Dass das Weihnachtsfest ursprünglich christlichen Ursprungs ist, wissen fast alle. Dass gerade die offiziellen christlichen Kirchen nicht immer davon begeistert waren, dieses Fest zu feiern, dürfte weitaus weniger bekannt sein. Wem ist beispielsweise bekannt, dass es den Angehörigen der offiziellen (presbyterianischen) schottischen Landeskirche bis 1958 verboten war, Weihnachten zu feiern?
Da wird es doch wirklich mal Zeit, dass das Weihnachtsfest seine Autobiografie schreibt. Da es so einem Fest schwerfällt, eine Feder zu halten oder eine Computer-Tastatur zu benutzen, hat ihm Gideon Böss dabei etwas geholfen. Neben der geschichtlichen Entwicklung des Feierns (oder eben auch Nicht-Feierns) des Festes geht er dabei auch darauf ein, wie schwierig und langwierig alleine die Festlegung des Termins war. Die mir geläufige Variante, dass der Termin ursprünglich festgelegt wurde, um nahe am bei den Germanen üblichen Wintersonnenwende-Fest zu liegen und diese damit einfacher missionieren zu können, hält der Autor allerdings für falsch.
Der Schwerpunkt liegt in dieser ›Biografie‹ allerdings auf dem deutschsprachigen Bereich und die von diesem ausgehenden Traditionen wie dem Weihnachtsbaum und Weihnachtsmärkte. Internationale Bräuche kommen dagegen leider ziemlich kurz. Gerade sie hätten mich persönlich aber besonders interessiert.
Relativ detailliert wird auf mit der Weihnachtszeit im Zusammenhang stehende ›Wesen‹ wie dem Nikolaus, dem Christkind oder Knecht Ruprecht eingegangen. Auch die Unterschiede zwischen den verschiedenen christlichen Geschmacksrichtungen in Bezug auf Weihnachten werden durchleuchtet. Mache Vorstellungen vom Weihnachtsfest in ›der guten, alten Zeit‹ werden geradegerückt.
Insgesamt bietet dieses Buch ein interessanter Überblick über das hierzulande definitiv beliebteste Fest und dessen Geschichte.