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Wall-E 2 Disc Special Edition

Rezension von Eileen Weinreich

 

Rezension:

Irgendwann Mitte des 21. Jahrhunderts ist die Erde nicht mehr bewohnbar. Die Menschen haben den Planeten vollkommen vermüllt, sodass Leben nicht mehr möglich ist. Aufgrund dessen haben die Menschen sich in einen luxuriösen Sternenkreuzer begeben und befinden sich auf einer endlosen Kreuzfahrt durch das Weltall.

Die Erde wird währenddessen vom Roboter Wall – E aufgeräumt. Als der fleißige Roboter, der inzwischen so etwas wie eine Persönlichkeit entwickelt hat und unter seiner Einsamkeit leidet, eines Tages wieder auf Aufräummission ist, macht er eine merkwürdige Bekanntschaft.

Ein weißer und deutlich moderner aussehender Roboter namens Eve kommt auf die Erde, um dort nach Anzeichen von Leben zu suchen.

 

Ab dem ersten Moment ist es um Wall – E geschehen: Er verliebt sich in Eve und zeigt ihr seine kleinen Schätze, die er in seinem Container aufbewahrt, den er mit einer Küchenschabe bewohnt. Unter anderem hat er auch gefunden, wonach Eve sucht – eine grüne Pflanze und damit ein Zeichen von Leben. Sofort begibt sie sich zurück auf den Sternenkreuzer, um dort Meldung zu machen. Wall – E versteht die Welt nicht mehr als seine neue Freundin einfach verschwindet. Der tapfere kleine Roboter ist jedoch fest entschlossen, sich damit nicht abzufinden und folgt ihr. Auf dem Luxusraumschiff angekommen, stellen Eve und Wall – E aber schnell fest, dass die Pflanze als Zeichen von wiedergekehrter Bewohnbarkeit der Erde nicht von allen gerne gesehen wird. Fortan liegt das weitere Schicksal der Menschen und der Erde in seinen und Eves Händen.

 

Wie von Pixar nicht anders zu erwarten war, handelt es sich bei „Wall – E“ um einen mit viel Liebe zum Detail gemachten Animationsfilm, der rein optisch ein Fest für die Augen darstellt. Die gerenderten Grafiken lassen viel Arbeit seitens der Entwickler vermuten, denn nicht nur die Roboter sind rein optisch mehr als nur ein Haufen Blech. So wird eindrucksvoll dargestellt, was aus der Erde geworden ist, nachdem die Menschen sie vollkommen verdreckt haben. Bei dem, was der kleine Roboter tagtäglich wegräumen soll, handelt es sich nicht nur um formlose Müllberge. Bei genauerem Hinsehen ist stellenweise zu erkennen, worum es sich handelt – Fahrräder, Autoreifen, Kühlschränke, Fernseher usw.

Auch bei den zahlreichen Robotern, die im Film vorkommen, wurde nicht mit Details und Einzelheiten gespart. So kann man an allein schon an Wall – E jeden Rost- oder Dreckfleck, jeden Schalter und jeden zerkratzten Knopf genau erkennen. Rein technisch gesehen handelt es sich bei „Wall – E“ schon um ein Meisterwerk.

 

Aber nicht nur die technische Präsentation kann überzeugen.

Beeindruckend ist es, dass Wall – E und Eve Persönlichkeiten werden, obwohl sie sich keiner wirklichen Sprache bedienen. Wall – E kann z.B. nicht mehr sagen als seinen Namen und auch mit Eves sprachlichen Kenntnissen ist es wenig weiter her. Dennoch erwachsen beide, vor allem der Hauptheld Wall – E, zu extrem liebenswürdigen Figuren, die man als Zuschauer sofort und völlig kompromisslos in sein Herz schließt. Bereits im ersten Drittel des Films, in dem man lediglich Wall – E dabei beobachtet, wie er seinen Tagesablauf gestaltet, wächst einem der kleine Blechhaufen ans Herz. Dies geschieht lediglich über seine Tätigkeiten und vor allem über seinen Herz erweichenden Blick durch die beiden Blechaugen. Es ist deutlich sichtbar, dass Wall – E eine Persönlichkeit entwickelt hat und unter seiner Einsamkeit auf der verdreckten Erde leidet. So passt er auch gut auf seinen einzigen Freund, eine Küchenschabe, auf. Auch die anderen Roboter können überzeugen. So z.B. später, als Wall – E versehentlich durchgeknallte Roboter freilässt, die allesamt einen leichten Defekt zu haben scheinen. Auch Eve ist eine Persönlichkeit für sich. Sie wirkt zunächst recht kühl und nur darauf bedacht, ihren Auftrag zu erfüllen. Schnell wird jedoch klar, dass auch sie in all ihren Leiterplatten und Schaltkreisen so etwas wie ein Herz haben muss, denn in selbiges schließt sie den tollpatschigen kleinen Roboter von der Erde.

 

Wie es in einigen der neueren Pixar – Filmen der Fall war, so ist der Haupttenor dieses Films auch eine deutliche Kritik an die Menschen und ihre Weise mit ihrem Planeten umzugehen. Die Erde ist voll von Müllbergen, die sogar den Blick auf den Himmel versperren, in der Umlaufbahn der Erde ist kein Meter mehr Platz, weil sich überall Satelliten aneinander drängen. Die Menschen auf dem Luxusraumschiff werden keinen Deut besser dargestellt. Dadurch, dass sie sich nicht mehr aus ihren vollelektronischen Sesseln bewegen müssen, sondern von Robotern bedient werden, sind sie allesamt fett und faul geworden. Sogar das Gehen haben sie verlernt. All dies zusammen zeigt doch recht deutlich, was der Film dem Zuschauer sagen möchte. Eingebettet wird dies hier eben in die zuckersüße Geschichte um Wall – E und Eve.

 

Alles in allem handelt es sich bei diesem neuesten Streifen von Pixar wieder einmal um ein wahres Meisterwerk der Animationstechnik. Rein optisch stimmt hier einfach alles, die Figuren wachsen einem rasend schnell ans Herz und der moralische Aspekt bleibt auch nicht auf der Strecke. Wichtig zu erwähnen ist hier allerdings, dass nie ein erhobener Zeigefinger zu erkennen ist. Vielmehr werden die Menschen auf die Schippe genommen, dies allerdings in einem ernsten Kontext. Dadurch wird der Film zu einem Erlebnis für die gesamte Familie, denn es ist für jeden etwas dabei.

 

Die DVD:

Die Aufmachung der Doppel – DVD Edition ist durchaus hochwertig

Deutlich wird dies vor allem an Bild und Ton.

Das Bild ist gestochen scharf, nichts wirkt körnig oder nachlässig umgesetzt. Auch der Ton ist sehr gut. Es gibt keine Verzerrungen oder ähnliches. Ab und an sind DVDs ja zu leise – dies ist hier nicht der Fall. An Qualität wurde hier offenbar nicht gespart.

 

Die Features:

Neben den Standardextras wie Making – of oder Kommentar des Regisseurs zu ausgewählten Szenen, gibt es hier noch jede Menge mehr, sodass sich diese Edition definitiv lohnt. Sie ist vollgepackt mit sehenswerten, interessanten und witzigen Extras.

 

Das Wichtigste bei den Extras sind aber wohl die zwei Kurzfilme.

Bei dem Kurzfilm „Presto“ handelt es sich um einen im gleichen Stil wie der Hauptfilm animierten Streifen über einen Zauberer und seinen Hasen. Der Hase hat vom vielen sich aus dem Hut ziehen lassen Hunger und möchte nichts mehr als endlich seine Möhre futtern. Der Zauberer jedoch ist in Eile und hat keine Zeit für so belanglose Dinge wie Essen. Dies wird ihm auf der Bühne jedoch zum Verhängnis…

„Presto“ ist nette Kost für zwischendurch und dient der Abrundung des Hauptfilms, obwohl er eigentlich gar nichts mit ihm zutun hat. Dennoch ist er absolut witzig und sorgt für jede Menge Lacher. Ebenso wie der zweite Kurzfilm „Burn – E“. Wie schon am Titel zu erkennen, handelt es sich hierbei um einen Film über einen Roboter. Dieser taucht im Hauptfilm sogar ganz kurz mal auf, spielt aber keine Rolle. In seinem eigenen Kurzfilm kann man den kleinen Reparaturroboter, der ähnlich tollpatschig wie Wall – E ist, nun bei seiner Arbeit bewundern. „Burn – E“ ist fast lustiger als „Presto“ und stellt zudem eine Art Ergänzung zum Hauptfilm dar. Er zeigt Szenen, die man in „Wall – E“ selbst gar nicht sieht, die für sich genommen aber einen extrem witzigen Kurzfilm darstellen, bei dem herrlich lachen kann.

 

Interessant sind auch die zusätzlichen Szenen, die hier eigentlich vielmehr alternative Szenen sind. Denn die bei beiden Szenen wurde die Handlung in der Endfassung komplett geändert. Auf DVD 2 gibt es noch mehr solcher Szenen, diese scheinen aber wohl nicht in die engere Auswahl für den Film gekommen zu sein, da sie kaum mehr als animierte Kohlzeichnungen sind. Alle Szenen sind definitiv wert, sie sich anzusehen.

 

Neben den erwähnten Kurzfilmen gibt es noch einige Werbefilme der fiktiven Firma Buy n Large, die im Film eine Art Hintergrund darstellt. Buy n Large, BnL abgekürzt, wird hier sehr zweideutig und dabei vor allem zwielichtig dargestellt. Dies geschieht durch honigsüße kleine Werbefilmchen, die wohl der Gehirnwäsche dienen sollen. Vermutlich stellen auch diese Filme eine Kritik an die Macht der Werbung bzw. des TV dar. Ebenso sehenswert wie die anderen Kurzfilme, da sie in jedem Fall zum nachdenken anregen.

 

Für alle, die dann immer noch nicht genug haben vom herzallerliebsten Wall – E, gibt es noch den Menüpunkt ‚Wall – Es Schätze und Schmuckstücke’. Dabei handelt es sich eigentlich nur um höchst witzige Szenen, die Wall – E dabei zeigen, wie er einfach nur tollpatschig ist. Obwohl dies noch nicht mal ein richtiger Film oder Ähnliches ist, ist es dennoch sehenswert, da auch hier viel Witz und Humor zu finden ist. Außerdem ist Wall – E einfach zu niedlich in all jenen Situationen.

 

Unterhaltsam und aufschlussreich ist dann noch die Dokumentation über die Entstehung und den Erfolg von Pixar. Genauer betrachtet handelt es sich dabei zwar auch nur um eine einzige große Selbstbeweihräucherung, spannend ist es aber dennoch zu sehen, wie sich die Filme rein technisch weiterentwickelt haben. Die Lebensgeschichte der Mitwirkenden ist hierbei aber wohl nur von mäßigem Interesse.

 

Bei „Viele Bots – Abenteuerbuch“ findet man viele kleine Minispiele, die wohl eher für das jüngere Publikum geeignet sind. Es handelt sich hierbei um kleinere Aufgaben, bei denen man z.B. Roboter zusammenbauen kann. Unterlegt sind die Spiele stets mit der freundlichen Stimme einer Frau, die Wall – E im Hauptfilm kennengelernt und sofort in ihr Herz geschlossen hat.

 

Fazit:

Bei den Features wurde hier also nicht nur lieblos langweiliges Bonusmaterial aneinandergereiht, um die Käuferzahlen der teureren Doppel – DVD – Edition in die Höhe zu treiben. Die Macher haben sich viele interessante und lustige Extras einfallen lassen, die es wirklich wert sind, sich anzusehen.

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Eure Meinung:

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DVD:

Wall-E 2 Disc Special Edition

USA, 2008

Regisseur: Andrew Stanton

Komponist: Thomas Newman, Peter Gabriel

Format: Dolby, PAL, Special Edition

Sprache: Deutsch Türkisch , Englisch

Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch

Region: Region 2

Bildseitenformat: 16:9

Anzahl Disks: 2

Disney, 5. Februar 2009

Spieldauer: 95 Minuten

 

ASIN: B001E960PA

 

Erhältlich bei: Amazon

Features:

  • Kurzfilm: Presto - der Kampf eines Zauberers mit seinem leidgeprüften Kaninchen
  • Kurzfilm: BURN-E - Ein Tag im Leben des Reparaturroboters BURN-E
  • Vorschau: WALL-Es Tour durchs Universum
  • Audiokommentare von Regisseur Andrew Stanton
  • Feature: Sound-Design im Animationsfilm
  • Die Pixar-Story von Leslie Iwerks
  • Weitere zusätzliche Szenen
  • WALL-Es Schätze & Schmuckstücke
  • Buy n Large Kurzfilme
  • Viele Bots Abenteuerbuch
  • Das Making of

DarstellerInnen:

  • Benjamin A. Burtt
  • Elissa Knight
  • Jeff Garlin

Eintrag in der Philm-DB:

WALL-E


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Erstellt: 07.03.2009, zuletzt aktualisiert: 27.11.2017 19:32