Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Wreckage

Rezension von Dominik Cenia

 

Wreckage ist ein weiteres kurzweiliges Spiel aus der „Silver Line“ Reihe von Fantasy Flight Games. Hierzulande hat wieder einmal der Heidelberger Spieleverlag den Vertrieb des Spiels übernommen, die ja schon seit einger Zeit mit Fantasy Flight Games zusammenarbeiten.

 

Aber worum geht es in Wreckage? Das Spiel bezeichnet sich selbst als „Tabletop Game“. Aber keine Sorge…es müssen keine Miniaturen gekauft oder bemalt werden, und auch die Kosten halten sich in Grenzen. Denn es wird nichts weiter benötigt als der Inhalt der Box Dieser stellt sich beim Öffnen der Packung als relativ umfangreich dar. Denn erstmal müssen jede Menge vorgestanzte Spielsteine und Counter aus dem massiven Karton herausgelöst werden. Das klappt auch relativ gut, nur ist damit dann auch schon die gesamte Ordnung des Spiels hinfällig. Denn die ganzen verschiedenen Spielsteine lassen sich in der Box leider nicht ordentlich sortiert lagern. Mit Hilfe der etwas knappen aber dafür mehrsprachigen Spielanleitung schreitet man dann auch schon zum Aufbau des Spiels. Bei Wreckage gibt es kein Spielbrett. Vielmehr müssen die verschiedene Spielsteine aus Pappe nach einer genauen Vorgabe auf einer etwa Küchentisch großen Spielfläche verteilt werden. Dieser Aufbau geht recht schnell und zügig von der Hand. Erst recht wenn man ein paar Runden gespielt hat.

 

Dann kann es auch schon losgehen. Jeder der zwei bis vier Spieler kann sich zu Beginn zwischen zwei verschiedene Fahrzeugtypen entscheiden. Diese Boliden sind im passenden Mad Max Stil gehalten, und dürfen noch zusätzlich mit Waffen für Fern- und Nahkampf oder zusätzlicher Panzerung ausgerüstet werden. Jeder Spieler erhält außerdem noch einen Satz Steuerkarten, die ausgelegt werden müssen um die Bewegung und Beschleunigung seines Fahrzeugs zu simulieren.

Ziel des Spiels ist es nun, die meisten Benzinkanister auf dem Schlachtfeld zu sammeln, oder einfach nur der letzte Überlebende Spieler auf dem Spielfeld zu sein. Dies erreicht man durch mehr oder weniger gezieltes und geplantes Auslegen seiner Steuerkarten. Neben Abbiegen, Beschleunigen und Bremsen hat jedes Fahrzeug noch ein paar zusätzliche Tricks auf Lager. Einige können Springen, haben eine Art Turbo-Booster oder können besondere Ausweichmanöver machen. Zusätzlich darf man mit seinen Waffen auf den Gegner schießen oder versuchen die anderen Fahrzeuge durch Rammen zu zerstören. Dabei ist es wichtig seinen Tacho im Auge zu behalten. Je schneller man nämlich fährt, desto eher ist am wieder am Zug. Allerdings darf man nicht vergessen, dass sich das eigene Fahrzeug auch immer auf gerade Linie mit der aktuellen Geschwindigkeit weiterbewegt. Ungewollte Kollisionen und Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen oder dem Gelände sind da vorprogrammiert.

 

Hat man ein paar Spiele gemacht, kann man sich auch an die erweiterten Regeln für brennende Reifenstapel, expoldierende Tankstellen oder Ölfässer wagen. Die Anzahl der weiteren Sonderregeln ist recht umfangreich, und bietet zu Beginn eine scheinbar großartige Vielfalt an Möglichkeiten das Spiel interessant ablaufen zu lassen.

 

In unseren Testspielen hat sich allerdings gezeigt, dass sich der Spielverlauf sprichwörtlich sehr schnell „festfahren“ kann. Vor allem bei vier Spielern kommt der Faktor der Bewegung extrem zu kurz, und die meiste Zeit über stehen die Fahrzeuge zusammengekeilt auf einem Haufen und beschießen sich mit allem was sie haben. Dies führt dazu, dass der ein oder andere Spieler recht früh diesen Schlagabtausch nicht überlebt und zum Zuschauer degradiert wird. Bei einer Spielzeit von ca. 30-40 Minuten kann das ziemlich frustrierend sein. Ideal sind zwei oder drei Spieler. Dann kann man sich auch auf das Einsammeln der Benzinkanister konzentrieren, und muss sich nicht immer einen Schlagabtausch bis zum Ende liefern.

 

Das Spielmaterial ist wie bei Fantasy Flight Games von gewohnt guter Qualität und entsprechend umfangreich. Zu Beginn wird man vielleicht ein wenig von der Vielzahl an Spielrelevanten Symbolen abgeschreckt sein, aber den Dreh hat man schnell raus. Die ersten Runden machen dann auch wirklich Spass, denn die Spielmechanismen greifen wirklich gut und sind durchdacht aufgebaut. Aber leider fehlt es an Langzeitspielspass, denn die meisten Runden laufen trotz der ganzen Sonderregeln recht ähnlich ab. Vor allem bei vier Spielern ist das Gelände einfach zu überfrachtet.

 

Fazit: Ein nettes Spiel das man mal auf einer Spielemesse oder einer Convention ruhig anspielen sollte. Das Material ist Top, die Spielanleitung reicht aus um alle Verständnisfragen zu klären. Nur der Langzeitmotivation geht schon nach kurzer Zeit der Sprit aus.

 

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Wreckage

Verlag: Fantasy Flight Games

ASIN: 1589941268

Spieler: 2-4

Sprache: Deutsch

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

 


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 14.10.2005, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50