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Vampire – Die wahre Geschichte von Graf Dracula von Maja Nielsen

Rezension von Christel Scheja

 

In den letzten Jahren haben die „Twilight“-Romane und viele andere Werke, die in diesem Zusammenhang erschienen, das Bild der Vampire geprägt und ganz die historischen und kulturellen Wurzeln vergessen lassen, auch wenn es den ein oder anderen Autor gibt, der den Spuren im Volksglauben nachgeht. Doch diese werden kaum von Kindern und Jugendlichen gelesen.

An diese wendet sich deshalb „Vampire – Die wahre Geschichte von Graf Dracula“ von Maja Nielsen. Sie erinnert an die Ursprünge dieser phantastischen Figur und ihren wahren historischen Hintergrund.

 

Zunächst einmal geht sie den Spuren des Mannes nach, der zum Vorbild für die literarische Figur wurde. Wer war Vlad Draculea, der Fürst der Wallachei wirklich? Was machte ihn zu dem Mann, als der er in die Geschichte eingehen sollte – dem „Pfähler“. Welchen Eindruck hinterließ er bei seinen Landsleuten.

Weitere Kapitel widmen sich dann Bram Stoker. Sie beschreibt den Lebensweg des Schriftstellers und zeigt auf, was ihn dazu veranlasste, seinen ersten großen und vermutlich auch einzigen finanziell erfolgreichen Roman zu verfassen. Denn Dracula ist ein Konglomerat aus Ideen und Informationen: Der Charakter von Graf Dracula ist einem bekannten Bühnenschauspieler nachempfunden, mit dem Stoker befreundet war. Während eines Aufenthalts an einem windigen und kalten Küstenort hielt er sich viel und lange in der Bibliothk des Ortes auf und las sich durch die unterschiedlichsten Bücher – einige über Vlad den Pfähler, andere wieder über die seltsamen Bräuche, die man im osteuropäischen Raum Toten angedeihen ließ, und den dahinter stehenden Aberglauben.

Zusammen mit der düsterromantischen Stimmung des Ortes, löste das die Bilder aus, die ihn schließlich dazu brachten Dracula zu schreiben.

Er war vielleicht nicht das erste Werk seiner Gattung, aber das, was wie eine Bombe bei den Lesern einschlug und das Interesse an den bluttrinkenden Toten weckte, das bis heute nicht erloschen ist – auch wenn es einen großen Wandel durchlebt hat.

 

Das Sachbuch setzt auf leicht zu verdauende Informationen und fasst die Hintergründe und Zusammenhänge unterhaltsam und interessant zusammen, entdeckt sogar Aspekte, die die meisten Erwachsenen, die sich noch nicht intensiv mit Dracula und Co. beschäftigt haben, auch noch nicht kennen.

Das Buch wartet vielleicht nicht mit spektakulären Enthüllungen auf, aber Bilder und Texte prägen sich ein und zeigen, wie ein Mythos entstehen kann, wenn sich ein phantasievoller Mensch mit verschiedenen Themen beschäftigt. Es mag auch einige romantische Vorstellungen junger Vampirfans demontieren, aber das geschieht sehr sachlich und freundlich.

Alles in allem erfährt man einiges über die historische Figur und die Elemente, die die fiktionale Gestalt prägt und im Verlauf des 20. Jahrhundert zu einem Archetypus machte, der sich erst in den letzten fünfzehn Jahren massiv verändert hat.

Besonders interessant dabei sind auch die Einschübe zum Volksglauben, der bis heute die Bewohner manch eines abgelegenen Dorfes zu ganz besonderen Maßnahmen veranlasst und deutlich macht, dass die klassische Form des Vampirs auch heute immer noch die Vorstellung der Menschen bewegt.

 

Alles in allem ist „Vampire – Die wahre Geschichte des Grafen Dracula“ ein spannendes und informatives Sachbuch, das auch moderne Entwicklungen in der Darstellung der Blutsauger berücksichtigt, ohne auf die Quellen hinzuweisen. Gerade wer noch nicht viel über das klassische Bild des Vampirs weiß ist mit dem Band gut bedient.

 

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Buch:

Vampire – Die wahre Geschichte von Graf Dracula

Autorin: Maja Nielsen

Gerstenberg, erschienen Juni 2011

gebunden 64 Seiten

ISBN-10: 3836948710

ISBN-13: 978-3836948715

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 26.10.2011, zuletzt aktualisiert: 23.02.2015 14:24