Als sie von einem Klassenausflug zurückkommt, wird die 13-jährige Jula davon überrascht, dass ihre Mutter plötzlich dunkles Haar hat. Schlimmer noch: Alle behaupten, das wäre schon immer so gewesen. Dabei ist sich Jula sicher, dass ihre Mutter, seit sie sich erinnern kann, rotes Haar hatte. Immer mehr Sachen sind plötzlich anders, und nur Jula kann sich erinnern, dass es vorher anders war.
Wenn man die kurze Inhaltszusammenfassung liest, erscheint Birgit Christina Susemihls Buch sofort wie eine Jugend-Urban-Fantasy. Eine 13-jährige Protagonistin und offensichtlich nicht rational erklärbare Ereignisse lassen da kaum einen Zweifel aufkommen. Überraschend ist dann, dass es noch eine weitere Protagonistin gibt, das junge Schaf Holly. Die aus Hollys Perspektive erzählten Kapitel wirken dann auch recht kindlich bis märchenhaft auf den Leser, wobei das vielleicht eher an der sonst meist nur aus Fabeln bekannten Perspektive eines Tieres liegen könnte. Trotzdem entpuppt sich die Geschichte in mancher Hinsicht schon fast als philosophisch. Das kommt unter anderem deutlich zutage, wenn die Schafe über ihre eigene (schafische) Mythologie diskutieren. Diese ungewohnte, vielleicht schon etwas ›verrückte‹ Kombination aus jugendlicher Fantasy, Fabel-ähnlichen Elementen und philosophisch anmutenden Themen führt natürlich zwangsweise zu einer ungewöhnlichen Handlung, die schon ziemlich speziell ist. Gerade damit bringt diese Story aber auch neue Ideen ins (Sub-)Genre ein, die sich weit vom schon so oft gelesenen ›Genre-Standard‹ abheben.
Die Autorin erzählt wechselweise aus den Perspektiven eines 13-jährigen Mädchens und eines 1-jährigen Schafs. Leider verwendet sie mehrmals die unnötige Gender-Aufzählung Schülerinnen und Schüler.