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Wildes Japan - Land der tausend Inseln

Rezension von Christel Scheja

 

Es gab vor einigen Jahren schon einmal eine Dokumentation mit einem fast identischen Titel, so dass er ein oder andere annehmen könnte, dass „Wildes Japan – Land der tausend Inseln“ eine Neuauflage ist, genau das ist aber nicht der Fall. Diese Ausgabe stammt von der BBC und aus dem Jahr 2015 und umfasst drei und nicht zwei Folgen.

 

Wer an das „Land der aufgehenden Sonne“ denkt, wird gleich Tokio vor Augen haben, die größte aller Megacitys, in der sich mittlerweile an die 35 Millionen Menschen versammelt haben und die hinaus ins Meer gewachsen ist. Allerdings wird genau diese Metropole, ebenso wie die anderen Großstädte des Landes ausgeklammert.

Man konzentriert sich auf die ländlicheren Gebiete von Honshu, Hokkaido und Okinawa, um die vielfältigen Landschaften des über 6800 Eilande umfassenden Inselreiches zu zeigen, da dieses durch seine langgestreckte Form klimatisch von den Ausläufern des Polarkreises bis hinunter in subtropische Gefilde reicht.

Und man staunt nicht schlecht, wenn selbst auf der stark bevölkerten Hauptinsel Honshu fast unberührte Natur zu finden ist, den schroffen Gebirgsketten geschuldet, die diese durchziehen. Die dort lebenden Menschen haben sich mit der Natur und den Tieren arrangiert – einige leben sogar in einer Symbiose mit ihnen , halten etwa Karpfen das Wasser sauber, das nicht nur getrunken, sondern auch zum Spülen des Geschirrs genutzt wird.

Reisbauern dulden bestimmte Tiere auf ihren Feldern, helfen sie doch die Schädlinge zu reduzieren, und so fort. Auch Affen haben mittlerweile die Vorteile entdeckt, die die Zivilisation ihnen bietet, auch wenn dann verärgert vertrieben werden, weil sie es in den Obstgärten zu wild getrieben haben.

 

Japan ist weitaus mehr als Tokio, das beweisen die atemberaubenden Aufnahmen der Landschaften, in denen sich die Menschen der Natur untergeordnet haben und auf viele Errungenschaften der Zivilisation verzichten, weil diese einfach nicht notwendig sind.

Neben bekannten Bildern wie zum Beispiel den in heißen Quellen badenden Affen gibt es auch außergewöhnliche Aufnahmen von selteneren Spezies zu sehen, von der Vielfalt der Fauna, die nicht zuletzt den Klimazonen geschuldet ist, die man in der Dokumentation sehen kann. Dabei ist jedem der Bereiche eine eigene Folge zugeordnet.

Vieles mag aus anderen Dokumentationen über das Land bereits bekannt und vertraut sein, aber der Blickwinkel ist nicht der Gleiche. Auch ähnlich scheinende Aufnahmen sind trotzdem anders. Diesmal klammern die Macher auch bewusst den Menschen nicht aus, da gerade die Japaner – angeregt durch ihre Religion, verinnerlicht haben, dass sie ein Teil der Natur sind und durchaus mit ihr leben können.

Manche Bilder wirken daher wie aus einer anderen Zeit, scheinen gar nicht zu den bunten Bildern zu passen, die man sonst immer zu sehen bekommt.

Die Tierwelt profitiert von diesem Verhalten – gerade weil Naturparadiese bewahrt bleiben, bieten diese Regionen Zuflucht für seltenere Arten. Und der Zuschauer bekommt eine Menge zu sehen – von ungewöhnlichen Tieren in ihrem Lebensraum bis hin zu den Landschaften, die so ganz anders sind.

Das Bild wirkt weich und scheint nicht so scharf wie bei anderen Dokumentationen zu sein, was aber durchaus Absicht sein kann, um die Aussagekraft der Aufnahmen zu verstärken, den mystischen und magischen Anblick der fremden Landschaften noch märchenhafter erscheinen zu lassen.

Der Ton ist dagegen recht klar, die Sprecher sind sowohl in der deutschen wie in der englischen Spur gut gewählt, so dass die sorgfältig verteilten Informationen auch beim Zuschauer ankommen. Extras hat man sich allerdings gespart, es gibt nicht einmal ein Making-Of.

 

 

Fazit:

 

„Wildes Japan – Land der tausend Inseln“ ist eine sehenswerte Dokumentation im hohen Standard dessen, was man von der BBC gewohnt ist. Tier- und Pflanzenwelt des Landes werden ebenso vorgestellt wie die ungewöhnliche Art der Menschen mit ihnen und in der märchenhaften Landschaft zu leben.

 

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DVD:

Wildes Japan – Land der tausend Inseln

Regisseur(e): Gavin Maxwell

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch (Dolby Digital 2.0), Englisch (Dolby Digital 2.0)

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

Anzahl Disks: 1

FSK: Infoprogramm

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 29. Juli 2016

Produktionsjahr: 2015

Spieldauer: 150 Minuten

ASIN: B01FWSNXTE

 

Erhältlich bei: Amazon

Oje, das hat nicht geklappt, Elfenwerk! 2023020518175085efc6b3
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Erstellt: 02.09.2016, zuletzt aktualisiert: 02.08.2022 20:01