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Vampirbrut von Brian Lumley

Reihe: Necroscope Band 2

Rezension von Ingo Gatzer

 

Harry Keogh, der Mann der mit den Toten reden konnte, starb am Ende des ersten Bandes. Es lebe Harry Keogh. Und zwar nicht nur in Gestalt seines Babys Harry Keogh Junior, sondern auch als er selbst, jedoch gefangen im Körper seines Kindes. Diesen kann er in geistähnlicher Gestalt nur dann verlassen, wenn Harry Junior schläft. Durch seine Gespräche mit den Toten erfährt der Necroscope, dass die Vampirplage keineswegs durch den Tod von Dragosani und Thibor beendet ist, denn Yulian Bodescu wurde von Thibor bereits im Körper seiner Mutter zum Vampir. Je weiter Yulian heranwächst, um so bösartiger wird er und um so stärker nehmen seine Kräfte zu. Als er zur Konfrontation mit seinen ebenfalls übersinnlich begabten Jägern kommt, scheint kein Lebewesen seinen Kräften gewachsen zu sein.

 

Der Verlag Festa hat es sich zur Aufgabe gemacht, klassische Perlen der Horrorliteratur neu herauszubringen. Fraglos gehört dazu auch die Serie "Necroscope", mit welcher der englische Schriftsteller Brian Lumley einen Meilenstein des Genres geschaffen hat. In "Vampirbrut", dem zweiten Teil dieser Reihe, sind die früher einzeln erschienen Bände "Kreaturen der Nacht", "Untot" und "Totenwache" enthalten.

 

Im Vergleich zum Auftaktroman hat Lumley die Quantität und Intensität der Horrordarstellungen gesteigert. Jedoch muss niemand bei der Lektüre eine Häufung von platten Splatterorgien befürchten. Die Szenen des Grauens sind schlüssig an dafür passende Stellen der Story gesetzt und entfalten durch präzise und zuweilen nüchterne Beschreibungen ihre Wirkung. Für Leser unter 16 Jahren ist "Vampirbrut" aber sicherlich nicht geeignet.

 

Immer wieder schafft es der Autor eine stimmige Atmosphäre heraufzubeschwören. Das kann entweder zu Kapitelbeginn durch die Schilderung eines Gebäudes passieren, welches mit Attributen versehen wird, die ehe zu einem Lebewesen passen. Lumley gelingt die Kreation einer düsteren Stimmung aber auch über ganze Sequenzen hinweg. Besonders gut ist in diesem Zusammenhang die Szene geraten, in welcher der kleine Yulian Bodescu getauft werden soll.

 

Die Erzählstruktur von "Vampirbrut" ist deutlich dynamischer als die des Vorgängers "Auferstehung". Ursache dafür ist, dass nicht mehr so stark die Perspektive von Harry Keogh dominiert, sondern etwa auch die Vampire Thibor und Faethor aus ihren spezifischen Sichtweisen von eigenen Erlebnissen berichten. Dabei gelingt es Lumley den von ihm erschaffenen Blutsaugern eine besondere geschichtliche Tiefe und innerfiktionale Glaubwürdigkeit zu verleihen. Dafür verbindet er ihre Existenz mit historischen Fakten wie der Plünderung Konstantinopels durch ein Kreuzfahrerheer. Zudem nimmt er sich Zeit um mit der Figur von Yulian Bodescu das Heranwachsen eines Vampires zu zeigen. So schildert er überzeugend das Wirken der Wamphyri in Vergangenheit und Gegenwart.

 

Durch die Schilderung von Ereignissen, deren Ausgang dem Leser bereits bekannt ist, leidet natürlich die Spannung. Der Roman enthält jedoch - gerade im letzten Teil - immer noch genug packende Szenen, die den Leser mitfiebern lassen. Dadurch kommt zu keiner Zeit Langeweile auf.

 

Man kann kritisieren, dass einige Entwicklungen der Handlung bisweilen etwas konstruiert und vorhersehbar wirken. So ahnt der Leser beispielsweise schon früh, wie Harrys Problem - die Suche nach einem geeigneten Körper - gelöst werden wird.

 

Der zweite Roman der Reihe "Necroscope" fällt insgesamt noch überzeugender als der Serienauftakt aus. Alle Leser, die weniger an den schwülstigen Liebesgeschichten, welche derzeit das Vampirgenre prägen, sondern mehr an einer packenden und glaubwürdigen Portion erlesenen Grauens interessiert sind, können bedenkenlos zu "Vampirbrut" greifen.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Vampirbrut

Originaltitel: Necroscope 2: Wamphyri

Autor: Brian Lumley

Reihe: Necroscope Band 2

Festa, 25. Mai 2009

gebunden, 508 Seiten

Übersetzer: Hans Gerwien, Marcel Häußler

 

ISBN-10: 3865521029

ISBN-13: 978-3865521026

 

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 10.02.2010, zuletzt aktualisiert: 05.08.2019 19:15