Dr. Watson vertritt einen befreundeten Kollegen auf dem Land und wohnt in dieser Zeit im Haus des Arztes. Eine Erbschaftsangelegenheit sorgt dafür, dass das Haus voller weitläufiger Verwandter ist. Als eine dieser entfernten Verwandten beschließt, den Tag mit Malen in der Landschaft zu verbringen, bietet sie an, dabei einen kleinen Jungen zu beaufsichtigen. Abends kehrt sie ohne das Kind zurück und beteuert, schon seit Stunden nach dem plötzlich verschwundenen Jungen gesucht zu haben. Die Mutter ist sich jedoch sicher, dass die junge Frau ihren Sohn wegen einer Testamentsklausel beseitigt hat. Watson beschließt, die Angelegenheit in die Hand zu nehmen.
Auch diese Hörspiel-Folge um Die geheimen Fälle des Meisterdetektivs kommt wieder auf 2 CDs daher. R. Austin Freeman gewährt Dr. Watson mehr Eigenständigkeit, als man es von Arthur Conan Doyles Original-Holmes, aber auch dem Großteil anderer Neo-Holmes-Werke gewohnt ist. Zu Ende hin greift der Meisterdetektiv aber dann doch noch persönlich in die Ermittlungen ein. Der Fall selbst erweist sich als eines Sherlock Holmes würdig, denn selbstverständlich ist alles erheblich komplizierter, als es die besorgte Mutter vermutet. Obwohl Watson über längere Abschnitte solo ermittelt, wird Doyles Charakter gut getroffen.
Wie gewohnt überzeugt auch hier wieder die aufwändige Hörbuch-Produktion, die es auf 11 Sprecher bringt. Dieser Aufwand ist dem Ergebnis anzuhören.