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Verehrung von Andreas Gloge und Volker Sassenberg

Reihe: Gabriel Burns Band 2

Rezension von Chris Schlicht

 

Ein junger Maya opfert seine Schwester dem Schlangengott, doch ihr Opfer war umsonst. Als er zu seiner Siedlung zurückkehrt, sind alle fort und auf ihn wird gewartet. Er ist der Letzte...

 

1135 Jahre später findet in einem Hotel eine seltsame Versammlung statt. Bakerman hat seine Mitstreiter dort zusammentreffen lassen, um ihnen etwas zu zeigen. Er hat eine Keramikstatue bei sich, die einen grauen Engel darstellt. Sie stammt aus den Ruinen von Calakmul, einer Tempelanlage der Maya auf der Halbinsel Yucatan, nahe der Grenze zu Guatemala.

 

Bakerman und Steven brechen auf, um nach Mexiko zu reisen, während Joyce und Larry Newman nach Toronto reisen, um sich mit einem Wissenschaftler zu treffen, der eine gleichartige Figur hat und diese erforscht. In Mexiko treffen Steven und Bakerman auf die Archäologin Yolanda Fuentes und Steven wundert sich über das gute Verhältnis der Frau zu Bakerman. Man verschweigt ihm aber, das Yolanda Bakermans Tochter ist. Auf dem Weg nach Calakmul geraten sie in einen Autounfall und Steven begegnet einem seltsamen Mann mit missgestalteten Kopf, der ihn bei seinem anderen Namen, Gabriel, nennt.

 

Auf der Ausgrabungsstätte sind vier Männer bei der Untersuchung eines Hohlraumes unter dem Observatorium der Anlage spurlos verschwunden. In dem Raum hatte man die Figur gefunden. Nachdem Steven in der Nacht eine seltsame Begegnung mit einer alten Maya-Frau hatte, seilen sie sich in diesen Raum ab. Steven hat eine Eingebung und sie finden einen Gang, der aus dem Raum herausführt. Sie finden die Vermissten – sie sind tot. Ausgeblutet.

 

Indes treffen Joyce und Larry auf den Wissenschaftler, der in heller Panik ist und dem alle Zähne ausgefallen sind. Er nimmt sie mit zu sich nach Hause und stellt ihnen seine Adoptivtochter vor. Ein seltsames, grauhaariges Mädchen namens Lara, das kein Spielzeug hat und seltsam abgeklärt wirkt. Joyce bringt es ins Bett und beginnt sich vor ihr zu fürchten. Legrand erklärt ihnen, das die Figuren an ihm zehren und das sie nur durch Blut für eine Weile ruhig gestellt werden können. Bevor er jedoch mehr erzählen kann, besonders über das Thema der „Zwei Horizonte“, wird er von einem Giftpfeil getroffen und getötet, während das Haus in Flammen aufgeht. Joyce ist sich sicher, dass das Mädchen die Mörderin ist und entdeckt auf ihrer Flucht vor dem Feuer geheimnisvolle, mit Kreide gemalte Bilder auf dem Fußboden und den Wänden eines riesigen Raumes. Ein Bild stellt Steven dar. Da es ihnen nicht gelingt, Bakerman zu erreichen, um ihn vor Gefahr zu warnen, reisen sie selbst nach Mexiko.

 

Bakerman und seine Begleiter sitzen in der Falle. Plötzlich tauchen seltsame Gestalten auf, missgestaltete Menschen mit seltsam verformten Köpfen. Auf der Flucht gelangen sie in einen Raum, in dem sich viele Skelette befinden und eine Menge Gerätschaft, mit der man die Schädel von Kindern verändern kann. Ihnen wird klar, das die Maya von Calakmul nicht einfach verschwanden oder ausgerottet worden waren, sondern in der Unterwelt weiter existierten. Die Alten hatten sich geopfert und die jungen Leute hatten sich mit den Geräten dem Aussehen der grauen Engel angepasst. Stevens Intuition lässt sie rechtzeitig einen Weg finden, aus dem Raum zu entkommen, aber sie geraten vom Regen in die Traufe. Sie landen in einem riesigen Becken voller Blut. Dabei wird Yolanda aber von ihrem Blutkrebs und ihren schweren Verletzungen geheilt und es wird klar, dass die Maya darin wohl immer wieder regenerieren.

 

Joyce und Larry suchen den Mann, der Legrand die Figur schickte und treffen auf einen seltsamen Priester, der sie erst einmal überwältigt, um festzustellen, ob sie von einer Blutkrankheit befallen sind. Erst dann ist er bereit, sie in den Dschungel zu führen, wo er die Figur her kam. Sie tauchen in einem Cenote ab.

 

Die drei Verbliebenen im Maya-Heiligtum beobachten ein grausames Ritual und wieder ist es Steven, der sie aus der Höhle heraus führt, wo sie dann auf Larry, Joyce und Miguel stoßen. Doch als Marques, den sie für tot hielten, als sie ihn in dem Raum mit den Schädelformern zurücklassen mussten, taucht auf. Und er will das Heiligtum vernichten – und den einen aus der Gruppe, der zu den Grauen Engeln gehört ebenfalls...

 

 

 

 

 

 

Dieser Band ist vom zeitlichen Ablauf zwischen den aktuellen Folgen der Hörspielserie angesiedelt, als etwa um Folge 25/26, denn hier taucht eines der „präparierten“ Waisenkinder aus Rumänien auf, die Dr. Zeysen nach Kanada brachte. Lara. Und sie zeigt ihr wahres, teuflisches Gesicht. Abgesehen davon ist sich Steven hier schon deutlich stärker seiner Fähigkeiten bewusst.

 

Auch in diesem Band kommt eine Unmenge an neuen Personen vor, aber der Ablauf der Handlung ist deutlich besser und durchgängiger strukturiert. Es wird nicht so sehr von einem zum nächsten und wieder zurück gesprungen, was bei dem ersten Band den Lesefluss doch etwas störte. Hier entsteht die Atemlosigkeit der Handlung allein durch das gruselige Ambiente und die Einbindung der Personen, nicht durch die Verwirrung, die durch einen inflationären Verbrauch an neuen, irgendwie handelnden Charakteren, die eine Seite später schon wieder verstorben sind. Dafür fließt Hektoliterweise das Blut, schließlich müssen die Wesen ja am Leben erhalten werden.

 

Wie auch in den Hörspielen werden mal wieder ein paar neue Antworten auf drängende Fragen eingestreut, dafür tun sich aber auch genau so viele neue Abgründe auf. Man kann die Buchserie also auch noch hundert Bände lang weiterführen. Dafür gewinnen die Protagonisten immer klarere Konturen und Profil. Besonders Steven, der bislang mehr ein lästiges Anhängsel war, denn eine selbstständig handelnde Person. Er wächst ein wenig über sich selbst hinaus, seine Fähigkeiten wachsen und er kann sie besser kontrollieren – auch wenn es ihm unendlich schwer gemacht wird. In diesem Band kann Bakerman sehr froh sein, dass Steven sich beherrschen kann.

 

Solange den Machern die Ideen für weitere Hörspiele nicht ausgehen, solange werden wohl auch noch Bücher erscheinen, denn in jedem Hörspiel stecken auch lose Fäden, die in solchen Sidestories weitergesponnen werden können. Nur zu. Auch wenn es für den ein oder anderen Hörspielfan vielleicht eine bittere Pille sein mag, sich auch noch unbedingt die Bücher holen zu müssen, um die losen Fäden zu einem Ende zu führen.

 

Auf jeden Fall ist es spannende Unterhaltung und man muss nicht unbedingt die ganze Serie Wort für Wort kennen, um sie zu verstehen. Das Buch kann (fast) auch für sich stehen.

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Buch:

Verehrung

Reihe: Gabriel Burns Bd. 2

Autoren: Andreas Gloge und Volker Sassenberg

Ullstein, Juli 2007

Taschenbuch, 189 Seiten

ISBN-10: 354826719X

ISBN-13: 978-3548267197

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 20.09.2007, zuletzt aktualisiert: 05.08.2019 19:15