Mit magischen Gaben wird man in Aloria nicht geboren, sondern man gewinnt sie durch Herausforderungen. Doch diese sogenannten Trials sind nicht gerade einfach und bringen so manchem Menschen den Tod. Deshalb melden sich nicht so viele zu ihnen wie es sich manche der herrschenden Lords erhoffen.
Das Waisenmädchen Lysta wird wie einst auch ihre Schwester von dem Herrscher der Stadt dazu genötigt, am Trialing teilzunehmen. Sie überlebt sehr knapp und soll von nun an als Waffe gegen die anderen Lords eingesetzt werden.
Das aber weiß ein junger Mann, ein Spion von einem der anderen Höfe zu verhindern und verhilft ihr zur Flucht, nur damit Lysta sich immer tiefer in die Intrigen verstrickt und bald nicht einmal mehr weiß, wem sie trauen kann.
Der Verlag selbst deutet an, dass die Geschichte für die Leser interessant sein könnte, die bereits Die Tribute von Panem und Die Rote Königin mochten und in der Tat bedient sich die Autorin vieler Elemente aus diesen Werken. Wieder dreht es sich um ein Mädchen aus der Gosse, das ganz allein ist und nun zum Spielball zwischen den einzelnen adligen Häusern wird.
Lauren Loscic schreibt sehr gefällig, die Geschichte ist einem lockeren und modernen Stil gehalten und nimmt sich Zeit, die Figuren und das Umfeld aufzubauen, aber das war es dann schon. Natürlich dürfen auch die die ersten leidenschaftliche Gefühle aufkommen, werden aber erst einmal aufgrund anderer dramatischer Entwicklungen zurück gestellt.
Das Intrigennetz ist interessant aufgebaut und wird zum Ende sogar recht spannend, aber es ist nicht zu übersehen, dass der Roman letztendlich doch auch wieder an einem Problem, das in der Romantasy leider häufig vorkommt: Das Magiesystem wird nicht sonderlich erklärt und die besonderen Kräfte dienen letztendlich nur als Werkzeug. Der Hintergrund bleibt blass. Dadurch dass sich die Handlung nur auf die Adelshöfe konzentriert, erfährt man nichts über die Kultur und die Außenpolitik.
Letztendlich bleibt ein zwiespältiger Eindruck. Die Zielgruppe, die vielleicht auch noch nicht so viel gelesen hat, wird die Geschichte sicherlich unterhaltsam finden, wer ein wenig mehr erwartet als das Übliche, der wird leider enttäuscht, denn der Roman unterhält kurz, hebt sich aber sich nicht sonderlich von ähnlichen Werken ab.