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Vor Vampiren wird gewarnt von Charlaine Harris

Rezension von Christel Scheja

 

Mit „Vor Vampiren wird gewarnt“ geht die Serie um Sookie Stackhouse bereits in die zehnte Runde, aber ein Ende ist noch nicht abzusehen. Charlaine Harris scheint immer noch neue Ideen zu haben und diese ausführen zu wollen. Und wieder spielt die „liebe Familie“ die Hauptrolle.

 

Sookie erholt sich nur langsam von der Folter, die ihr die feindlich gesinnten Feen angedeihen ließen, denn auch wenn die äußerlichen Wunden mittlerweile verschwunden sind, die in der Seele sind immer noch offen, denn sie hat in dem abschließenden Kampf ihre Kusine Claudine, eine Vollblutfee, verloren, die zu allem Übel auch noch schwanger war. Da sich auf Sookies Land immer noch das Portal in die Feenwelt existiert, zieht Claude bei der jungen Telepathin ein, um ein Auge auf sie zu haben.

Eric hat ihr damals nicht wirklich helfen können, da er von Victor, dem Gesandten eines anderen Vampirfürsten gefangen gehalten wurde. Aber Sookie nimmt es ihn nicht übel, denn inzwischen versteht sie immer besser, dass auch die Welt der Vampire sehr kompliziert sein kann.

Die Zeit der Ruhe nutzt Sookie auch, um bei ihrem früheren Geliebten Bill vorbei zu schein, der sich von einer Schwertwunde immer noch nicht richtig erholt hat und ihre Beziehung zu Eric zu vertiefen.

Ehe sie sich jedoch versieht, sind die friedlichen Stunden vorbei, denn das Werwolfrudel, dem sie erlaubt hat, auf ihrem Land zu jagen, entdeckt nicht nur eine Leiche sondern auch Spuren von anderen Feen.

Dann taucht auch noch Appius Livius auf, der Schöpfer von Eric. In seinem Schlepptau hat er einen jungen Mann, den er als Alexej vorstellt. Er quartiert sich bei Eric ein, der keine andere Wahl hat, da derjenige der ihn erschaffen hat, auch absolute Macht über seinen Willen besitzt. Nach und nach wird jedoch deutlich, dass die beiden eine Menge zu verbergen haben, was zufällig auch noch mit der Leiche zu tun hat...

 

Zwar beherrscht Charlaine Harris die schmale Gradwanderung zwischen Dark Fantasy und Soap immer noch weit besser als viele ihrer Kolleginnen, aber man merkt doch, dass die Serie selbst ihren Zenith bereits überschritten hat.

Die Geschichte selbst ist sehr einfach gehalten und schlicht gestrickt, die Überraschungen sind nicht wirklich welche. Der Roman lebt in erster Linie davon, dass Leser die Figuren mittlerweile recht lange kennen und zwischen diesen ein enges Beziehungsgefüge entstanden ist.

Deswegen bleiben auch gerade die Neuzugänge sehr blass und erhalten nur wenig Profil. Gerade Erics Schöpfer und sein neuer Sohn bleiben nicht sonderlich im Gedächtnis.

Zudem kommt die Geschichte auch nicht wirklich in die Gänge, da zu viel aus dem letzten Buch aufgearbeitet werden muss und sich dabei leider auch in Geplänkel ergeht, dass zwar Ambiente schaffen mag aber nicht wirklich weiter bringt.

Immerhin ist das Buch gefällig geschrieben, man kommt auch als Gelegenheitsleser halbwegs in die Handlung ... aber wirklich bewegend und mitreißend ist keines der Ereignisse. Vor allem hat man gelegentlich das Gefühl, allem schon einmal irgendwie begegnet zu sein.

 

Wer von den Romanen und der Fernsehserie begeistert ist, wird sicherlich noch den ein oder anderen Leckerbissen für sich finden, als Gesamtwerk ist „Vor Vampiren wird gewarnt“ aber eher durchschnittlich und weit von der Qualität der ersten Bücher entfernt, als das Konzept noch neu war.

 

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Vor Vampiren wird gewarnt

Reihe: Sookie Stackhouse, Bd. 10

Autor: Charlaine Harris

broschiert, 384 Seiten

dtv, München, erschienen April 2011

Übersetzung aus dem Englischen von Britta Mümmler

Titelbild von Lisa Helm

ISBN-10: 3423212837

ISBN-13: 978-3423212830

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


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Erstellt: 03.05.2011, zuletzt aktualisiert: 05.08.2019 19:15