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Wolfenstein: Youngblood

Rezension von Cronn

 

Mit Wucht trete ich die Tür ein. Meine Schwester stürmt mit mir hinein in den feindlichen Kugelhagel. Es ist eine Verhörstation des Regimes, die wir erobern wollen. Ich sehe das an den vielen Zellen mit den blutbesudelten Stühlen.

Der erste Regimesoldat fällt schnell unter unserem Beschuss. Aber die anderen stehen noch und versuchen uns von den Beinen zu fegen.

Schnell gehe ich hinter einer Säule in Deckung und lade nach. Da höre ich von oben das Geräusch eines Dieselsoldaten. Verfluchte Axt! Die Typen sind schwer zu erledigen.

Mit einer Geste feuere ich meine Schwester an. Sie ist nun doppelt geschützt und legt sich mächtig ins Zeug. Auch ich renne um die Säule und beharke die Feinde mit Dauerfeuer.

Habe ich die richtige Waffe? Der Kerl vor mir scheint die Kugeln aufzusaugen wie ein Schwamm.

Ach ja, ich muss wechseln. Mit der richtigen Geschossladung sind die Dieselsoldaten nur noch halb so schwere Gegner. In einer feurigen Explosion geht der Typ hoch und wir können weitergehen. Hoffentlich leben die Zivilisten noch!

 

Mit derlei Action gespickt ist Wolfenstein: Youngblood, das jüngst erschienene Spin-Off zur Hauptserie Wolfenstein. Entwickelt wurde es von Machine Games, wobei die Arcane Studios dem Entwicklerstudio unter die Arme gegriffen haben. Bethesda ist wiederum der Publisher der Action-Sause. Aber wie spielt es sich und worum dreht sich die Handlung?

 

Inhalt:

Die Story entspinnt sich rund um die beiden Schwestern Jess und Soph, die Kinder von B. J. Blazkowic. Die beiden suchen in Paris nach ihrem verschwundenen Vater. Dabei greifen sie den Resistance-Leuten unter die Arme, die in den Katakomben der Stadt sich organisieren.

Drei Türme müssen die Schwestern stürmen, ehe sie Zugang zu dem Labor X erhalten, wo ihr Vater vermutet wird.

Die Story ist ordentlich mit Zwischensequenzen bestückt, die teils die Vorgeschichte der einzelnen Level erzählen und so mit Zeitsprüngen arbeiten. Sie macht durchaus Laune, wobei sie weniger innovativ erzählt wird wie bei den Vorgängern und auch der Hauptserie. Spaß macht die Story dennoch, was vor allem an der gelungenen Chemie zwischen den Schwestern liegt.

 

Gameplay:

Spieltechnisch greift »Wolfenstein: Youngblood« erneut die unkomplizierte und dennoch fordernde Gameplaymechanik der Vorgänger auf. Diesmal ist es allerdings keine mobile Basis, auf der man unterwegs ist. Man startet aus den Katakomben zu den Missionen. Die Nebenmissionen sind ebenfalls dort anwählbar und es gibt auch Sub-Missionen, die in den einzelnen Aufträgen starten.

 

Das Gunplay macht großen Spaß. Wieder sind abwechslungsreich designte Waffen mit an Bord und unterschiedliche Feinde, die man teilweise aber schon kennt. Machen Gegner fühlen sich aber wie Bullet-Sponges an und schlucken etwas zu viele Kugeln. Neu ist, dass nicht jeder Gegner jede Kugelart gleichermaßen aushält. Dies bringt Taktik ins Spiel, kann aber frustrieren, wenn man nicht genügend Munition für diesen Gegnertyp dabei hat.

 

Ebenfalls neu ist, dass man sehr viel mehr vertikal unterwegs ist. Hier fühlt man die Gene der Dishonored-Macher der Arcane Studios. Oft kann man auf Balkons hochspringen und per Doppelsprung sogar noch weiter. Das ermöglicht neue Bewegungsräume.

 

Gefallen konnte auch, dass die Umgebung erneut mit viel Liebe zum Detail gestaltet ist. Die unglaublich zahlreichen popkulturellen Referenzen, der ganze Sammelkram – alles atmet den Spaß der Macher an der Übertreibung und am Augenzwinkerhumor.

 

Waffen kann man in verschiedenen Stufen aufwerten, dazu braucht man Ingame-Geld, das man in den Leveln findet. Die beiden Schwestern lassen sich zudem in drei Charaktereigenschaften ebenfalls hochleveln, was bessere Rüstung, Lebensenergie und dergleichen zur Folge hat.

 

Schade, dass man öfters zum Backtracking gezwungen ist. Die vorher erledigten Feinde kehren nämlich nach kurzer Zeit wieder zurück, d. h. vorher geräumte Areale sind plötzlich wieder mit Feinden bevölkert. Sehr unangenehm.

 

Grafik und Sound:

Grafisch ist »Wolfenstein: Youngblood« ein Leckerbissen. Die Explosionen, die Texturen, die Effekte – alles vom Feinsten! Hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. »Wolfenstein« gehört zu den grafisch besten Serien und der neue Teil beweist das auch.

 

Der Sound ist ebenfalls sehr gelungen. Die Waffen wirken druckvoll und die Umgebungsgeräusch passend gesetzt.

 

Koop-Spiel:

»Wolfenstein: Youngblood« ist das erste Game der Reihe, das eine Möglichkeit zum Koop bietet. Das funktioniert folgendermaßen: Sobald du einen Buddy-Pass besitzt, kann ein Freund einsteigen, der das Spiel nicht besitzen muss (ohne Buddy-Pass braucht er das Game für den Koop). Beide Spieler brauchen einen Account bei Bethesda und schon kann es losgehen.

Der Koop funktioniert einwandfrei und völlig problemlos. Der Spielfortschritt wird allerdings nur beim Host des Spiels gespeichert. Aber beide können die Ingame-Belohnungen abgreifen.

Im Test hat sich der Koop mit einem festen Partner als besonders gelungen dargestellt. Sich abzusprechen und mit Spaß durch das Game zu wuseln, ist mit einem Freund am besten. Mit Internet-Bekanntschaften funktioniert das ebenfalls, ist aber nicht immer so einfach mit der Absprache.

Immer wieder setzt das Spiel auf Koop-Mechaniken, so beispielsweise beim Türöffnen oder beim Code-Entschlüsseln. Das ist prima.

 

Fazit:

»Wolfenstein: Youngblood« ist ein großer Spaß, wenn man sich mit einem Partner durch die Level kämpfen kann. Auch Singelplayer können das Spiel genießen, dabei verliert das Game aber an Reiz.

»Wolfenstein: Youngblood« ist am besten, wenn man sich das Game als Actionsause zwischen den Hauptteilen der Serie vorstellt. Dann ist das Spiel ein gelungener Actiontitel, der nicht allzu viel Spielzeit benötigt.

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Eure Meinung:

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PC-Game:

Wolfenstein: Youngblood

Entwickler: Machine Games / Arkane Studios

Publisher: Bethesda

Veröffentlichung: 26. Juli 2019

USK: 18

 

ASIN: B07Q8Q6P2W

 

Erhältlich bei: Amazon


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Erstellt: 18.08.2019, zuletzt aktualisiert: 18.08.2019 16:37