Abseits der üblichen Serien und Reihen, die für den amerikanischen Massenmarkt erscheinen, gibt es auch immer wieder besondere Bände, bei denen die Figuren des DC-Universums ganz anders und neu interpretiert wurden, ohne jedoch ihre Geschichte zu verändern. So geschehen in Fluch und Segen, das die beiden Heldinnen in einem ganz anderen Kontext als üblich zeigt.
Auf Themiskyra gibt es Ärger, denn eigentlich sind die Amazonen nicht in der Lage, überhaupt noch einmal Kinder zu bekommen, abgesehen von einer einzigen Ausnahme. Deshalb wird die Lage auch um so problematischer, als eine Amazone zugeben muss, dass sie schwanger ist. Einige Kriegerinnen fordern deshalb ihren Tod.
Zur gleichen Zeit landet eine Wonder Woman bekannte Frau mit einem Flugzeug auf der Insel. Harley Quinn hat genug von den ständigen Demütigungen durch den Joker und bittet deshalb um Asyl. Doch kann man ihr mit dieser Vorgeschichte trauen? Und dann ist da noch eine andere Feindin, die ihre Fäden im Hintergrund spinnt.
Der francobelgische Autor und Szenarist hat nicht nur für europäische Magazine gearbeitet, sondern auch schon andere Stoffe für DC neu interpretiert, so dass es ihm leicht fällt, den beiden Heldinnen eine ganz eigenständige Geschichte mit einem besonderen Touch zu geben, der sich tatsächlich europäisch anfühlt.
Denn immerhin werden hier die entstandenen Konflikte ernst genommen und sind ein tragender Bestandteil der Handlung. Wie also kann es sein, dass eine einfache Amazone schwanger ist und wer steckt dahinter, da das nicht auf natürliche Weise geschehen kann. Tatsächlich sind auch Diana und ihre Mutter die Letzten, die darüber entsetzt sind.
Allerdings gibt es auch sehr konservative Kriegerinnen, vor allem eine, die genau weiß, wie sie Angst schüren muss. Aber auch hier zeigt sich, dass der Unfrieden vielleicht aus anderer Quelle stammt als vermutet. Und nicht zuletzt ist da Harley Quinn, die interessante Facetten ihres Wesens zeigt und mehr Entwicklung zeigt als in anderen Geschichten dieser Art.
Das ist spannend aufbereitet und auch atmosphärisch gezeichnet, die Lösung der Probleme ist ebenfalls nicht ganz so einfach wie gedacht. Zudem scheint es, als hätten Harley und Diana mehr Gemeinsamkeiten als vermutet. Das gibt dem ganzen mehr Tiefe als gedacht und wirkt später noch eine ganze Weile nach.