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Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili von Uwe Post

Reihe: Walpar Tonnraffir Band 2

 

Rezension von Ralf Steinberg

 

Verlagsinfo:

Walpar Tonnraffir hilft einem Außerirdischen namens Hatsu Chili gegen die ominösen Veranstalter, die von dem Jungen verlangen, dass er sich als pulverisiertes Genmaterial der Ursuppe eines jungfräulichen Planeten hinzufügt. Dabei stößt Walpar in ein kreischbuntes, von schrägen Vögeln bevölkertes Universum vor, das noch nie zuvor ein Mensch betreten hat. Oder vielleicht doch?

 

Rezension:

Sieben Jahre ist es her, da der Weltraumdetektiv Walpar Tonnraffir von Uwe Post zu seinem ersten Abenteuer aufbrechen durfte. Auch in der Zukunft dreht sich das Rad der Zeit, die Figuren werden älter, bis auf Nera, Walpars noch immer Ex-Schwiegermutter. Doch auch wenn sich die Anzeige auf der Lebensuhr ändert, Walpar Tonnraffir wird stets eine schöne Stange seiner Tage irgendwo in Schwierigkeiten verbringen. So auch diesmal.

Doch zunächst fängt alles eher normal an. Das Prologabenteuer besteht Walpar mit Chuzpe und einem lockeren Sprüchlein auf den Lippen. Auch einer üblichen Beugehaft kann er locker entkommen, wobei sein Mundwerk eher Juniorpartner ist, da sich sein hackender, inzwischen erwachsener Neffe Kerbil der KI des Untersuchungsandroiden angenommen hat. Es fehlt eigentlich nur noch ein Taxi um dem tristen Ort zu entkommen, als ein außerirdisches Raumschiff auftaucht, und den Tag wieder einmal ins Chaos stürzt.

Mit diesem Raumschiff floh nämlich der junge Beamte Hatsu Xýll vom Planeten Rýp vor seiner Rolle als Auserwählter der Veranstalter die Ursuppe mit seinem kleingehäkselten Selbst zu würzen. Selbstverständlich wird er verfolgt und genauso logisch haben weder Walpar, noch Kerbil, Nera oder Henriette irgendeine Chance, sich aus dem Schlamassel herauszuhalten …

 

Auch wenn man nicht unbedingt Walpar Tonnraffir und der Zeigefinger Gottes gelesen haben muss, um sich in Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili zurechtzufinden, so ist es doch ein freudiges Wiedersehen für alle Fans des ersten Bandes.

Der schwule Weltraumdetektiv mit dem schlappen Pferdeschwanz bringt eine Reihe von Figuren mit sich, die zum Teil ein erfrischendes Update erhalten. So wird etwa Neffe Kerbil wieder als umtriebiger Hacker und Filmfan eingesetzt, seine Hintergrundgeschichte erweitert sich jedoch auf exorbitante Weise.

Neu hinzugekommen ist der Rýper Hatsu Xýll, dessen Aussprachvariante Chili dem Titel seine lustige Doppelbedeutung gab. Als Wahrer von Ordnung und Regeln auf einem Freudenmond hätte er glücklich sein können. Doch der Überlebenswunsch treibt ihn hinaus ins All, in Walpars Arme, und der rettet grüne Aliens noch vor dem Frühstück.

Während die Erde in ihrem Saft köchelt, in das Postsche Universum drumherum schon ganz gar. Die Veranstalter bestimmen die Regeln und setzen sie durch. Uwe Post baut hier mit Absicht eine überregulierte Gesellschaft auf, da sie mit dem anarchistischen Wesen Walpars aufs Schönste kontrastiert. Dadurch gelangt der Weltraumdetektiv an einige hinreichend kafkaeske Schauplätze, um die Leserschaft die spitzen Zähne bissiger Satire spüren zu lassen.

Das gelingt Uwe Post ganz besonders beeindruckend in der Erschaffung eines riesigen Messeplaneten, dessen beste Zeit längst vorbei ist, ohne dass der halb- bis vollautomatische Messebetrieb das wirklich zur Kenntnis nahm. Daraus ergeben sich wunderbare Slapstik-Szenen, diverse Anspielungen auf andere SF-Welten, inklusive einer sehr tiefen Verbeugung vor Terry Pratchett.

Doch auch hier nutzt Uwe Post die Szenerie nicht vollständig aus, verlässt sie zu früh und mit dem leichten Nachgeschmack der Enttäuschung, nicht alles aus Situation und Setting herausgeholt zu haben.

 

Auch die Wege der Figuren nehmen immer mal wieder seltsame Bahnen an, ohne das unbedingt zu erkennen ist, warum sie sich nun treffen oder verlassen, außer zur Generierung einer witzigen Szene. Denn daran besteht kein Zweifel: Uwe Post schreibt köstliche Satire und versteckt erneut vollgestopfte Extrapolationen unserer alltäglichen Probleme in kleinste Details. Zudem tröpfelt er einige seiner Kenntnisse aus seinem Brotjob in den Text, was zumindest für Insider ein zusätzliches Vergnügen bedeutet.

 

Am Ende hat das Abenteuer einen würdigen Abschluss gefunden, weiteren Bänden steht nur mangelnder Erfolg bei der Leserschaft im Weg. Deshalb nutzt eure Chance, helft dem Universum zu überleben: Ohne Walpar klappt das jedoch nicht!

 

Das Titelbild des zweiten Walpar-Bandes gestaltete erneut Si-yü Steuber. Die dramatische Szene stammt direkt aus dem Buch und zeigt Walpar inklusive Pinguinphon auf der Flucht vor einem intelligenten Einheimischen. Ein passender Appetizer für das Buch.

 

Fazit:

Mit »Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili« setzt Uwe Post seine herrliche Satire-Reihe um den sympathischen Anarcho-Weltraumdetektiv fort. Ein erfreulich unterhaltsames Abenteuer zwischen juristischen Klauseln, Familienbanden und unabsagbaren Pflichtveranstaltungen.

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Eure Meinung:

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Buch:

Walpar Tonnraffir und die Ursuppe mit extra Chili

Reihe: Walpar Tonnraffir Band 2

Autor: Uwe Post

Atlantis Verlag, 20. Juni 2017

Gebundene Ausgabe, 198 Seiten

Cover: Si-yü Steuber

ISBN: 9783864024825

 

Taschenbuch:

ISBN-10: 3864024811

ISBN-13: 978-3864024818

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Kindle-ASIN: B06ZYMLSX1

 

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Erstellt: 04.10.2017, zuletzt aktualisiert: 02.11.2018 16:20