Von Feuer und Dampf (Herausgeber: Stefan Cernohuby)
 
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Von Feuer und Dampf hrsg. von Stefan Cernohuby

Rezension von Frank W. Werneburg

Klappentext

Was wäre wenn …

… die Welt im Jahre 1899 völlig anders wäre, als wir sie kennen?

… ein dampfbetriebener Golem Berlin unsicher macht?

… in Hamburg Schiffe und Zeppeline um die Vorherrschaft kämpfen

… das Münchner Oktoberfest bahnbrechende Erfindungen präsentiert?

… eine gewaltige Maschine unter Wien auf ihren Einsatz wartet?

Sechzehn Autorinnen und Autoren haben gemeinsam eine alternative Realität erschaffen. Sie erzählen kleine und große, jedoch stets miteinander verknüpfte Geschichten in den Städten Berlin, Wien, Hamburg und München. Die Anthologiereihe Spiegelwelten präsentiert mit Von Feuer und Dampf das erste deutschsprachige Werk, das sich voll und ganz dem Thema Steampunk widmet.

Rezension

Diese von Stefan Cernohuby herausgegebene Anthologie fällt aus dem Rahmen, und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Dass die Anthologie sich dem Thema Steampunk verschriebt, ist zwar nicht so häufig zu beobachten, aber auch nicht als übermäßig außergewöhnlich anzusehen. Anthologien gibt es schließlich zu beinahe jedem Thema oder Genre. Was für Anthologien dagegen wirklich a-typisch ist, ist das Zusammenspiel der Geschichten. Meist werden schließlich Kurzgeschichten verschiedener Autoren zusammengefasst, die zwar alle eine gemeinsame Grundidee verfolgen, diese aber unabhängig voneinander von verschiedenen Seiten angehen. Genau das trifft bei Von Feuer und Dampf aber nicht zu. Die einzelnen Beiträge verweisen immer wieder mehr oder weniger deutlich aufeinander.

 

Das zeigt sich zwar besonders innerhalb der ›Städteabschnitte‹, doch gibt es derartige Überschneidungen auch über diese hinaus. Beispielsweise wird im Berlin-Abschnitt in der Geschichte Mit Begleitung bei einem Gespräch beiläufig erwähnt, dass die Einweihung des Elefantentors kurz bevorsteht. Der Protagonist der Kurzgeschichte Der Rosenbaum-Golem, ein Erfinder und Industrieller, wohnt dieser Einweihung dann bei, während Der Puppenspieler das Ereignis aus einer gänzlich anderen Sicht erlebt. Ein ähnliches Ineinandergreifen ist in diesem Buch immer wieder zu beobachten. Zwischen den beteiligten Autoren muss es also umfangreichere Absprachen gegeben haben.

 

Inhaltlich steht natürlich Steampunk im Fokus der grob um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert angesiedelten Geschichten. Die Genre-typische Technik ist stets präsent, doch spielt in manchen Beiträgen wie »Der Rosenbaum-Golem« auch die Mythologie eine Rolle.

In anderen werden soziale Aspekte der Zeit einbezogen oder in Das Trambahnritzenreinigungsweiberl feministische Aspekte thematisiert.

 

Auffällig ist, dass es eigentlich keine negativen Ausrutscher wie in den meisten anderen Anthologien gibt. Alle 15 Kurzgeschichten können überzeugen, Prolog und Epilog, die hier im Grunde eigenständige Geschichten sind, ebenfalls.

Fazit

Steampunk-Fans kann diese sowohl außergewöhnliche wie auch gelungene Anthologie sehr empfohlen werden.

Inhalt

Prolog – Torsten Sträter

Saubere Arbeit – Charlotte Engmann

Mit Begleitung – Oliver Hohlstein

Der Rosenbaum-Golem – Gerd Scherm

Der Puppenspieler – Felix Woitkowski

Die Weltmaschine – Andreas Gruber

Die Sache mit Valentin – Claudia Hornung

Die neue Eiszeit – Nina Horvath

Das Dampftaxi – Stefan Cernohuby

Exotische Intrigen – Sylke Brandt

Kesselchen – Philipp Bobrowski

Die Luft der Freiheit – Chris Schlicht

Die letzte Fahrt der Prometheus – Stefan Cernohuby

Minimale Chancen – Michael Wozonig

Raketen und Revoluzzer – Damian Wolfe

Der Automaten-Imbiss – Marco Ansing

Das Trambahnritzenreinigungsweiberl – Simone Edelberg

Epilog – Torsten Sträter

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Buch:

Von Feuer und Dampf

Herausgeber: Stefan Cernohuby

Taschenbuch, 292 Seiten

Selbstverlag, 16. Juni 2025 (überarbeitete Neuausgabe, Original 2013)

Cover: Jürgen »Georgie« Retzer

 

ISBN-13: 9798282642827

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B0F8457Q7X

 

Erhältlich bei: Amazon Kindle-Edition


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Erstellt: 17.07.2025, zuletzt aktualisiert: 17.07.2025 10:50, 24895