Dragonfly ist der Imprint der Verlagsgruppe Harper Collins, in dem gezielt Jugendbücher bis vierzehn Jahre erscheinen, wie auch When Dealing with Dragons von Dana Swift, ein Einzelband, der auf die derzeit beliebten Themen Liebe und Drachen setzt. Die Geschichte erscheint tatsächlich mit dem Originaltitelbild der Originalausgabe.
Eigentlich will Farren nur eines, Drachen pflegen und ihren Eltern als Tierärztin und/oder -pfleger nachfolgen. Dann aber rettet sie bei einem Rennen überraschend James Murphy das Leben, den sie bisher nur als arroganten Mitschüler aus einer der besseren Familien kannte. Leider wird sie ihn nicht so schnell los wie erhofft.
Denn James kuriert sich und seinen Drachen auf dem Gnadenhof von Farrens Eltern aus. Und wider Willen kommen sich die beiden jungen Leute nicht nur näher, der junge Mann entdeckt auch einige wohl gehütete Geheimnisse. Und schon bald muss er sich entscheiden, wem seine Treue gehört. Denn es geht darum ganz besondere Drachen zu retten.
Dana Swift konzentriert sich ganz und gar auf die kleine Welt ihrer jugendlichen Helden, so dass man kein all zu detailliertes Worldbuilding erwarten sollte. Das Setting könnte an die westliche Kultur irgendwann Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts ausgerichtet sein, aber da bleibt sie vage.
Über die Gesellschaft erfährt man nur, dass diese sich ganz und gar nach den Drachen ausgerichtet hat. Drachenrennen, aber auch das Metall, das die Drachen absetzen zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor geworden sind, mit dem auch manchmal auf verbrecherische Weise gehandelt wird, wie sich schon bald zeigen wird.
Und das sorgt für die nötige Spannung in der Geschichte, die sich natürlich vor allem auf die beiden Figuren konzentriert, aus deren Sicht die Handlung erzählt wird. Beide können sich zwar anfangs nicht leiden, kommen sich aber nach und nach näher – die Romantik bleibt auf einem angenehmen und vor allem glaubwürdigen Niveau und bewusst jugendfrei.
Viel wichtiger ist es der Autorin, dass sich sowohl James, als auch Farren weiter entwickeln und erwachsen werden, sich von dem lösen, was von ihnen erwartet wird und zudem eine Aufgabe finden, die sich noch mehr wachsen lässt, so dass man ihnen am Ende auch das Glück gönnt.
Die Handlung mag letztendlich überschaubar bleiben, der Genrefan könnte sich wünschen, dass die Fantasy-Elemente etwas mehr ausgearbeitet worden wären – denn Drachen und das sogenannte »Schmieden« böten viel mehr Potential. Alles in allem aber bleibt die Geschichte ihrem Anspruch gerecht, junge Leser zu unterhalten.