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Venus Capriccio, Band 1

Rezension von Christel Scheja

 

Durch ihre vier älteren Brüder ist Takami selbst ein halber Junge und hat nur wenig Mädchenhaftes an sich. Damit sie wenigstens ein bisschen davon bewahrt, haben sie ihre Eltern schon vor sieben Jahren in eine Klavierschule geschickt – aber viel gefruchtet scheint das nicht zu haben.

Der einzige Grund, warum das Mädchen immer noch ganz gerne dort hin geht und sich mit den Tasten herumquält ist der zwei Jahre jüngere Akira, den sie als guten Kumpel betrachtet, da man prima mit ihm reden kann. Etwas anderes als geschwisterliche Gefühle hat sie bisher noch nicht für ihn entwickeln können, denn er ist allein schon durch sein mädchenhaftes Aussehen wie eine jüngere Schwester für ihn.

Auch wenn sie sich mehr wie ein Junge fühlt, versucht Takami wie die anderen Mädchen aus ihrer Klasse einen Freund zu finden, doch jedes Date geht schief, weil sie den Jungs einfach zu burschikos ist. Sie versteht nicht warum, aber Akira zeigt ihr auf einfühlsame Art und Weise, was die anderen abschreckt und wie sie sich auf ganz einfache Weise – ohne dabei sich selbst zu verleugnen – verändern kann.

Durch einen Besuch in einem Jazz-Club in dem er auch spielt, realisiert sie erst, dass inzwischen nicht nur Freundschaft zwischen ihnen besteht. Akira scheint sie aufrichtig zu lieben, denn er legt sich sogar mit einem ihrer früheren „Freunde“ an.

Nun geraten auch Takamis Gefühle durcheinander, denn sie weiß selbst nicht mehr was sie wirklich für Akira empfindet. Ist er auch für sie inzwischen mehr als ein guter Kumpel?

 

„Venus Capriccio“ ist eine der Serien, die das Thema der ersten Liebe sehr einfühlsam und lebensnah aufgreifen. Die Geschichte verzichtet auf unnötigen Klamauk und konzentriert sich lieber auf die Gefühle und das Verhalten der Figuren. So wissen die meisten Leser schon früher als die Heldin selbst, was Akira für das Mädchen empfindet und im Schilde führt.

Aber er ist auch die sympathischere Figur von den beiden, da er nicht nur erwachsener scheint als sie, sondern auch das Idealbild eines Jungen verkörpert: Er ist nett und zuvorkommend, aber in manchen Momenten auch stark, der Beschützer, von dem jedes Mädchen sicherlich irgendwann einmal träumt. Zugleich akzeptiert er die burschikose Heldin so wie sie ist, da er schon lange hinter ihr Gebaren schaut.

Alles in allem entwickelt sich die Geschichte sehr ausgeglichen. Damit es nicht ganz so einfach für die beiden Helden gibt, machen verflossene Freunde und neue Rivalen Schwierigkeiten, eine davon tritt zwar noch nicht so sehr in Erscheinung, wirft aber schon ihren Schatten auf Takami und Akira.

Da die Beziehung der beiden sich am Ende des ersten Bandes noch lange nicht gefestigt hat, kann man davon ausgehen, dass auch die nächsten Bände recht turbulent werden und bleibt neugierig auf die Geschichte.

 

Mai Nishikatas Geschichte „Venus Capriccio“ dürfte vor allem Teenager ansprechen, die gerade die erste Liebe für sich entdeckt haben. Feinfühlig und sympathisch erzählt die Künstlerin von einer romantischen Liebe, die glaubwürdig aus dem Schulalltag gegriffen zu sein scheint und sich auch hier ereignen könnte.

 

Eure Meinung:


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Comic:

Venus Capriccio (Bd. 1)

Autorin & Künstlerin: Mai Nishikata

Aus dem Japanischen von Monika Hammond

Venus Capriccio, Vol.1, Japan 2006

Manga-Taschenbuch, 208 Seiten

Egmont Manga & Anime, 12/2010

ISBN-10: 3770473817

ISBN-13: 978-3770473816

Erhältlich bei Amazon


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Erstellt: 20.01.2011, zuletzt aktualisiert: 15.09.2018 12:40