Die Quantentheorie ist gleichzeitig interessant und verwirrend. Sie ist verblüffend und irritierend. Und wirkt manchmal ziemlich unlogisch. Aber vielleicht ist es gerade das, was das Interesse immer wachhält.
Dieses Buch ist bei weitem nicht das 1. Buch über die Quantentheorie, das ich gelesen und rezensiert habe. Jedoch geht das Autoren-Gespann aus dem Physiker Frank Verstraete und der Autorin Céline Broeckaert, das anscheinend eine gemeinsame Wellenlänge gefunden hat (schließlich sind sie verheiratet), von einer gänzlich anderen Seite an die Angelegenheit heran als alle von mir bisher zu diesem Thema gelesenen Bücher. Die zu diesem Thema immer wieder beschriebenen klassischen Experimente bilden hier eher eine Randbemerkung. Der Schwerpunkt liegt stattdessen auf der geschichtlichen Entwicklung der Erkenntnisse und deren praktische Bedeutung. Die grundsätzliche Bedeutung von Quantenprozessen für den internen Aufbau der chemischen Elemente sowie die chemische Bindung war mir beispielsweise bisher nicht bewusst. Diese andere Herangehensweise macht dieses Werk deshalb auch für Leser interessant, die Doppelspalt-Experimente und ähnliches schon längst kennen.
Sehr positiv ist auch zu vermerken, dass Autoren (falls das im niederländischen Original überhaupt eine Rolle spielt – da bin ich überfragt) und Übersetzerin auf Genderformen und -aufzählungen verzichten. Das kommt der Lesbarkeit zweifellos sehr zugute.