Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Werwolf von Lynn Raven

Rezension von Julia Krause

 

Lynn Raven feiert mit ihrem Erstlingswerk „Kuss des Dämons“ schon Erfolge und sammelte dementsprechend eine Fangemeinde um sich. Der zweite Teil des Buches wird erst im Frühjahr 2009 erscheinen und um die Wartezeit bis dahin zu versüßen, erschien jetzt ein Buch zu den Urfeinden der Vampire, von dem ihr erstes Buch gehandelt hat.

 

Die Bestie von Gévaudan ist tot, normalerweise sollte Ruhe in Frankreich einkehren, die Menschen wieder in Frieden schlafen können, doch eine neuerliche Bestie treibt ihr Unwesen. Man munkelt von „dem Teufel“, der wahllos Menschen überfällt, ihnen das Gesicht zerbeißt und die Kehle herausreißt, bevor es ihre Innereien frisst. Der junge André, ein Mündel des Bischofs, wird in eine abgelegene Ortschaft der Pyrenäen geschickt, wo er der Sache nachgehen soll. André hat ausgezeichnete Sinne und kann Spuren lesen, die andere übersehen würden. Auf dem Weg zum Jagdsitz des Comte d`Arâigne, läuft er einer blutüberströmten jungen Frau über den Weg, die in Todesangst durch den Wald rennt. Durch ihr Gestammel erfährt der junge Mann von einem Toten und sucht sich den Weg zu ihm. Der Junge liegt mit zerfetztem Gesicht im Wald. Noch während André sich den Tatort ansieht, wird er von einem Wildhüter namens Chastel überrascht und zum Jagdsitz des Comte getrieben. Erst als sich seine Behauptungen als wahr bestätigen, entspannt sich der Wildhüter. Der Comte ist sehr erfreut über Andrés Ankunft und befielt Chastel, diesen bei der Jagd nach der Bestie zu unterstützen, die er nur für einen großen Wolf hält.

Am nächsten Tag stoßen André und Chastel auf die Bestie, die keinesfalls ein einfacher Wolf ist. Sie ist um vielfaches größer, grausamer und vor allem intelligenter. Die beiden Männer werden schwer verletzt, können sich jedoch retten. Mit André geht danach eine seltsame Verwandlung vor sich. Seine Haut juckt bestialisch, ihm ist schlecht und dennoch ist er hungrig und allein der Schein des Mondes und ein Schluck Eisenhut können ihm Linderung verschaffen. Zudem erwacht er morgens nicht nur schweißgebadet, sondern auch blutbesudelt und er kann sich nicht erinnern, wie er überhaupt ins Bett gekommen ist. Im Schloss selbst leben der Comte und dessen Gäste, jedoch auch sein Mündel, Martine. Sie ist ein hübsches junges Mädchen, das sich jedoch kaum zu benehmen weiß und André mehrmals zu nahe kommt. Er wähnt sie alle in Gefahr, als immer wieder Menschen gerissen werden und seine Erinnerungen lückenhafter werden. Er befürchtet, dass er ebenso eine Bestie sein könnte wie die, welche sie jagen.

 

Zunächst fürchtet man fast, eine Fortsetzung der Geschichte der Bestie von Gévaudan vorliegen zu haben, doch dieser Verdacht bleibt glücklicherweise unbestätigt. Es ist zwar durchaus eine ähnliche Handlung wie man sie auch schon aus den „Ritus“- Büchern von Markus Heitz kennt, aber dennoch nicht das gleiche. Es ist leider vieles offensichtlich, man hegt von Anfang an einen Verdacht, der sich dann auch bestätigt und erlebt viele Verdachtsmomente, es gibt einige Hinweise und so läuft am Ende alles so zusammen, wie man es erwartet hat. Es gibt durchaus Überraschungen, doch diese sind selten. Die Protagonisten sind im Grunde plausibel erklärt und dadurch authentisch, haben zum Großteil ihre Daseinsberechtigung, auch wenn man viele davon nicht kennt, obwohl sie immer wieder auftauchen oder erwähnt werden. Außer André bleiben alle anderen jedoch ziemlich flach. Die Geschichte selbst ist ganz gut, es gibt keine Längen, es wird zwischendurch auch immer wieder einmal spannend, aber sie erreicht das Potential von „Kuss des Dämons“ leider nicht. Zu Vorhersehbar sind einige Wendungen.

Lesen lässt sich das Buch dennoch gut, es sollte nicht in die Sparte „Schund“ abgeschoben werden, denn es verdient durchaus seine Chance, aber zu viel sollte man hiervon nicht erwarten.

 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Werwolf

Autor: Lynn Raven

Gebundene Ausgabe: 330 Seiten

Verlag: Ueberreuter (Juli 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3800054302

ISBN-13: 978-3800054305

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 16.09.2008, zuletzt aktualisiert: 22.06.2019 15:54