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Visus von Richard Hayer

Rezension von Martin Weber

 

Im Jahr 1369 versucht Pierre I. de Lusignan, König von Zypern, Jerusalem und Armenien, mit einem riesigen mysteriösen Objekt namens „Auge Gottes“ in ein armenisches Kloster zu fliehen. Dort soll sich ein zweites „Auge Gottes“ befinden, und - so glaubt de Lusignan – sobald er beide Gegenstände in seiner Gewalt hat, wird ihm gottgleiche Macht zuteil werden und er kann die Ungläubigen dieser Welt mit Feuer und Schwert bekehren. Doch der König wird getötet, bevor er an Bord des Fluchtschiffes CATHERINE gelangt. Das Schiff sticht also ohne ihn in See und geht wenig später in den Weiten des Schwarzen Meeres verloren.

 

Über sieben Jahrhunderte später hat sich ein Bergungsteam mit der SEA WASP aufgemacht, um die im Laderaum der CATHERINE vermuteten Schätze zu heben. Tatsächlich hat die Crew Erfolg, allerdings haben ihre Mitglieder keine Ahnung, dass sie damit die Büchse der Pandora öffnen. Tod und Verderben suchen die Besatzung heim, einzig die junge Historikerin Anahit Sarian entgeht dem schrecklichen Ende. Sie weiß nicht, dass die inzwischen eingeschalteten Behörden der Meinung sind, sie sei Mitglied einer terroristischen Vereinigungen, die das Ziel verfolgt, eine neue Biowaffe zum Einsatz zu bringen. Zu dieser Ansicht sind die Behörden gelangt, weil sich ein verhängnisvoller Krankheitserreger, der dem Schwarzen Tod des Mittelalters ähnelt, zum Massaker auf der SEA WASP zurückverfolgen lässt.

 

Währenddessen erhält der hoch verschuldete Maler Robert Casty den Auftrag, in einem armenischen Kloster, dessen Standort niemand kennt, nach dem Meisterwerk des angeblichen Renaissancegenies Visus zu suchen. Casty gerät damit zwischen die Fronten der Instanzen, die den Terroristen hinterher jagen, und einer geheimnisvollen Organisation, die das Mysterium des Klosters wahren will. Denn auch die vermeintlichen Terroristen scheinen das versteckte Kloster als Ziel zu haben …

 

 

KOMMENTAR

 

Eigentlich hat >Visus< alle Ingredienzien, die ein guter Mysterythriller braucht: ein uraltes Rätsel, dessen Aufdeckung welterschütternde Konsequenzen hätte; die lebensgefährliche Jagd nach Hinweisen, um dieses Rätsel lösen zu können; ein fanatischer Geheimbund; eine Bedrohung von immensen Dimensionen; machtgierige Militärs und Geheimdienste etc.

 

Zudem hat es den Anschein, dass Richard Hayer sehr sorgfältig recherchiert und die Handlung gründlich konzipiert hat, allerdings fehlt der Geschichte alles in allem der letzte Kick, auch wenn ich nicht wirklich definitiv festmachen kann, woran das liegt. Eine Rolle spielt sicher, dass die Story einige Längen aufweist, unter anderem etwa, weil der Schriftsteller manche Protagonisten wie Hauptfiguren einführt, um sie dann im Lauf der Handlung zu Nebensächlichkeiten zu degradieren (Seena und Arran). Auch das Duo Anahit & Robert wächst einem nicht richtig ans Herz, weshalb die diversen Bedrohungen und Schicksalsschläge, denen sie ausgesetzt sind, kalt lassen. Mit fortschreitender Handlung driften die Geschehnisse zudem immer stärker ins extrem Fantastische ab, weshalb schwer fällt, das Ganze noch irgendwie in der Wirklichkeit verankert zu sehen. Aus diesem Grund ist der Satz im Klappentext „ein atemberaubender Thriller voller Realitätsbezug“ alles andere als ernst zu nehmen. Sicherlich ist die Gefahr einer weltweiten Pandemie nicht zu unterschätzen, freilich wird sie mit Sicherheit aber nicht von einer derart abstrusen Quelle ausgehen.

 

Da am Ende genauso viele Fragen offen bleiben wie beantwortet werden, schlägt man das Buch mit dem Gefühl zu, dass der Autor dem Leser was Relevantes vorenthalten hat. Weil der Roman jedoch als relativ preisgünstiges Taschenbuch vorliegt, sollte sich niemand von den genannten (subjektiven) Kritikpunkten abhalten lassen – am besten selbst mal Reinlesen und ein eigenes Urteil bilden.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 3 von 3.

gast
Sonntag, 22. August 2010 17:01 Uhr
ich lese das buch gerade und kann nichts dagegen sagen find es toll ,jeder hat halt so seinen stil eine geshichte spannend rüberzubringen .

gast
Mittwoch, 17. Oktober 2007 20:43 Uhr
Hayer sollte bei seinem erlernten Beruf bleiben - ob als Wissenschaftler oder Manager - und auf das Schreiben von Büchern verzichten. Das Buch "Visus" ist einfach unbefriedigend. Der permanente Szenenwechsel nährt den Verdacht, dass das Buch in Abendstunden zusammengestückelt wurde. Das Ende ist eine Witznummer. Das Nachwort pseudowissenschaftlich und teilweise falsch. Kurzum: rausgeschmissenes Geld für dieses Buch.

gast
Mittwoch, 17. Oktober 2007 20:33 Uhr
käse

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Visus

Autor: Richard Hayer

Broschiert: 464 Seiten

Verlag: Ullstein Tb (August 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3548266940

ISBN-13: 978-3548266947

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 29.09.2007, zuletzt aktualisiert: 05.08.2019 19:15