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World War Hulk

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Betrachtet man die zahlreichen Storylines, in deren Mittelpunkt der Hulk steht, gehört „Planet Hulk“ bestimmt zu den spannendsten. In dieser Geschichte locken mehrere Superhelden den grünen Wüterich ins Weltall und versuchen, ihn auf einen fernen Planeten festzusetzen, um das mit dem Hulk einhergehende Risiko ein für alle Mal zu bannen. Doch am Ende ereignet sich eine Tragödie, die den Grünling nur noch wütender macht. Der von Panini in der Reihe „Marvel Must-have“ neu aufgelegte Sammelband „World War Hulk“ schließt sich unmittelbar an diese Ereignisse an und erzählt von der Rückkehr des Ex-Avengers auf die Erde und seinem Kampf gegen gleich mehrere Superhelden.

 

So manche älteren Hulk-Comics sind nicht besonders tiefsinnig oder vielschichtig. Oft zeigen sie vor allem die Gewaltorgien des unverwüstlichen, aber mal wieder aus der Kontrolle geratenen grünen Wüterichs. Gut gegen böse, Besonnenheit gegen Wut. Dass das auch viel interessanter geht, hat Autor Greg Pak – der bereits mit X-MEN PHOENIX gezeigt hatte, dass er komplexe Geschichten erzählen kann – mit „Planet Hulk“ bewiesen und in Form von „World War Hulk“ nachgelegt. Denn die Taten fast aller Beteiligten sind nachvollziehbar und verwerflich zugleich. Pak zeigt eben kein Schwarz gegen Weiß, sondern eine komplexe Welt mit vielen Grautönen, in der er eine Vielzahl von Protagonisten berücksichtigt, die in der Marvel-Welt im Allgemeinen und in der Vita des Grünlings Rang und Namen haben. Ansprechend ist auch der von Peter David geschaffene Prolog gelungen. Dieser bringt einerseits Neulinge auf den aktuellen Stand, langweilt andererseits aber auch Kenner von „Planet Hulk“ nicht. Greg Pak greift gekonnt zeitlose Thematiken auf, wobei sich das Publikum fast in der griechischen Tragödie wähnt. Es geht nicht nur um Schuld und Sühne, sondern auch um Rache gegenüber Gerechtigkeit. Das mag schwer verdaulich klingen, ist es aber überhaupt nicht. Zahlreiche Actionsequenzen und ein großer sowie mehrere kleine Twist(s) sorgen nämlich für reichliche Abwechslung und Spannung.

 

Die zeichnerische Qualität kann mit dem hohen erzählerischen Niveau mithalten. Zu verdanken ist das vor allem John Romita Jr. (WOLVERINE: STAATSFEIND). Nicht umsonst hat der US-Künstler in seiner Karriere praktisch jede relevante Marvel-Figur gezeichnet. Hier präsentiert er vor allem die Actionsequenzen packend und zelebriert sie immer wieder regelrecht in oft großformatigen und detailreichen Zeichnungen. Das wird den teilweise epischen Auseinandersetzungen fraglos gerecht. Positiv hervorzuheben sind auch die Tuschkunst von Klaus Janson sowie die grandiosen Cover von David Finch. Optisch fällt da der Prolog-Auftakt, den die Zeichner Sean Phillips, Al Rio und Lee Weeks gestaltet haben, zwar etwas ab. Aber das liegt nur am hohen Vergleichsmaßstab. Zudem macht der Prolog auch nur einen kleinen Teil des absolut gelungenen Gesamtwerks aus.

 

Wie es Leserinnen und Leser bei Veröffentlichungen aus der Reihe „Marvel Must-have“ gewohnt sind, ist das Bonusmaterial umfangreich und exzellent. Das reicht von Informationen zu den Machern über einen Blick hinter die Kulissen bis zu einer Einordnung der Ereignisse in die Marvel-Timeline.

 

Fazit:

»„World War Hulk“ lohnt sich nicht nur für Fans des grünen Tragikheldens, sondern ist dank einer intelligenten und vielschichtigen Story sowie einer tollen Optik wahrlich ein „Must-have“ für alle, die sich für Superhelden-Comics interessieren.

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Eure Meinung:

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Comic

World War Hulk

Original: World War Hulk: Prologue, World War Hulk #1-5, 2007

Autor: Greg Pak und Deter David

Zeichner: John Romita Jr., Sean Philips, Al Rio, Lee Weeks

Panini, Mai 2022

gebundene Ausgabe, 264 Seiten

Übersetzer: Reinhard Schweizer

 

ISBN-10: 3741626414

ISBN-13: 978-3741626418

 

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Erstellt: 20.06.2022, zuletzt aktualisiert: 20.06.2022 16:19