab und verschwand in der Dunkelheit.

Noch eine Weile blickte das junge Mädchen in die Finsternis, obwohl der Vampir längst nicht mehr zu sehen war.

Mit einem langgezogenem Knarren schwang die Tür nach einem Stoß von Magda ins Schloß. Mit einem letzten "Klack" wurde Magda zurück in ihre alte Einsamkeit gebracht.

Raphael huschte geduckt und vorsichtig durch die Nacht. Seine Gedanken jedoch waren noch voll bei Magda. Ihr trauriges Gesicht bei seinem Abschied hatte ihn seltsam berührt.

Dann konzentrierte er sich jedoch so gut es ging darauf nicht entdeckt zu werden.

Obwohl die Dunkelheit ihn schützte, waren seine Feinde ebenfalls vertraute der Nacht.

Endlich erreichte er die alte Scheune, in der er als kleines Kind oft gespielt hatte. Das war schon lange her, aber seine Erinnerung daran war noch frisch. Fast hörte er das Lachen seiner Freude, als sie von oben in das frische Heu sprangen.

Ein wehmütiger Seufzer entrang sich seinen Lippen. Seine Kindheit war unbeschwert und fröhlich gewesen.

 

4. Die Geburt eines neuen Vampirs

 

In seiner Schulzeit war er der Schwarm vieler Mädchen gewesen, der König auf vielen Festen und er hatte eine blühende Zukunft vor sich gehabt.

Dann an einem Abend war er leicht angetrunken, mit einem hübschen Mädchen am Arm, nach Hause gelaufen. Da stand vor ihm plötzlich die atemberaubendste Frau, die er je gesehen hatte. Aus dem tiefen Dekolleté hatte sich ein voller Busen gehoben. Lange, pechschwarze Haaren hüllten ein blasses Gesicht von perfekter Schönheit ein. Die blutroten Lippen riefen geradezu danach von ihm geküsst zu werden. Raphael vergaß das Mädchen an seiner Seite fast augenblicklich und schaute die fantastische Frau vor sich betört an.

Langsam hob diese die Hand und winkte ihm verführerisch mit einem Finger zu. Nur zu gern folgte er dieser Aufforderung.

Damals hatte sie ihn genau zu dieser Scheune geführt.

Bis damals hatte er noch nie einen so sinnlichen Kuss bekommen. Dann waren die Lippen der Frau zu seinem Hals gewandert.

Als wäre es gestern gewesen, erinnert sich Raphael daran, wie er seine Hand vor Ekstase in das prächtige Haar der Frau gekrallt hatte. Der scharfe Schmerz beim Eindringen der Zähne in seinen Hals, war ihm vor Erregung entfallen. Er spürte nur ihren Busen an seiner Brust und die blutroten Lippen an seinem Hals.

Aus verschleierten Augen sah er ein dünnes Blutrinnsal an seinem Hals hinunter über sein weißes Hemd laufen.

Der Schock und die Angst, die er in diesem Moment gefühlt hatte, würde er nie vergessen. Fast bewußtlos lies die Fremde ihn ins Heu zurück sinken.

Ihr Gesicht war schrecklich entstellt, die Augen leuchteten gelb und aus dem Mund schoben sich spitze Zähne hervor, von denen das Blut tropfte.

Ihre Stimme klang eiskalt, als sie zu ihm sagte:

"Na hast du genug gehabt? Ich könnte dich verbluten lassen, oder ich trinke dich bis zum letzten Tropfen aus. Ich lasse dir noch eine Wahl! Willst du sterben, oder... willst du für immer jung bleiben und leben? Entscheide dich und sage mir deine Antwort!"

Mühsam versuchte Raphael damals die Worte zu formen:

"Ich.. will leben!"

Kaum mehr als ein Flüstern verließ seine Kehle.

Nie würde er das hämische Grinsen des Vampirs vergessen, als sie sagte:

"Was hast du gesagt? Sprich lauter, ich kann dich nicht verstehen!"

Mehrmals versuchte er dies und jedesmal wollte das Wesen der Nacht es lauter hören.

Seine Zeit wurde knapp und mit letzter Kraft sagte er laut und deutlich:

"Ich will leben!"

Ein durch und durch zufriedenes Lächeln verzog die Lippen der Frau, deren Gesicht wieder die vollkommene Schönheit, wie zuvor hatte.

Langsam beugte sie sich zu ihm. Mit einem Fingernagel drückte sie auf ihre Schlagader an der Hand und mit einem knackenden Geräusch ritzte sie diese auf. Sofort floss die rote Flüssigkeit heraus. Dann hielt sie den tropfenden Arm nahe an Raphaels Lippen und ließ das Blut auf seine Lippen tropfen. Fast gierig schluckte er es, griff mit seinen Händen sogar nach ihrem Arm und saugte gierig an der offenen Ader.

Nur mit Mühe konnte der Vampir ihm den Arm entreißen. Ihr Gesicht war vor Schmerz verzerrt.

Im gleichen Moment jedoch explodierte in seinem Körper ein so mächtiger Schmerz, dass er laut heraus schrie. Es schien ihm, als würde er von innen verbrennen. Sein Herz schien so schnell zu schlagen, dass es nur noch ein dumpfes Vibrieren war.

Seine Augen schienen aus den Höhlen zu quellen und sein Körper wand sich in einem Krampf auf dem Boden.

Hilfesuchend streckte er eine Hand nach der Frau aus. Sie lächelte nur abfällig.

"Keine Angst! Das gehört dazu! Du stirbst! Um ein Vampir zu werden stirbt dein Körper. Es ist, zugegeben, etwas schmerzhafter, als der normale Tod. Aber dafür erwartet dich danach ewige Jugend und ewiges Leben!"

Mit einem letzten unglaublich lauten Schrei bäumte er sich auf.

Nach diesem Todeskampf lag sein Körper nun völlig starr am Boden. Nach einer endlosen Weile richtete Raphael sich schließlich auf. Er betrachtet die Welt um sich plötzlich mit völlig neuen Augen. Die Nacht hat ihre sonst so beängstigende Dunkelheit verloren.

So war er in dieser Scheune vor fast 50 Jahren ein Vampir geworden.

Seit dem hatte er viel Leid erlebt, nicht bei sich selbst, aber bei seiner Familie, seinen Freunden.

Aber auch er selbst hatte viel aufgegeben. Seinen Berufswunsch und, was viel wichtiger war: die Schönheit des Tages.

Nie wieder würde er die offenen Blüten einer Blume bewundern können, nie mehr den überwältigenden Anblick eines Sonnenaufgangs oder eines Sonnenuntergangs.

Das Wasser glitzerte in der Nacht nicht so frisch und klar für ihn, wie am Tage.

Selbst Kleinigkeiten, die einem Sterblichen inzwischen alltäglich erschienen, waren jetzt unglaublich kostbar nur noch in seiner Erinnerung verwahrt.

Etwas heißes tropfte auf seine Hand. Erstaunt hob er sie dicht vor seine Augen. Tränen!

Verwirrt wischte Raphael sich über die Augen.

Tatsächlich: er weinte!

Durch diese Begegnung mit einer Sterblichen, war seine Erinnerung an all das verlorene wieder gekommen. Seine Vergangenheit hatte ihn, hier am Ort seiner Geburt als Vampir, eingeholt. Es schmerzte irgendwo tief in ihm.

Der junge Vampir trat hinaus in die Nacht. Mit tränenblinden Augen starrte er hinauf zu der hellen silbernen Sichel des Mondes. Er vermißte den goldenen Glanz der Sonne, die warm auf seine Haut schien und die gelegentlichen Schatten, geworfen von fliegenden Vögeln hoch über ihm.

Immer ferner rückte die Erinnerung an den Tag und seine zahlreichen Schönheiten.

Eine tiefe Verzweiflung steigt in ihm auf und die Tränen schienen ihm den Hals zu zuschnüren.

Da ertönte eine Stimme hinter ihm:

"Na sieh mal einer an! Unser ach so tapferer Vampir kann heulen, wie ein Kleinkind!"

Wütend dreht Raphael sich zu der hämischen Stimme um.

Vor ihm war aus der Dunkelheit Louis aufgetaucht. Bis jetzt war er der Einzige gewesen, der zu Raphael gehalten hatte. Noch bevor Raphael zu einer wütenden Antwort ansetzen konnte, unterbrach Louis ihn:

"Reg dich ab! Du steckst in ernsten Schwierigkeiten! Statt herum zu heulen, solltest du dir lieber ein neues Versteck suchen! Du hast Glück das deine Erzeugerin vernichtet wurde und so, außer mir, keiner diesen Ort hier kennt!"

Die Stimme des 300 Jahre alten Vampirs wird freundlicher und sanft:

"Aber jetzt erzähl erst mal, was los ist!"

Wer glaubt, dass es unter Vampiren keine Emotionen gab, der irrte gewaltig. Auch unter dieser Gruppe herrschten Gefühle wie Hass und Liebe.

Louis war für Raphael zum Vater geworden, zu einem Vampir dem er wirklich trauen konnte.

Erst zögerlich, dann aber immer offener erzählt Raphael von seiner Begegnung mit Magda und von dem Sturm der Gefühle, der ihn danach eingeholt hatte.

Der ältere Vampir hört geduldig und teilweise auch verständnisvoll zu.

Louis lässt eine Weile nach Raphaels letzten Worten schweigend vergehen. Dann spricht er mit leiser Stimme:

"Es ist natürlich, dass die ganzen Erinnerungen zurück gekommen sind! Durch deine Begegnung mit einer Sterblichen wurdest du daran erinnert, was sie jeden Tag sehen kann aber du nie mehr! Glaub mir in meinen ersten 100 Jahren als Vampir habe ich auch viel um die alte Zeit getrauert und mir gewünscht wieder Mensch zu sein. Aber du musst dir klar machen, dass das nicht möglich ist. Nie mehr!"

Mit sanfter, tröstender Stimme fuhr er fort:

"Die Nacht hat auch ihre schönen Seiten! Und denk immer an das kostbarste am Vampirsein! Du wirst die Zukunft erleben! Das wovon andere nur träumen kannst du sehen! Wie viele alte Menschen träumen von dem was vielleicht in 100 Jahren ist. Du brauchst nicht davon zu träumen! Du kannst es erleben! Mach dir bewußt, was es bedeutet ein Vampir zu sein. Wir sind die Könige der Nacht. Die Herrscher der Dunkelheit! Sei dir dieser Macht bewußt und genieße jede Nacht voll! Du hast noch hunderte ja tausende vor dir!"

Raphael lauschte Louis Worten, als wären sie von einem Gott gesprochen und eine heilige Botschaft. Doch genau das sind sie in diesem Moment für ihn. Die Worte beinhalteten mehr als Trost, sie gaben seinem Leben einen Sinn und gaben ihm neuen Mut.

Raphael griff nach Louis ausgestreckter Hand, dann atmete er tief ein. Eine warme Brise trocknete die verbleibenden Tränen auf seinem Gesicht. Der Vampir schaffte sogar ein Lächeln.

Louis Lächeln zeigte die weißen blitzenden Eckzähne.

"Dann komm, suchen wir dir ein sicheres Versteck!"

Die beiden Vampire verließen Raphaels Erzeugungsort mit schnellen Schritten und tauchten in die Nacht ein.

 

5. "Ich brauche dich"/ Ein Anfang

 

Magda war, zwei tage nachdem Raphael sich verabschiedet hatte, wieder in ihr normales Leben zurück gekehrt. Nur abends kam die Erinnerung an den Vampir zurück. Magda hatte es mit viel Mühe geschafft, nicht mehr nachts nach Hause laufen zu müssen. Die unheimlichen Begegnungen blieben ihr nun erspart.

Als sie an jenem späten Nachmittag endlich an ihrem kleinen Haus ankam, wartete ein streng blickender Mann davor.

Er sprach sie mit gefühlloser Stimme an:

"Miß Kester? Ich muss mit Ihnen reden!"

Mit einem ungutem Gefühl im Bauch, lies Magda den Mann in das kleine Haus.

Konrad Küster setzte sich ohne auf eine dementsprechende Einladung auf die Couch. Mit kühlem Blick schaute er sich in seinem Haus um. Magda bezahlte regelmäßig Miete an ihn, um in der bescheidenen Hütte leben zu dürfen.

"Es tut mir Leid ihnen das mitteilen zu müssen",

sagte er mit mitleidsloser Stimme,

"Aber sie müssen ausziehen! Ich habe Interessenten für dieses Haus, die mehr Miete zahlen können und das Haus unbedingt beziehen müssen!"

In diesem Moment brach für Magda eine Welt zusammen.

Ausziehen!?

Wo sollte sie wohnen? Wo schlafen?

Mit zitternder Stimme sagte sie:

"Aber.. wo soll ich hin? Ich verdiene nur wenig und mit meinen Gehalt finde ich nirgends auch nur eine Wohnung. Das können Sie doch nicht machen. Ich bitte sie!"

"Tut mir Leid, aber ich habe es den Interessenten bereits versprochen!",

antwortete er ungerührt.

"Ich gebe Ihnen bis übermorgen Nachmittag Zeit auszuziehen. Alles, was sie nicht mit nehmen, wird weg geschmissen. Überlegen Sie also genau. Ich verabschiede mich. Einen schönen Abend noch, bemühen Sie sich nicht. Ich finde selbst zur Tür!"

Magdalena bekam kaum mit, wie der Mann das Haus verließ. Er hatte ihr das einzige genommen, was ihr Sicherheit gegeben hatte.

Da hielt Magda es in dem stickigem Haus plötzlich nicht mehr aus. Obwohl es inzwischen total dunkel draußen ist, verließ sie ihr ehemaliges Haus. Mit hängendem Kopf und schleifenden Schritten lief sie durch die Straßen.

Im Mauerpark ließ sie sich auf eine Bank nieder. Jetzt erst flossen die Tränen ungehindert. Wie konnte ein Mensch nur so grausam sein?

Ein lautes Knacken neben ihr ließ Magda aufschrecken.

Da tritt plötzlich Raphael aus der Dunkelheit. Der schwache Schein einer etwas entfernteren Fackel erhellte spärlich sein Gesicht, so dass Magda ihn erkannte.

Seine Augenbrauen sind vor Sorge zusammen gezogen.

"Hallo!"

"Raphael! Was machst du denn hier?"

Der Vampir zuckte die Schultern:

"Ich hab doch gesagt, wir sehen uns wieder! Aber was ist mit dir los? Es ist gefährlich sich um diese Zeit hier zu bewegen. Ich dachte du wüßtest das!"

Magda schnieft hörbar:

"Ja ich weiß, aber ich habe frische Luft gebraucht!"

Bei ihrer, noch immer leicht zitternden, Stimme nahmen seine Augen einen weichen Glanz an. Langsam setzte er sich neben sie.

Leise fragte er schließlich:

"Was ist passiert? Ich meine du musst es mir natürlich nicht erzählen!"

"Ich habe eben mein Zuhause verloren! Mein Vermieter hat gesagt ich muss bis übermorgen Nachmittag aus dem Haus sein. Aber ich weiß nicht wo ich hin soll. Das, was ich verdiene reicht für keine Wohnung. Ich durfte nur in dem Haus bleiben, weil es sonst keiner wollte. Aber jetzt haben sich Leute gemeldet, die zahlen mehr als ich."

Wieder stiegen Tränen in ihre Augen.

Da fühlte sie plötzlich eine Hand an ihrer Wange und wie ein Finger sanft ihre tränen weg wischte.

Als Magda aufblickte, war Raphaels Gesicht ganz nah vor ihrem. Mit sehr sanfter Stimme sagte er zu ihr:

"Du kannst zu mir ziehen! Ich habe gestern einen Unterschlupf gefunden. Er ist warm und groß genug, um auch dir Platz zu geben! Natürlich nur, wenn du willst!"

Magda schaute ihn aus großen Augen an:

"Du hättest wirklich nichts dagegen?"

Raphael schüttelte heftig den Kopf. Da blickte Magda ihn auf einmal sehr seltsam an, dann stellte sie ihm eine Frage, die ihr Schicksal entschied:

"Aber warum? Warum bietest du mir das an?"

Einen kurzen Moment zögerte Raphael ihr zu antworten. Dann gestand er ihr jedoch mit leiser, fast schüchterner Stimme:

"Ich brauche dich!"

Verwirrt aber auch angenehm überrascht schaute Magdalena ihm direkt in die Augen. Was darin stand, lies allen Ärger, alle Traurigkeit vergessen.

In den dunklen Augen des Vampirs stand Zuneigung.

Magda wußte: mit etwas Entgegenkommen ihrerseits würde sie darin schon bald Liebe lesen können...

Langsam schlug Magda ihre Augen auf. Doch sie sah nichts. Die vollkommene Dunkelheit um ihr herum erlaubte dies nicht. Sie dachte zurück an den vergangenen Abend. Raphael hatte sie zu seiner Wohnung geführt und ihr dort eine Art Bett hergerichtet.

Raphael!

Verwirrt versucht Magda in der Dunkelheit etwas zuerkennen.

Er hatte sich ganz in ihrer Nähe auf ein ähnliches Schlafgemach gelegt. Aber wo war er jetzt?

Nach und nach gewöhnten ihre Augen sich an die Dunkelheit. Verschwommen erkannte sie vor sich einen massigen Umriß in der Dunkelheit auf dem Boden liegen.

Ihr Herzschlag beruhigte sich wieder. Vorsichtig tastete sie in der Dunkelheit nach der Kerze. Endlich gefunden brannte sie diese mit den Streichhölzern an.

Das spärliche Licht der Flamme reichte ihr, um vorsichtig über die am Boden verstreuten Dinge zu klettern.

Trotzdem stieß sie sich schmerzhaft den Fuß an einer kleinen Holzkiste.

Mit einem gemurmelten Fluch stieg sie darüber hinweg. Leise öffnete sie die Holztür des Zimmers. Ein lautes Quietschen ließ sie zusammen zucken. Nach einem kurzen besorgten Blick auf den schlafenden Raphael verließ sie das Zimmer.

Nach einigen unsicheren Schritten durch den Flur betrat sie ein andere Zimmer. Hier stieß sie zuerst die Holzläden der Fenster auf.

Heller Sonnenschein kommt ihr entgegen. Trotzdem hatte Magdalena nicht die leiseste Ahnung ,wie spät es ist. Ihr Zeitgefühl hatte sich in der Dunkelheit, während des Schlafes, verabschiedet.

Plötzlich ertönten in einiger Entfernung die Glocken. Aufmerksam lauschte sie ihnen und zählte leise mit.

Dann erschrak sie: 10 Uhr!

Sie hatte über 12 Stunden geschlafen. Magda fühlt sich nun aber auch erfrischt. Nach langem schien endlich einmal wieder all ihre Kraft zurück gekommen zusein.

In diesem Moment fällt ihr wieder ihre Wohnung ein.

Trauer und Verzweiflung ließen ihr hübsches Gesicht gleich Jahre älter aussehen.

Mit einem tiefen Seufzer blickte sie auf in den makellosen blauen Himmel. In ihm schien es all diese Probleme nicht zu geben.

Früher hatte Magda oft den Wunsch verspürt zu sterben. Kurz nach dem Tod ihrer Eltern besonders heftig.

Dann, ganz langsam, hatte sie angefangen zu leben. Sie hatte sich eine Arbeit gesucht und eine Wohnung verschafft.

Doch irgend etwas passierte immer, dass ihr Glück vernichtete.

Obwohl Magdas Situation völlig verzweifelt war, lächelte sie plötzlich.

Nur Pech? Nein ganz so konnte sie es auch nicht betrachten. Sie hatte Raphael kennen gelernt und das war eindeutig etwas wunderbares.

Unwillkürlich wurde es tief in ihrem Inneren sehr warm. Für einen Augenblick schließt Magda ihre Augen und atmet tief durch.

Da erklingt eine Stimme hinter ihr.

"Du bist schon wach?"

Magda fuhr erschrocken herum. Verdeckt von der Tür steht Raphael da und betrachtet sie verschlafen.

Hastig wollte Magda die Fensterläden wieder schließen, aber der Vampir winkte ab.

"Lass nur! Ich sehe die Sonne gern, ich möchte sie nur nicht unbedingt auf der Haut spüren."

Er lächelte verzerrt. Doch Magda fühlte den Schmerz und die Sehnsucht hinter seinen Worten. Leise sagte sie:

"Du würdest sie aber gern spüren, hab ich recht. Ich kann fühlen dass du dich nach dem Tag sehnst. Ich kann dich verstehen. Müsste ich ohne die Schönheiten des Tages leben, ich würde es nicht aushalten!"

Raphaels Reaktion darauf überraschte Magda völlig. Er schlug die Hände an die Ohren, dann knickten seine Knie durch und er kauerte auf dem Boden.

Erschrocken zog Magda die Läden halb zum Fenster und eilte dann zu dem Vampir.

Als er den Kopf hob und zu ihr aufsah, flossen Tränen aus seinen Augen.

"Bitte... bitte nicht! Sprich bitte nicht weiter! Es tut so entsetzlich weh. Ich habe mühsam mit mir selbst gekämpft, um den Schmerz zu vergessen. Ich versuche jede Nacht nicht an das zu denken, was ich verloren habe. Natürlich vermisse ich mein Leben als Mensch. Aber ich kann nicht mehr zurück, ich bin für immer dafür verdammt ein Geschöpf der Nacht zu bleiben."

Das starke Flehen in seinen Augen klang tief in ihrem Herz wider. Plötzlich standen auch ihr die Tränen in den Augen. Ihre Hände hoben sich unwillkürlich zu seinem Gesicht und umfaßten es sanft. Stück für Stück rückte ihr Gesicht näher an seines. In dem Augenblick als ihre Lippen sich berührten, fühlte Raphael zum ersten wirklichen Trost. Die Gefühle die jetzt auf ihn herein brachen, ließen einen neue Welle Tränen über seine Wangen laufen.

Auch für Magda war dies mehr als nur ein einfacher Kuss. Es glich einer Erlösung von all den langen Qualen in ihrem Leben. Als ein Trost für all die schmerzlichen Erfahrungen.

Mensch und Vampir versanken in diesem Kuss, als gäbe es nicht anderes auf der Welt.

 

6. Eine Zweite Chance

 

Langsam öffnete Magda ihre Augen. Zuerst unscharf, dann jedoch immer klarer erkannte sie Raphaels Gesicht nah vor ihrem in der Dunkelheit. Nach dem Kuss hatten sie geredet. Stundenlang, wie es Magda erschienen war. Raphael hatte ihr alles erzählt, aber auch Magda hatte zum ersten Mal ihr Herz geöffnet und über ihren Schmerz geredet. Dann waren sie müde ins Bett gegangen. Durch die entstandene Verbindung zwischen ihnen, hatte es jedoch keiner der beiden ertragen, allein in einem Bett zu liegen. Also hatten sie sich zusammen in ein Bett gekuschelt. Ohne das etwas passiert war, denn dafür war es nicht der Zeitpunkt gewesen. Die Verbindung nach ihrem Gespräch bestand aus Zärtlichkeit, nicht aus Begierde und Leidenschaft.

Mit einem zärtlichen Lächeln hob Magda die Hand und strich eine Strähne aus der Stirn des Vampirs.

Dabei fiel ihr etwas seltsames auf. Wenn sie in der Nähe eines anderen Vampirs gewesen war, hatte sie diese absolute böse, dunkle Aura gefühlt. Das, was sie bei Raphael fühlte, entsprach jedoch nicht dieser dunklen Ausstrahlung. Bei ihm fühlte sie etwas sehr starkes. Magda schloß ihre Augen und konzentrierte sich völlig auf dieses Gefühl. Dann nach einer Weile öffnet sie mit einem wissenden Lächeln die Augen wieder.

Ja, sie hatte Recht gehabt!

Die Aura, die Raphael umgab, war hell und klar.

Seine Seele strahlte eine Reinheit aus, die selbst ein Mensch nicht besaß.

Aber wie konnte das sein?

Mit dieser Frage im Kopf schlief Magdalena wieder ein.

Als Magdalena zum 2. Mal aufwachte geschah die keinesfalls von selbst. Ein Fuß stieß sie hart in die Seite und ließ sie mit einem erschrockenem Keuchen aufwachen.

Magda fuhr hoch und sah Raphael ein Stück entfernt stehen. Das Zimmer wurde durch Kerzen erhellt. Überall standen dunkle Gestalten in langen Umhängen. Die Gesichter grausam entstellt, mit gelb leuchtenden Augen und gelblichen Zähnen.

Der Raum war voll von Vampiren!

"Na Raphael, hast du dich doch für sie entschieden. Wolltest uns wohl nicht Bescheid sagen? Dabei haben wir doch das Recht zu zusehen, wie du sie aussaugst."

Kalt und höhnisch klingt die Stimme des Vampirs durch das Zimmer. Als Magda versucht zu Raphael zu kommen, wird sie brutal an den Armen zurück gezogen und fest gehalten.

In Raphaels Augen flammte bei diesem Anblick die pure Wut auf.

"Lasst sie los! Sofort!"

Drei Vampire hielten Raphael fest, doch selbst zu dritt hatten sie enorme Probleme ihn im Zaum zu halten.

Mit vor Schrecken geweiteten Augen musste Raphael zuschauen, wie die übrigen Vampire hungrig auf Magda zu gingen.

Darunter ist auch der Vampir, dem Magda bei ihrem ersten treffen begegnet war.

Als der genau vor Magda stand, drehte er sich zu Raphael um:

"Ich werde dir zeigen, wie es geht. Keine Bange, wir lassen dir etwas übrig!"

Hart griff er nach Magdas Hals und beugte ihren Kopf zur Seite, langsam öffnete er seinen Mund und die spitzen Zähne blitzten auf.

Aus Magdalenas geöffnetem Mund drang kein Ton mehr heraus.

Gerade als seine Zähne drohten in ihre zarten Haut einzudringen, wurde die Tür aufgebrochen und ein weitere Vampir stürzte herein.

"Schnell, unser Unterschlupf brennt! Wir müssen sofort dort hin!",

keuchte Louis außer Atem.

Die Vampire verloren sofort jegliches Interesse an Magda. Fast gleichzeitig stürzen sie los. Louis schlug sich an Raphaels Seite.

"Los folge ihnen, ich bringe das Mädchen in Sicherheit!"

Ehe der jüngere Vampir den Mund aufmachen konnte, fuhr ihm Louis dazwischen.

"Bedank dich später! Es dauert etwas bis sie bei unserem Unterschlupf ankommen, aber die Zeit ist knapp. Setz dich unterwegs ab und versteck dich!"

Raphael nickte wortlos, mit einem letzten, fast verzweifelten, Blick auf Magda stürzte er hinter den anderen her.

Dann ist der Raum leer, bis auf Louis und Magda.

"Los komm mit!"

Magda lacht auf:

"Bist du verrückt? Ich gehe doch nicht freiwillig mit einem Vampir mit!"

Louis blickt sie ruhig an:

"So warum bist du dann bei Raphael? Ich bin sein Freund und jetzt komm. Ich weiß nicht, wann sie bei unserem Unterschlupf ankommen und fest stellen, dass er gar nicht brennt!"

Da erst verstand Magda:

"Du meinst du hast sie ausgetrickst, weil du ein Freund von Raphael bist und ihm, und damit mir helfen willst?"

Louis lächelte humorlos:

"Genau, schlaues Mädchen. Und jetzt los!"

Magda nickte und eilte hinter dem Vampir her. Schier endlos rannten sie durch die dunklen Gassen. Immer wieder schlug Louis Haken und bog in kleine Hintergassen ein.

Endlich hielt er vor einem verfallenem Haus. Die Fenster sind vernagelt mit dicken Holzbrettern. Louis bedeutet ihr mit einer Geste sich darin zu verstecken. Kurz bevor sie in dem Haus verschwand, drehte sich Magda um.

Sie lächelte den Vampir dankbar an:

"Vielen Dank, dass werde ich Ihnen nie vergessen!"

Louis nickte, dann verschwand er in der Dunkelheit.

 

Seit mehreren Stunden tigerte Magda nun schon unruhig in dem alten Haus herum. Immer wieder von einem Zimmer ins nächste, die Treppe hinauf, herab.

Mit jeder Stunde nahm ihre Sorge um Raphael zu.

Schließlich ließ sie sich ruhelos in einem Schatten neben der Haustür nieder. Sie versuchte zu schlafen, aber es gelang ihr einfach nicht. Sie weinte, schrie in die Stille des Hauses hinein.

Sie betete, flehte Gott um Gnade für Raphael an. Noch nie in ihrem ganzen Leben hatte sie eine so große Angst gespürt. Nur damals als ihre Eltern gestorben waren, hatte sie diese abgründige Verzweiflung gefühlt.

Schließlich schlief Magda dann doch ein. Gequält von Alpträumen warf sie sich auf dem harten Holzboden von einer auf die andere Seite. In ihrem Traum verfolgten sie dunkle Wesen ohne festen Umriß durch einen endlosen Wald. Da erkannte sie vor sich einen Lichtschimmer. Unter Todesangst rannte sie darauf zu. Im gleichen Moment, als sie in den Lichtschein eintauchte, griff eine Hand nach ihr.

Magda erwachte mit einem Schrei.

Vor ihr hockte Raphael!

Mit einem erleichtertem lauten Seufzer warf sie sich in seine Arme.

"Du lebst! Oh Gott ich hatte solche Angst!"

Sanft wog der Vampir sie in seinen Armen und strich ihr übers Haar. Seine Arme umklammerten sie fest und er zog sie so fest es nur ging an sich.

Als Magda ihren Gesicht zu seinem hob, küßte er sie mit so großer Leidenschaft und Begierde, dass es ihr den Atem verschlug.

Ihr Körper fing an zu zittern und konnte gar nicht mehr auf hören.

Raphael zog sie mit sich auf die Beine und führte sie nach oben in das Schlafzimmer.

Dort legte er sich mit ihr auf das große Himmelbett. Seine Küsse wurden immer leidenschaftlicher, seine Hände glitten an ihrem Körper entlang.

Endlich konnten sich beide ihrer Begierde hingeben.

Magda schloß die Augen, als sie endlich einmal wahres Glück erlebte.

Da zuckte vor ihren geschlossenen Augenlidern plötzlich ein heller Blitz.

Als Magda ihre Augen öffnete, stand sie um geben von Licht neben Raphael. Er sah eben so verwirrt aus, wie sie. Plötzlich erschien neben ihnen auch Louis.

"Was ist denn hier los? Wo bin ich? Was macht ihr hier?"

Noch ehe Magda oder Raphael etwas sagen konnte, erschien vor ihnen ein heller Umriß, der langsam Gestalt annahm.

 

Wie aus dem Nichts ertönte eine Stimme:

"Ihr wundert euch sicher, warum ihr hier seid! Das hat einen besonderen Grund! Ich bin der Wächter der Zeit und des Lichtes! In diesen Tagen habt ihr bewiesen, dass ihr ein reines Herz habt. Darum habe ich beschlossen etwas für euch zutun! Raphael.. du darfst wieder ein Mensch sein! Ich schenke dir eine 2. Chance als Mensch! Willst du sie annehmen? Mit deinem Verhalten gegenüber Magdalena hast du bewiesen, dass deine Seele nicht schwarz ist."

Raphael starrte das Wesen ungläubig an:

"Ich kann wieder ein Mensch sein?"

Die Lichtgestalt vor ihnen nickte:

"Wenn du das möchtest, ja!"

"Natürlich will ich das! Ich möchte mit Magda leben, immer bei ihr sein. Und mit ihr die Schönheit des Tages erleben."

Dabei blickte er das Mädchen voller Liebe an.

Das Wesen macht eine Geste.

"So sei es denn! Du wirst dein Leben in dem Alter fortsetzen, als du ein Vampir wurdest!"

Raphael wurde von einer Wolke aus klarem Licht und purer Energie eingehüllt.

Er fühlte es, er fühlte, wie sein Körper menschlich wurde.

"Nun zu dir Louis! Du hast mit deinem Handeln das bewiesen, was eigentlich Menschlichkeit sein soll. Du hast gezeigt, wie ein Mensch sich verhalten sollte. Auch du kannst wieder ein Mensch werden!"

Auf Louis Lippen erschien ein Lächeln, doch Raphael spürte im gleichen Augenblick Louis Entscheidung.

"Ich danke für diese Ehre. ... Aber ich möchte kein Mensch werden. Ich bleibe ein Vampir! Ich habe mich an die Nacht gewöhnt und sie lieben gelernt. Wenn Ihr mir aber einen Wunsch erfüllen wollt, dann löscht alles was mit mir, Magdalena und Raphael zutun hat, aus den Köpfen sämtlicher anderer Vampire. So kann ich ein ruhiges Leben anfangen und auch Raphael und Magdalena haben endlich die Chance ihr Leben so zu führen, wie sie es verdient haben!"

Magda stiegen bei diesen Worten die Tränen in die Augen. Dann ging sie auf Louis zu und umarmt ihn fest. Unter Tränen schluchzte sie:

"Vielen Dank, danke für alles. Es tut so gut zu wissen, dass ich Freunde, wie dich habe!"

Jetzt hatte tatsächlich auch Louis Tränen in den Augen.

"Schon gut. Versprecht mir, dass ihr glücklich werdet!"

Raphael schaute Louis nur an, doch das was Louis in den Augen des früheren Vampir las, ließ die Tränen an seinen Wangen hinunter laufen.

"Schluss jetzt! Viel Glück euch beiden. Wir sehen uns gelegentlich!"

Wieder nahm die Intensität des Lichtes zu und beförderte die drei zurück in ihre Zeit.

Ruhig schliefen Raphael und Magdalena aneinander gekuschelt und eingewickelt in die Decke auf dem breiten Himmelbett.

Durch die Kälte der Nacht steigen kleine sichtbare Atemwolken aus Magdas Mund.. und aus Raphaels.

Fast 2 Monate später.

Ungeduldig lief Raphael im Sonnenschein vor dem Arztzimmer auf und ab. Seit fast einer halben Stunde befand sich seine Frau Magdalena nun schon im Untersuchungszimmer des Arztes.

Dann endlich öffnete sich die Tür und Magda trat mit einem strahlenden Lächeln heraus. Raphael stürzte auf sie zu.

"Und was ist nun? Was hast du? Was hat der Arzt gesagt?.... Warum grinst du so?",

fügte er schließlich verwirrt dazu.

Noch immer lächelnd nahm Magda die Hände ihres Mannes und legt sie auf ihren Bauch.

"Mein Liebster. Wir sind schwanger!"

Das Glücksgefühl, dass in diesem Moment von Raphael Besitz nahm, war unbeschreiblich.

Als die beiden aus dem Haus traten, hob Raphael den Kopf und blinzelte in die Sonne.

Jetzt hatten sich Louis Wünsche für ihre Zukunft erfüllt!

Vor ihm und seiner Frau Magda lag eine Zukunft in den prächtigsten, schillerndsten Farben und alles würde nun gut gehen.

Das wußte Raphael. Stolz legte er einen Arm um die Schultern von Magda und lief mit ihr die Straße entlang in die verdiente Zukunft.

 

Ende

 

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zuletzt aktualisiert: 23.02.2019 14:17 | Users Online
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