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Voodoo Child

Rezension von Christian Endres

 

Dass Hollywood-Star Nicolas Cage bekennender Comic-Fan ist, sollte keine allzu große Neuigkeit sein – spätestens seit er seinen Lieblings-Comichelden Ghost Rider in der gleichnamigen Marvel-Verfilmung von Mark Steven Johnson mit Bravour spielen durfte, ist Cages Liebe zur neunten Kunst weit mehr als ein offenes Geheimnis. Kurz nach Fertigstellung des rasanten Rider-Films begannen Cage und sein von ihm mit dem Comic-Virus infizierter Sohn Weston sogar, sich ein Konzept für eine 6-teilige Comic-Miniserie bei US-Publisher Virgin zu überlegen, die bei Panini nun komplett im Paperback vorliegt.

 

Mit Mike Carey als Autor, der das Story-Gerippe der Cage-Jungs mit narrativem Fleisch füllte, konnte dabei ein namhafter Comic-Schreiberling gewonnen werden, der u. a. schon bei Marvels Superheldentruppe X-Men oder den DC Vertigo-Titeln Hellblazer und Sandman: Lucifer glänzen konnte, wobei vor allem letztere von Art und Anmutung her dem Cage’schen Voodoo-Helden aus den Zombie-Schatten doch schon recht nahe sind.

 

Denn die Titel gebende Voodoo-Mythologie ist tatsächliche das zentrale Thema, um das sowohl die Superheldensequenzen der Geschichte, als auch die Krimi-Elemente rotieren. New Orleans im Wiederaufbau nach dem Sturm dient derweil als Hintergrund der Handlung, in deren Mittelpunkt wiederum der junge Held und Schattenkrieger Gabriel Moore steht. Im amerikanischen Bürgerkrieg wird Gabriel als Sohn eines weißen Grundbesitzers und einer schwarzen Sklavin erschossen und durch dunkle Magie dem Voodoo-Totengott Baron Samedi aus den Fingern gerissen, nur um 2005 wieder erweckt zu werden. Von hier an stellt er sich als Le Zanz Gosé, als Linke Hand Gottes, Zombie-Kind und Krieger der Schatten dem Bösen in New Orleans – und seinem eigenen Durst nach Rache...

 

Ghost Rider und Spawn (dt. Panini) haben also ganz klar Pate für den Voodoo-Heroen unter dem Virgin-Label gestanden, vielleicht auch noch Trillos/Rissos Vampire Boy (dt. Cross Cult). Die zu Grunde liegende Mischung aus klassischem Krimi und Voodoo-Superhelden weiß dann auch durchaus zu gefallen, während der indische Zeichner Dean Ruben Hyrapiet der Story ein passend düsteres und dreckiges, wenn auch nicht immer überragendes optisches Gewand spendiert. Allerdings täuschen weder die stimmungsvolle Verwurzelung im Voodoo, noch das gefällige Artwork über die Schwächen im Plot und vor allem im Finale hinweg.

 

Routiniert geschrieben und gezeichnet, das Ende vergeigt – trotzdem, ein überraschend interessanter Ansatz, der nur bei der vorhersehbaren Auflösung und im letzten Kapitel verliert. Vor allem Spawn-Fans dürfen ruhig mal reinschauen.

 

 

 

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Comic:

Weston & Nicolas Cage's Voodoo Child

enthält US Voodoo Child 1-6

Autor: Mike Carey

Zeichner: Dean Ruben Hyrapiet

nach einer Idee von Weston & Nicolas Cage

Paperback m. Klappenbroschur

148 Seiten

Panini, Juni 2008

ISBN: 3866075901

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 01.07.2008, zuletzt aktualisiert: 12.07.2019 19:51