Die 15-jährige Sierrra ist von Geburt an eine Wolfs-Wandlerin. Das ist für sie ganz normal, sind doch auch ihre Eltern Tier-Wandler. Nur an ihrer Schule darf natürlich niemand von ihrer Besonderheit erfahren. Als ihr Vater nach einem Streit mit seinem Chef kündigt und beschließt, eine spezielle Schule für Tier-Wandler zu gründen, ist sich Sierra zunächst nicht sicher, was sie davon halten soll. Doch schon bald stecken sie und ihre neuen Mitschüler in einem kriminellen Abenteuer.
Katja Brandis’ neue Jugend-Urban-Fantasy-Reihe basiert auf ihren im gleichen Genre angesiedelten Reihen Woodwalkers und Seawalkers. Die kenne ich allerdings nicht.
Im Mittelpunkt stehen Jugendliche, die die Gemeinsamkeit haben, zwischen ihrer menschlichen Form und einer tierischen wechseln zu können, wobei der Charakter des jeweiligen Tieres meist auch relativ deutlich in der jeweiligen menschlichen Gestalt am Verhalten erkennbar bleibt. Ein junger Kampfhahn-Wandler neigt beispielsweise auch als Mensch zu aggressiven Verhalten. So bilden die Protagonistin und 2 andere junge Wolfs-Wandler an ihrer Schule auch sofort ein Rudel. Dabei stellt die Autorin auch die typischen Sympathie- und Antipathie-Verhältnisse an einer Schule dar.
Im Rahmen der kriminellen Ereignisse, in die Sierra und ihre neuen Freunde verwickelt werden, werden die Probleme illegalen Tierhandels thematisiert. Als Ganzes ergibt das eine stimmige Urban-Fantasy-Story. Auf die Fortsetzungen darf man wohl gespannt sein. Ob sich das Buch allerdings – wie vom Verlag angegeben – für Leser ab 10 Jahren eignet, möchte ich doch bezweifeln. Die sind für die angesprochenen Themen wie auch einer 15-jährigen Protagonistin als Identifikationsfigur vielleicht doch etwas zu jung. Ergänzt wird der Text durch Zeichnungen der unterschiedlichen Tiergestalten der Beteiligten von Claudia Carls.
Die Autorin lässt ihre Protagonistin als Ich-Erzählerin auftreten. Störend wirken allerdings wiederholte Gender-Aufzählungen wie Schülerinnen und Schüler.