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Wildlife Park 2 (PC)

Rezension von Karin Sittenauer

 

Handlung gibt es bei dem Strategie- und Aufbauspiel „Wildlife Park 2“ im Grunde genommen nicht.

Es ist das Nachfolgespiel des 2003 erschienenen Spiels „Wildlife Park“. Wie schon bei dem Vorgängerspiel geht es darum, einen Zoo zu errichten und selbst zu gestalten. Es gibt verschiedene Tierarten mit verschiedenen Anforderungen an ihren Lebensraum, Nahrung und Beschäftigung.

Dabei muss man auf sein Budget achten, denn alles, das man kauft, kostet Geld, und um einen Zoo einzurichten, braucht man neben Tieren noch anderes, z.B.: Geflügelzüchterei, Gewächshaus, Fischzucht und den Wasserturm, um die Tiere überhaupt ernähren zu können. Tierpfleger, die den Tieren das Fressen bringen, Handwerker, um die Zäune zu reparieren, Tiertrainer. Die Besucher wollen selbstverständlich ein Eingangsgebäude, Souvenirstand, Getränke- und Imbissstand, eine schöne Weggestaltung mit Pflanzen und Skulpturen. Man kann ihnen sogar eine Toilette und einen Abfalleimer gönnen. Eine große Auswahl macht das Spiel interessant und abwechslungsreich.

 

Zunächst kommt man auf die Auswahlseite, auf der man sich aussucht, ob man ein freies Spiel oder eine Mission machen will. Für den Einsteiger empfiehlt es sich, zuerst ein paar Missionen durchzuspielen, denn dort wird einem gelernt, wie man sich in der Welt bewegt:

Mission 1: verdurstende Tiere im Gelände suchen, das Gelände absenken und ihnen zu trinken geben.

Mission 2: sich um ein krankes Tier kümmern, ihm einen Tierarzt geben, Zaun bauen, für das richtige Futter sorgen, das Tier etwas trainieren und damit beschäftigen.

Mission 3: wieder Tiere pflegen, bis es ihnen richtig gut geht. Erstmals kommen auch Besucher und man baut ihnen eine Toilette, Imbiss, Souvenirshop, Wegverzierung. Neben den Tieren werden hier also auch die Bedürfnisse der Besucher erfüllt.

Mission 4: man lernt alles über die Nahrungsmittelproduktion und kümmert sich wieder um die Tiere.

So lernt man Schritt für Schritt in 20 Missionen, wie ein Zoo aufzubauen und zu erhalten ist.

Die Kampagne ist ein wenig wie eine Geschichte aufgebaut: man wird langsam berühmt und hilft seinen Freunden, Studienkollegen und züchtet zusammen mit dem Vater urzeitliche Tiere (Mammuts, Säbelzahntiger...).

Einige dieser Missionen machen weniger Spaß: Einmal muss man auf Jagd gehen. Selbst wenn man das Tier nur mit dem Betäubungsgewehr abschießt, das gefiel tierlieben Spielern nicht so gut.

Die Mission, in der man nur Urzeittiere züchtete, die Jahre zur Fortpflanzung brauchten, zog sich sehr in die Länge.

Eine besonders schöne Mission dagegen war, als man auf einer Insel mit Schildkröten und Waranen lebt und sich um die Tiere kümmert.

Die letzte Mission bereitet dann wirklich auf das freie Spiel vor.

Selbstverständlich muss man nicht alle Missionen durchspielen, sondern kann sich auch schon früher dem „freien Spiel“ zuwenden.

Leider wurde dem Spiel kein Handbuch beigelegt. Ein solches sollte normalerweise zur Grundausstattung gehören.

 

 

In „Wildlife Park 2“ gibt es im Vergleich zu dem Vorgänger „Wildlife Park“ andere Tierarten, mehr Skulpturen und allgemein mehr Besuchereinrichtungen. Dafür sind die Besucher aber auch viel leichter zufriedenzustellen. Ein kleines Stück Weg, zwei Tierarten, aber am Weg viel Zierde und Bäume, Essen, Trinken und einen Geldautomat und schon sind sie glücklich. Das ist ziemlich unrealistisch und im Gegensatz zum Vorgänger ein Rückschritt.

Auch in der Tierhaltung wurden Rückschritte gemacht. Zugegeben, die Ansicht ist besser: man kann zu den Tieren zoomen, sie trainieren, ihnen besser zusehen und sie bekommen besseres Futter. Dafür brauchen sie keinerlei Pflanzen in ihrem Gehege. Es gibt keine Anforderungen an die Größe des Geheges. Bei der Bodenbeschaffung wird nur noch auf die Härte geschaut. So kann man ein Dromedar, das vorher auf Sand ging, jetzt in sattes Gras setzen.

Das macht das Spiel selbstverständlich einfacher. Die Frage ist also: was will man? Ein realistisches Zoospiel, bei dem es um artgerechte Tierhaltung, um Aufbau, um Zucht, um das Erlernen von Verantwortung geht (wie die auf der Box angeführte Empfehlung von der Heinz Sielmann Stiftung und dem Tierpark Hagenbeck nahe liegt) – oder einfach nur Spaß und dennoch ein wenig Tierpflege?

 

Gehen wir davon aus, man will vor allem Spaß. Dann ist Wildlife Park 2 wirklich schön zu spielen. Allein die Ponys, denen ein Tiertrainer Kunststücke beibringt, sind wirklich ein Gewinn. Es ist eine Freude, ihnen dabei zuzusehen. Man kann ihnen Namen geben, sich über ihre Fohlen freuen. Besonders schön ist es, wenn bei manchen Tierarten, z.B. den Ponys, „Besonderheiten der Natur“ auftauchen. Dann wird ein Fohlen von haflingerfarbenen Eltern dunkelbraun, oder ein Leopardenjunges schwarz. Das freut jedes Spielerherz.

 

Sehr realistisch und ein wenig grausam ist es, dass ein Hase, der ins Löwengehege gerät, tatsächlich von diesen aufgefressen wird. Zum Glück muss man das nicht unbedingt ganz deutlich sehen, sondern bekommt eine Nachricht, die man schnell löschen kann. Raubtiere sind eben Raubtiere. Das lernt man dadurch sehr gut.

 

Technik:

Die Zoo-, Tier- und Pflanzensimulationen sind in 3D.

Wenn man auf etwas wartet (z.B. speichern), flattert ein Schmetterling. Das passt gut zu einem Tierspiel und ist viel hübscher als eine gängige Sanduhr.

Am Anfang ist das Spiel sehr gewöhnungsbedürftig. Allein das Drehen eines Gebäudes, damit man es in der passenden Richtung ins Gelände baut, bedarf einiger Übung. Auch die Ansicht zoomt schon mal sehr schnell hin und wieder zurück. Damit kommt man aber schnell zurecht. Manchmal dreht sich das Spiel bei einer nahen Ansicht aber plötzlich in irgendeine Richtung. Das störte zuweilen sehr.

Der Sound besteht aus Hintergrundmusik und gelegentlichen Tiergeräuschen.

Es gibt ein Nachrichtenfeld, in dem man Mitteilungen über Tiergeburten oder Trächtigkeit, Krankheiten oder Futtermangel bekommt. Leider löschen sich diese Nachrichten nicht von alleine, wenn sie erledigt sind. Man hat zum Beispiel ein Tier schon lange geheilt und dort steht immer noch die Mitteilung, dass es im Sterben liegt. Das ist ein glatter Minuspunkt. Im Vorgängerspiel wurden wenigstens noch die Meldungen über Tiergeburten gelöscht, wenn man die Tiere schon verkauft hatte.

Dafür gibt es in „Wildlife Park 2“ keine plötzlichen und unbegründeten Wasserpumpenausfälle mehr, was das Halten von Delfinen und anderen Wassertieren sehr erleichtert.

Dennoch war die Landschaft im alten Vorgängerspiel schöner. Die Berge in „Wildlife Park 2“ in der Option „Zufälliges Terrain“ sind wirklich nur spitz und hässlich.

 

 

Spielspaß:

Trotz Kritik an einigen Punkten, macht das Spiel wirklich Spaß. Vor allem in den Missionen hat man auch ein Ziel. Im freien Spiel muss man sich eben selbst ein Ziel setzen, denn dort gibt es keine Mitteilungen mehr, dass man etwas erreicht hat. Die Zucht und das Trainieren der Tiere war schön zu verfolgen.

Das Trainieren der Tiere bereitet Freude und steigert dazu noch ihren Wert. So kann man einen untrainierten, zufriedenen Eisbären für 19.000 verkaufen und einen trainierten, zufriedenen Eisbär für 57.000 verkaufen. Der Spaß hat also auch noch einen Nutzen. Allerdings braucht man für die Trainingsgeräte sehr viel Platz. Dadurch sehen die Gehege nicht sehr schön aus und ein fertig trainiertes Pony führt leider auch keine Kunststücke mehr vor.

Wie schon erwähnt, freut man sich, wenn ein Tierkind als „Besonderheit der Natur“ zur Welt kam. Auch so ist es wirklich süß, wenn man kleine Hasen hat, übermütige Fohlen, überhaupt junge Tiere. Das macht wohl den größten Spielspaß aus.

So kann man also, selbst wenn man die Mission durchgespielt hat, noch lange am freien Spiel Freude haben.

 

Fazit:

Ein gelungenes Spiel mit ein paar Mängeln, in dem Tiere leider nicht sehr realistisch gehalten werden. Das durch eine große Vielfalt der Ausstattungsmöglichkeiten und der Tierarten dennoch viele Stunden wirklich Spaß macht.

 

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Wildlife Park 2

von Koch Media GmbH

Betriebssystem: Windows 2000 / XP

Genre: Simulation

Vollversion

ASIN: B000F6IF4W

Erscheinungsdatum: 9. Mai 2006

USK: ohne Altersbeschränkung

Erhältlich bei: Amazon

 

Minimale Systemvoraussetzung:

Intel Pentium IV 2 GHz oder kompatibel

Hauptspeicher: 512 MB RAM

Grafikkarte: DirectX 8.1 kompatibel mit 64 MB RAM,

Pixel- und Vertex-Shader 1.1

Freier Festplattenspeicher: 1,5 GB

CD-Laufwerk

Maus

Durch technische Schutzmaßnahmen kopiergeschützt.

 


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Erstellt: 10.12.2007, zuletzt aktualisiert: 10.05.2019 10:50