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WarCraft: The Board Game

Rezension von Christoph Hähnel

 

Bereits seit 12 Jahren dauert die Schlacht zwischen an Orks und Menschen nun an, mittlerweile mischten sich auch weitere Parteien in den Streit ein, wie die Nachtelfen und auch die Untoten. Nach dem sehr großen Erfolg Blizzards drei Warcraft-Echtzeitstrategiespiele und dem MMORPG „World of Warcraft“ bringt Fantasy Flight Games nun das passende Brettspiel heraus.

Hintergrundtechnisch gehört es zum dritten Teil von Warcraft, was für eine vier-Parteien-Landschaft sorgt, die eigentlich genügend Stoff für ein interessantes Spiel bieten dürfte. Im Folgenden will ich beschreiben, inwieweit das Spiel der Vorlage von Blizzard gerecht wird.

 

Der erste Blick auf das Cover sagt mir, dass zumindest an dieser Stelle auf den Wiedererkennungseffekt gesetzt wurde, denn die Aufmachung der Box ist die gleiche wie bei Warcraft drei, einzig die Box ist mit etwa 40x40x10 Zentimetern erheblich größer ausgefallen und unter dem WC-Schriftzug steht nun noch „the board game“.

Die Box enthält Spielsteine für 4 Armeen, jeweils etwa zwei Dutzend Zauberkarten, Einheitenkärtchen, Berge an Markern für Ressourcen, Special-Units etc. und nicht zuletzt einige Landschaftsteile, welche zu einem Spielfeld zusammengesetzt werden können. Das Spielfeld selbst ist ähnlich wie bei „die Siedler von Catan“ in Hexfelder untergliedert, wobei aber immer mehrere Felder zusammenhängen. So ist zwar nicht eine absolut frei wählbare Erstellung des Spielfeldes gewährleistet, aber es gibt immer noch haufenweise Möglichkeiten eines zusammenzusetzen. Entgegen der Computervorlage, bietet das Spiel nicht die Möglichkeit dutzende von unterschiedlichen Einheiten zu bauen, sondern konzentriert sich auf drei Einheitentypen und zwar fliegende, weit schießende und normale Nahkampfeinheiten. Diese werden auf dem Feld durch jeweilige symbolische Marker repräsentiert. Zudem erhält eder Spiele eine Liste der Baukosten und kleine Kärtchen, welche die Stärke und Stufe seiner Einheiten anzeigen.

 

Die einzelnen Züge unterteilen sich in vier Schritte „1. Bewegen 2.Ressourcen abbauen 3.Produktionen fertigstellen 4.Produktionen in Auftrag geben“, welche der Reihe nach auszuführen sind. Zunächst hat man die Möglichkeit eine Einheiten entsprechend ihrer Fertigkeiten eine bestimmte Anzahl an Hexfeldern fortzubewegen. Sollte sich eine Kampfeinheit auf das gleiche Feld wie eine Gegnerische begeben, kommt es zum Kampf, auf den ich später näher eingehen möchte. Befinden sich Bauern auf Ressourcenfeldern, wie Wald oder Goldminen, können sie diese abbauen, wobei ein Würfelwurf darüber entscheidet, wieviel abgebaut wird und ob die Mine geleert, bzw. der Wald gerodet wurde. Hierauf werden Einheiten oder Gebäude, die in der letzten Runde in Auftrag gegeben wurden fertiggestellt und stehen ab diesem Zeitpunkt zur Verfügung. Der vierte und letzte Schritt ermöglicht entweder das Bauen von Einheiten, einem Gebäude oder aber dem Upgrade eines Kämpfertypes.

Das Kampfsystem des Spiels erinnert sehr stark an Tabletopspiele wie Warhammer, wobei die Regeln jedoch deutlich einfacher gehalten wurde. Jeder Einheitentyp besitzt je nachdem welche Stufe er hat einen bestimmten Angriffswert, den es zu unterwürfeln gilt, sprich man muss entweder genau den Wert erwürfeln oder darunter liegen um eine gegnerische Einheit zu töten. Um so höher die Stufe des Kämpfertyps desto höher ist natürlich auch sein Angriffswert und somit die Wahrscheinlichkeit, dass er trifft. Die Kämpfe laufen immer in einer bestimmten Reihenfolge ab, so schlagen zuerst die Einheiten mit Entfernungswaffen zu, danach die Fliegenden und als letztes die gemeinen Nahkämpfer. Jedoch werden gleiche Typen gleichzeitig gewürfelt, sprich wenn auf beiden Seiten Nahkämpfer stehen, so hauen sie gleichzeitig aufeinander ein und nicht ein Spieler zuerst. So kann es durchaus sein, dass sich zwei Einheiten gegenseitig komplett auslöschen.

Um das Spiel möglichst abwechslungsreich zu gestalten, gibt es neben dem „normalen“ Ende, welches durch Ausschaltung aller Gegner, oder aber durch Erringung von 15 bzw. 20 Siegpunkten abhängig von der Zahl der Spieler.

Siegpunkte erhält man durch Upgraden der eigenen Einheiten auf die höchste Stufe (jeweils einen) oder aber durch besetzen bestimmter Felder auf dem Spielfeld, wie Wirtschaften, Lager etc. die ansonsten keine spielrelevante Bedeutung haben. Desweiteren enthält die Anleitung des Spiels nämlich noch eine große Doppelseite mit 5 Szenarien, welche besondere Regeln, Sondermarker und/oder ähnliches beinhalten. So geht es da beispielsweise um Gefangenenbefreiungen, oder aber ein Spieler muss den anderen ohne eigene Basis besiegen. Auf der Herstellerhomepage im Internet finden sich noch ein in paar weitere Szenarien zum Download, welche teils von Spielern teils vom Hersteller sind.

 

Auch optisch ist das Spiel gut gelungen, wenn auch schamlos alle Grafiken aus

Warcraft drei übernommen wurden. So haben tragen die Einheitenkärtchen, Die Symbole aus dem Spiel, gleiches gilt für alles, worauf sich irgendwelche Symbole befinden. Auch der Spielplan besteht aus Screenshots der Gebäude und Landschaften aus dem Spiel, wenn auch alles sehr hoch auflösende Bilder sind.

Wenn man darüber hinwegsieht, dass für das Spiel eigentlich nicht ein Pinselstrich getan wurde, ist es wirklich schön aufbereitet und auch sehr stimmig.

 

Das Spiel als solches ist wirklich gut gelungen, wenn auch man den Eindruck hat, dass ein bisschen von „Die Siedler von Catan“ geklaut wurde. So beispielsweise die Einteilung in Hexfelder oder aber der Gewinn durch Erringung von Siegpunkten. Abgesehen hiervon ist es jedoch wohl eine einzigartige und sehr gelungene Spielidee. Und dadurch, dass es nur drei Einheitentypen gibt und deren Werte entsprechend simpel gehalten sind, ist sobald man mit den Regeln vertraut ist ein zügiges Spielen möglich, das eine sehr gelungene Symbiose aus Action und Strategie darstellt. Anfängliche Angst, dass alle Spiele gleich ablaufen, sind unbegründet, da man zum einen die Rassen durchwechseln kann, welche alle unterschiedliche Vor- und Nachteile haben, sowie die Szenarios, wenn auch ich mir an dieser Stelle ein paar mehr gewünscht hätte.

Was leider auf der Box selber nicht steht, sondern nur in der Anleitung, ist, dass das Spiel für zwei oder vier Spieler gedacht ist und nicht für zwei bis vier. Zwar gibt es ein Szenario, welches für drei Spieler ausgelegt ist, jedoch ist das „normale“ Spiel nach Niederlage, bzw. Punkten aufgrund des Spielbrettaufbaus so gut wie niemals fair.

 

Insgesamt ein sehr gelungenes Spiel, welches jeden Strategie-Brettspielfan

begeistern wird, ganz zu schweigen von der warcraftbegeisterten

Brettspielerfraktion.

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 3 von 3.

Thayoak
Donnerstag, 02. März 2006 17:12 Uhr
Danke für die Info!
LG Thayo

FantasyGuide
Donnerstag, 02. März 2006 08:28 Uhr
Hi, unter http://www.hds-fantasy.de kannst du dir die deutschen Spielregeln herunterladen, vielleicht hilft das ja weiter.

Thayoak
Mittwoch, 01. März 2006 19:40 Uhr
Das einzige wirkliche review welches ich bis dato gefunden habe hab mir das board game gekauft stehe jetzt vor dem problem es zu spielen verstehe es überhaupt nicht kennt jemand ein forum? wo es um das thema warcraft das board game geht in deutsch wäre auch von vorteil!
danke lg thayo

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WarCraft: The Board Game

Hersteller: Fantasy Flight Games / Sprache: Englisch

Art.Nr.: FFGWC001

Autor: Kevin Wilson

Spieler: 2-4

Spielalter: ab 8 Jahre

Spieldauer: 60-90 Min.

Erhältlich bei: Amazon

 

Hinweis:

Deutsche Spielregeln als Download gibt es beim Heidelberger Spieleverlag.

 

Inhalt:

 

  • 13 Board Pieces;
  • 40 Wooden Melee Unit Markers;
  • 28 Wooden Ranged Unit Markers;
  • 16 Wooden Flying Unit Markers;
  • 4 Town Interfaces;
  • 8 Outpost Markers;
  • 32 Building Tiles;
  • 32 Worker Markers;
  • 36 Unit Tiles;
  • 84 Experience Cards;
  • 50 Gold Tokens;
  • 50 Wood Tokens;
  • 18 Depletion Tokens;
  • 4 Battle Dice;
  • 1 Recource Die;
  • 14 Quest Tokens

 

 

 


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Erstellt: 03.01.2006, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40