Wut (Autor: Tom King; Wonder Woman)
 
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Wut von Tom King

Reihe: DC All In – Wonder Woman

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Der Zwist zwischen Wonder Woman und dem Souverän ist in Wut alles andere als vorbei. Im Gegenteil: Durch eine Tat des heimlichen Herrschers der USA wird der Konflikt sogar noch ernster und persönlicher. Der Souverän meint, sich bestens für die Reaktion seiner Gegnerin vorbereitet zu haben. Doch am Ende droht eine böse Überraschung: Nur für ihn oder auch für Wonder Woman?

 

Die Geschichte stammt wiederum von Tom King, der nicht nur in Batman – One Bad Day: Riddler seine außergewöhnlichen Qualitäten als Erzähler unter Beweis gestellt hat. Hier liefert er in der zweiten Hälfte des Bandes ein furioses Finale im Kampf zwischen Wonder Woman und dem Souverän. Zudem lässt sich die Story in Teilen als gelungene Abrechnung mit der aktuellen US-Politik lesen. Interessant ist auch das Spiel mit der Erzählperspektive. Denn es ist ausgerechnet der Souverän, der weite Teile der Handlung retrospektiv berichtet. So ergeben sich immer wieder reizvolle Kontraste zwischen Bild- und Textebene, durch die das Lesepublikum eigene Schlüsse ziehen kann.

 

Allerdings hat »Wut« auch Schwächen. Damit ist weniger Kings Spiel mit der zeitlichen Darstellung der Ereignisse am Anfang gemeint. Die Zeitsprünge sind zwar interessant gedacht, aber letztlich nicht ganz überzeugend realisiert. Was wirklich stört, sind die zahlreichen Längen in der ersten Hälfte des Bandes. So ist es nicht besonders spannend zu verfolgen, wie sich Wonder Woman seitenlang um ihren Nachwuchs kümmert. Auch lässt der zentrale Antagonist in der ersten Hälfte des Comics zu viel von seiner zuvor geschilderten kühlen Berechnung vermissen. Oder anders ausgedrückt: Der Souverän ist nicht souverän genug. Da kann ihn dann sogar ein – wenngleich hochintelligenter – Affe aus der Fassung bringen, gegenüber dem er sich vollkommen unnötig in ein Lügengespinst verstrickt. Hier hätte King mehr Raffinesse zeigen dürfen.

 

Ein Trio von Zeichnern ist für den dritten DC All In: Wonder Woman-Band verantwortlich. Dabei zeichnet Daniel Sampere (Dark Crisis) die Mehrheit der Panels. Das ist gut so – und zwar nicht nur wegen der Kontinuität. Schließlich hatte der Künstler bereits weite Teile der ersten Bände gestaltet. Vor allem in der zweiten Comichälfte punktet Sampere mit dynamischen Kämpfen. Auch das gelungene Charakterdesign ist über alle Zweifel erhaben. Allerdings wirken in der ersten Hälfte einige Panels ähnlich monoton, wie über weitere Strecken die Erzählung.

Ebenfalls gute Arbeit liefert Bruno Redondo (Nightwing) ab. Hier fällt vor allem die akzentuierte Gestaltung der Mimik der einzelnen Charaktere – und dabei nicht nur der Menschen – positiv auf.

Schwächere Arbeit liefert allerdings Khary Randolph ab. Das liegt auch daran, dass die Gestaltung der Figuren – deren Fingerspitzen etwa merkwürdig kantig statt rund wirken – nicht ganz überzeugt. Zudem wirkt durch seinen Stil die eingeschobene Geschichte wahrscheinlich noch alberner, als vom Autor beabsichtigt.

Fazit

Es ist ähnlich wie beim Vorgängerband: »Wut« überzeugt in Teilen, aber nicht komplett. Dennoch lohnt sich der Band trotz einiger Längen wegen des starken Finales und der ansprechenden Optik.

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Comic:

Wut

Reihe: DC All In: Wonder Woman

Original: Wonder Woman #14–19, 2023

Autor: Tom King

Zeichnungen: Daniel Sampere, Khary Randolph, Bruno Redondo undCaid Filipe

Farbe: Tomeu Morey, Alex Guimaraes und Adriano Lucas

Übersetzung: Ralph Kruhm

Taschenbuch, 188 Seiten

Panini Verlag, 02/2025

 

ISBN-10: 3741645435

ISBN-13: 978-3741645433

 

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Erstellt: 12.01.2026, zuletzt aktualisiert: 19.01.2026 14:05, 25719